Darmflora und Kolonkrebs hängen zusammen

Darmflora beeinflusst Kolonkrebs (Grafik: pixabay.com, OpenClipart-Vectors)

Nachweis bestimmter Bakterien kann laut italienischen Forschern Prävention verbessern

Mailand (pte/06.05.2019/06:00) Mitarbeiter der Università del Trento http://unitn.it und des Istituto Italiano per la Medicina Genomica http://iigm.it haben einen Zusammenhang zwischen der Darmflora und Kolonkrebs aufgedeckt. Indikator ist die bei dieser Art von Krebspatienten im Darm auftretende Bakterienpopulation, die ganz bestimmte Merkmale aufweist. 

Fusobacterium nucleatum

Als Ursachen von Kolonkrebs galten bislang neben einer genetischen Vorbelastung vor allem die menschlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. „Wir haben im Darm von Kolonkrebspatienten verschiedener Herkunftsländer neben dem bereits bekannten Fusobacterium nucleatum ein Dutzend anderer Bakterien gefunden, die mit der Krankheit in direktem Zusammenhang stehen“, so Projektleiter Nicola Segata.

Als Untersuchungsmethode kam eine computergestützte Metagenomik zum Einsatz. Dabei handelt es sich um die Sequenzierung des im Stuhlgang gefundenen genetischen Materials, das mithilfe einer speziell entwickelten bioinformatischen Methode den Nachweis von Mikroorganismen in der Darmflora ermöglicht.

Enzym cutC wird kodifiziert

„Wir konnten außerdem feststellen, dass die Darmflora unserer Probanden eine erhöhte Anzahl an Genpaaren aufwies, die das Enzym cutC kodifizieren“, sagt Segata. Das Entdecken bestimmter Darmbakterien in Verbindung mit anderen Verfahren, wie dem Nachweis von Blut im Stuhlgang, könne die Genauigkeit gängiger Präventionsmethoden spürbar erhöhen. Für zuverlässige Aussagen zu möglichen Verbesserungen im Therapiebereich sei es allerdings noch zu früh.

Die von der Lega Italiana per la Lotta contro in Tumori http://lilt.it finanzierte Untersuchung ist in Zusammenarbeit mit dem Istituto Europeo di Oncologia http://ieo.it und der Università di Torino http://unito.it entstanden. Details wurden der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ unter dem Titel „Metagenomic analysis of colorectal cancer datasets identifies cross-cohort microbial diagnostic signatures and a link with choline degradation“ veröffentlicht.

Karin Eder
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Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Leitung Bereich Gerontologie und Validation im Ausbildungszentrum des Wiener Rotes Kreuzes GmbH.

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