D: HIV-Mittel haben potenzielle Nebenwirkungen

Medikamente im Fokus: Langzeitfolgen bei HIV-Präparaten (Foto: uni-due.de)

Im Fokus stehen dabei vor allem häufig eingesetzte und auch zugelassene Integrasehemmer

Duisburg/Essen (pte/21.06.2019/13:30) Bei HIV-Patienten oft eingesetzte Integrase-Inhibitoren (INSTI) können für die Patienten trotz guter Verträglichkeit zu negativen Langzeitfolgen führen. Zu dem Schluss kommen Forscher des Instituts für HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen http://www.uni-due.de in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Essen http://www.uniklinikum-essen.de . Im Fokus stehen hierbei vor allem zugelassene Integrasehemmer. Details wurden im „Journal of Clinicial Investigation Insight“ publiziert.

Neue Labordaten veröffentlicht

Laut neuen Labordaten sind INSTI möglicherweise nicht so sicher wie bisher gedacht. Sie haben laut den Experten einen starken Effekt auf die Aktivität von Immunzellen und reduzieren insbesondere die Aktivität und Funktion von CD4-T-Helferzellen. Da das HI-Virus selbst CD4-Helferzellen angreift und zerstört, wirft die durchgeführte Studie Bedenken auf, ob diese Medikamentenklasse die beste Wahl zur dauerhaften Therapie von HIV ist. Die oben beschriebenen Wirkungen konnten nicht bei anderen HIV-Medikamenten, einschließlich Proteaseinhibitoren, Inhibitoren der reversen Transkriptase, oder anderen Wirkstoffkombinationen nachgewiesen werden.

Unterschiede gibt es auch zwischen den INSTI-Präparaten. Während Elvitegravir und Dolutegravir einen signifikanten Einfluss auf die Zellfunktion hatten, zeigte Raltegravir keinerlei Effekt. Um die Ursache für die verminderte Funktion, das Wachstum und die Zellteilung von CD4-T-Zellen besser zu verstehen, untersuchten die Forscher einen möglichen Einfluss der Wirkstoffe auf die Mitochondrien. Mitochondrien sind wichtige Zellorganellen in unserem Körper, welche die Energie für jegliche Zellfunktionen liefern. In der Tat störten Integrase-Inhibitoren die Elektronentransportkette der Mitochondrien und beeinträchtigten deren Atmungskapazität, wodurch die Zellaktivität insgesamt verlangsamt wurde.

Autor:in

  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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