COVID-19 und der Sinn des Lebens

Fotocredits Markus Hechenberger

Pandemie, Coronakrise. Worum geht es eigentlich? Besinnen wir uns auf das Wichtige im Leben? Bringt uns die Krise zum Nachdenken oder leben wir einfach vor uns hin?! Verändern wir unsere Werte? Sehen wir die Welt anders? Wertschätzender? Miteinander?

Oder doch nur alles beim Alten…?

Bei Aussagen wie, „die noch geschlossenen Schulen nehmen den Kindern ihre Zukunft, sie müssen unbedingt so schnell wie möglich geöffnet werden“, frage ich mich doch glatt, welche Zukunft? Die wirtschaftliche, weil sie langsamer die Ausbildung abschließen können und später am Arbeitsmarkt auftauchen, oder geht es um eine andere Zukunft?

Meine Kinder haben in der Krise viel erlebt und sicherlich viel gelernt. Diese Erfahrungen und dieses Wissen hätten sie in der Schule nicht erlernen können.

Retrospektiv betrachtet, habe ich seit dem Ende meiner Schulzeit viele Ausbildungen abgeschlossen. Manche Ausbildungen, so hat man mir erzählt, wären wertlos, da mir diese ja in meinem Berufsleben keinen (wirtschaftlichen) Nutzen brächten. Ja und!? Ich bin der Meinung, dass ich daran gewachsen bin und von jeder Ausbildung (zugegeben manchmal mehr, manchmal weniger) profitieren konnte. Jede meiner Ausbildungen haben mir etwas für meinem Berufsleben, aber auch für mein Privatleben gebracht. Wenn nicht direkt, dann indirekt.

Wir leben in einer Welt des lebenslangen Lernens. Auch jetzt. Ohne analoger Schule – dann halt virtuell, geht ja auch! Wäre dieser Weg von den Bildungseinrichtungen sowie dem Bund und den Ländern ermöglicht worden, wenn es „die Krise“ nicht gegeben hätte? Die Krise lehrt uns vieles, wenn wir dafür offen sind. Wenn wir offen sind, lernen wir!

Trauen wir Kindern nicht vielleicht zu wenig zu?! Virtueller Unterricht, selbstständiges aneignen von Wissen oder selbstständiges Lernen ist Kompetenzerwerb. Für das Leben lernen, nicht für die Schule!

Eine Covid-19 Erkrankung bringt möglicherweise einen dauerhaften Lungenschaden mit sich, der ein komplettes Leben beeinflussen wird (https://www.wetnotes.eu/tauchen-nach-covid-19-erkrankung/ ), so bin ich der Überzeugung, dass wir erstens am richtigen Weg sind (Maßnahmen des Bundes) und zweitens, dass wir auf der Hut sein müssen, allen Menschen möglichst viel Sicherheit zu geben um sie vor COVID-19 zu schützen. Wir dürfen kein Risiko eingehen, weder bei Risikogruppen, noch bei Berufsgruppen und schon gar nicht bei unseren Kindern. Was ruiniert ein Leben wirklich, ein Jahr länger Schule oder eine lebenslange Schädigung der Lunge?

Wir alle haben jetzt die Möglichkeit unglaublich viel zu lernen – an dieser Krise und durch diese Krise. Oder wir machen die Augen zu und beschweren uns, dass das „normale“ Leben wieder zurück muss. Koste es was es wolle.

Menschenleben – „es ist ja eh nur wirklich gefährlich für die Alten“? Mir scheint, die Menschheit vertraut darauf, dass es „mich eh nicht trifft“. Ignoranz oder Unwissen – oder Beides?

Haben wir aufgehört, selbstständig zu lernen, weil wir auch erwarten, dass uns alles vorgekaut wird? Meinung aus sozialen Medien übernehmen, Fake News glauben – ohne fundiertes Wissen dazu zu recherchieren – state of the art? Das Vertrauen darauf, von anderen gesagt zu bekommen was zu beachten, durchzuführen oder woran sich zu halten sei – Masken, Einkaufswagerl,…. – ohne selbst zu wissen warum und auch nicht zu fragen warum. Hinterfragen, Recherchieren, Dazulernen!

Reflektieren wir unser bisheriges Leben – viele sollen ja zuhause bleiben, da wäre ausreichend Zeit dazu – nutzen die Chance zum Lernen!

Verhindern wir ein zurückkehren auf herkömmlich vertrauten Abläufe – gehen ja ohnehin grad oft nicht und waren vielleicht auch nicht immer optimal!

Ich träume davon, dass wir als gesamte Gemeinschaft gestärkt und reflektierter aus dieser Krise heraus gehen. Mehr auf ein Miteinander zu achten, auf das was wirklich wichtig ist im Leben – u.a. auf die Berufsgruppen, die jetzt auffällig „laut“ als systemerhaltend auffallen.

Vielleicht hilft es uns, diese Erkenntnisse umzusetzen, Berufsgruppen die bisher nicht beachtet wurden mehr wert zu schätzen (natürlich muss sich das auch in Gehalt und Arbeitsbedingungen widerspiegeln, keine Frage) und die Relationen im realen (nicht im virtuellen!) Leben endlich anders zu leben.

Es hilft nicht, Dinge nur zu erkennen, man muss sie auch Reflektieren und Wichtiges umsetzen.

Ich bin sehr gespannt, ob und wie sich unsere Gesellschaft weiter entwickelt. Und ich bin auch dankbar dies auch erleben zu dürfen.

In diesem Sinne, bleibt Gesund und passt aufeinander auf!

Karin Eder
Über Karin Eder 602 Artikel
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Leitung Bereich Gerontologie und Validation im Ausbildungszentrum des Wiener Rotes Kreuzes GmbH.

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