COVID-19: Amnesty fordert mit neuer Kampagne fairen Zugang zu Impfstoffen weltweit für alle Menschen

Amnesty International startet neue, weltweite Kampagne für Impfstoffgerechtigkeit: Jeder Mensch, egal, wo auf der Welt, muss einen fairen Zugang zu COVID-19-Impfstoffen haben

(C) Markus Golla

Die unnachgiebige Haltung von Pharmaunternehmen und reichen Ländern sorgt derzeit dafür, dass Milliarden durch COVID-19 gefährdete Menschen dieses Jahr womöglich nicht einmal eine erste Dosis an lebensrettenden Impfstoffen erhalten. Amnesty International startet daher zum Jahrestag der Pandemie die weltweite Kampagne „Eine faire Dosis“ und fordert einen fairen, globalen Zugang zu COVID-19-Impfstoffen für alle Menschen ein.

„Die weltweite Ungleichheit beim Zugang zu Impfstoffen droht außer Kontrolle zu geraten. Einige wenige reiche Länder preschen davon, während der Rest der Welt noch versucht, überhaupt starten zu können. Alle haben dasselbe Recht auf einen Impfstoff – beim Recht auf Gesundheit darf es keine Diskriminierung geben”, fordert Stephen Cockburn, Experte für wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit bei Amnesty International, und sagt weiter:

„Der Zugang zu Gesundheitsversorgung, darunter auch Impfungen, darf niemandem aufgrund des Wohnorts, Identität oder Einkommens vorenthalten werden. Mit ausreichend Druck an den richtigen Stellen können wir gemeinsam dafür sorgen, dass die Systeme zur Verabreichung der Corona-Impfungen mit den Menschenrechten vereinbar sind.“

Mit der Kampagne „Eine faire Dosis“ fordert Amnesty weltweit Pharmaunternehmen und Regierungen auf, ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen nachkommen: Firmen wie AstraZeneca, Pfizer, BioNTech und Moderna müssen ihr Know-How und Technologien teilen, sodass lebensrettende Impfstoffe auf der ganzen Welt rascher produziert und fair verteilt werden können.

Im Zentrum der Pandemiebekämpfung dürfen nicht Profite stehen, sondern die Menschen, ihr Leben und ihre Gesundheit, die jeden Tag am Spiel steht. Daher müssen Staaten Druck auf Pharmaunternehmen ausüben, damit diese gemeinsam darauf hinarbeiten, besonders gefährdeten Menschen – wie medizinisches Personal und Menschen, die in Krankenhäusern arbeiten – so schnell wie möglich Zugang zu einer fairen Dosis Impfstoff zu ermöglichen, egal in welchem Land der Welt. Das würde uns alle einen großen Schritt weiterbringen, um die COVID-19-Pandemie zu überwinden.

„Ein Jahr nach Verkünden der COVID-19-Pandemie dürfen wir nicht tatenlos zusehen, wie diese Tragödie ihren Lauf nimmt, wo wir doch Lösungen zur Verfügung haben“, sagt Tamaryn Nelson, Expertin zum Thema Gesundheit bei Amnesty International, und sagt weiter: „Alle Regierungen wollen ihre eigene Bevölkerung zuerst impfen lassen und die Pharmaindustrie klammert sich an ihre Patente; dabei vergessen wir jedoch, dass es hier um Menschenleben geht. Niemand ist sicher, bis wir alle sicher sind.“

Die vollständige Aussendung finden Sie auf unserer Website.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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