Corona – Pandemie, ein Jahr danach

(C) Crocothery

Seit etwa einem Jahr stellt COVID 19 – SARS-CoV 2 unseren Alltag auf den Kopf und selbstverständliche Aktivitäten des Lebens sind massiv eingeschränkt oder gar verboten. Die von bis dato drei Lockdowns hervorgerufenen wirtschaftlichen Auswirkungen und die gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen sind derzeit nicht abschätzbar. Zahlen über positiv Getestete oder neu an Corona Erkrankte, sowie die Auslastung der Spitalsbetten und Intensivstationen dominieren die Nachrichtensendungen. Diese Pandemie richtet ihre Scheinwerfer auch auf die Bruchlinien unserer Gesellschaft und macht die Rollen der Pflegeberufe in den Versorgungssystemen sehr deutlich. Allein die Umsetzung der verstärkten Hygienemaßnahmen in allen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen bedeutet für Pflegepersonen eine drastische Arbeitsverdichtung. Hinzu kommen die Belastungen durch das Tragen der Schutzbekleidung. Auch galt es rasch gezielte pflegerische Interventionen für die Unterstützung von Patientinnen und Patienten, die an Corona leiden, zu entwickeln. Im Bereich der Langzeitpflege ist etwa zusätzlich die Akzeptanz bei Bewohnerinnen und Bewohnern für die enormen Einschränkungen hinsichtlich der Möglichkeit, Besuch empfangen zu können, zu erreichen. Bei den mobilen Diensten war Schutzbekleidung, jedenfalls am Beginn der Pandemie, besondere Mangelware.  Die Liste der Herausforderungen und der zu bewältigenden Aufgaben für die Gesundheits- und Krankenpflegepersonen in den vergangenen Monaten ließe sich noch lange fortsetzen.

Mittlerweile ist das Klatschen für die außergewöhnlichen Leistungen des Pflegepersonals in allen Settings des Gesundheits- und Pflegesystems verhalt. Der Corona- Pandemie wird mit Alltagsroutine in den Versorgerteams begegnet. Zeit ist noch immer ein knappes Gut und Pflegepersonen kompensieren nach wie vor Mängel der Systeme, zuweilen über ihre eigenen Grenzen hinaus. Manche Pflegepersonen waren oder sind selbst an Corona erkrankt, haben Angehörige, Freunde oder auch Kollegen zu betrauern, die an dieser Erkrankung verstorben sind.

In einem Punkt herrschte rund um den Erdball plötzlich große Einigkeit, und zwar über die enorme Bedeutung von gut ausgebildetem Pflegepersonal im Gesundheits- und Pflegewesen, wo auch immer es gebraucht wird. Viele Verantwortliche haben diese Tatsache mehrmals sehr deutlich angesprochen. Es ist zu hoffen, dass diese Erkenntnis als nachhaltiger Effekte des pandemischen Corona – Supergaus notwendige weitere Entwicklungen der Gesundheits- und Krankenpflege auf allen Ebenen vorantreibt und effektuiert. Interessensvertretungen und jede einzelne Pflegeperson müssen dieses positive sichtbar werden der Notwendigkeit pflegerischer Kompetenz unbedingt für die Etablierung im therapeutischen Team auf Augenhöhe umsetzen! Diese Chance darf nicht ungenutzt bleiben!

Ursula Frohner
Über Ursula Frohner 2 Artikel
1977 bis 2007 Pflegepraxis und Projektarbeit im stationären Bereich wie etwa Unfall- und Allgemeine Chirurgie, Kardiologie und Nephrologie, sowie von 1993 bis 2007 Tätigkeitsbereich im Operationssaal. 2007 bis 2020 Präsidentin des ÖGKV sowie Vorsitzende der Österreichischen Pflegekonferenz. Aktuell Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Karl Landsteinerinstitutes für Human Factors & Resources im Gesundheitswesen, Lektorin der Weiterbildungsakademie für Pflegeberufe an der Sigmund Freud Universität Wien

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen