COPD: Neue Kriterien für Diagnose vorgestellt

(Foto: pixelio.de, Dieter Schütz)

Forscher haben 8.784 Raucher analysiert – Krankheit soll früher erkannt und behandelt werden

Denver (pte/13.11.2019/06:05) Forscher von National Jewish Health http://nationaljewish.org und dutzender internationaler Institutionen haben neue Kriterien für die Diagnose von COPD vorgeschlagen. Die diagnostischen Kriterien werden dafür ausgehend von der bisher üblichen einmaligen Messung der Lungenfunktion deutlich erweitert. Faktoren wie die Belastung durch die Umwelt, Symptome und abnormale Ergebnisse bei CT-Scans sollen künftig ebenfalls berücksichtigt werden.

 

Symptome schneller deuten

Der Einsatz dieser Kriterien könnte die Zahl der Patienten mit der Diagnose COPD zwischen 15 bis 36 Prozent ansteigen lassen. Das entspräche laut den in „Chronic Obstructive Pulmonary Diseases“ veröffentlichten Ergebnissen zwei bis fünf Mio. Menschen. Seniorautor James Crapo zufolge erfassen die neuen Kriterien das gesamte Spektrum der Betroffenen besser. „Das kann zur besseren Pflege für die Patienten und Anreize für die Forschung führen, die ihrerseits das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen, stoppen oder sogar verhindern könnte.“

Die Forscher haben die Daten von 8.784 Rauchern und ehemaligen Rauchern analysiert, die an „COPDGene“ teilgenommen hatten. Zu Beginn der Studie wurde unter anderem eine Belastung durch Rauchen untersucht. Zu den erfassten Symptomen gehörten Kurzatmigkeit, chronischer Husten und Auswurf sowie struktuelle Anomalien bei den CT-Scans wie Emphyseme und auch die Lungenfunktion.

Diese Daten wurden in einem nächsten Schritt mit der Sterblichkeit und dem Verlust der Lungenfunktion fünf Jahre später in Beziehung gesetzt und mit jenen von Rauchern verglichen, auf die keine der anderen Kriterien zutrafen. Auf alle Patienten traf eines zu: Sie hatten eine Vergangenheit als Raucher. Jene, auf die entweder ein, zwei oder drei zusätzliche Kriterien zutrafen, verfügten alle über ein erhöhtes Risiko. Raucher, auf die eines der anderen drei Kriterien zutraf, wurden als mögliche COPD-Patienten angesehen. Ihr Risiko, einen entscheidenden Teil der Lungenfunktion zu verlieren, war 26 Prozent größer als bei Rauchern, auf die keine zusätzlichen Kriterien zutrafen. Die Wahrscheinlichkeit eines Todesfalls innerhalb von fünf Jahren erhöhte sich um 28 Prozent.

Vier Kriterien ausschlaggebend

Raucher, die zwei der drei zusätzlichen Kriterien aufwiesen, wurden als wahrscheinlich erkrankt eingestuft. Ihr Risiko eines deutlichen Verlustes der Lungenfunktion lag bei 88 Prozent. Das Sterberisiko erhöhte sich auf 89 Prozent. Jene Personen, bei denen alle vier Kriterien erfüllt waren, wurden als definitiv erkrankt angesehen. Ihr Risiko eines einschneidenden Verlustes der Lungenfunktion erhöhte sich innerhalb von fünf Jahren auf 188 Prozent. Das Sterberisiko verfünffachte sich sogar.

COPD ist die vierthäufigste Todesursache in den USA. Rauchen gilt als die häufigste Ursache. 15 Prozent der COPD-Patienten haben jedoch in ihrem ganzen Leben nie geraucht. Derzeit leben allein in den USA rund zwölf Mio. Menschen mit dieser Diagnose. Schätzungen gehen davon aus, dass es noch einige Mio. weitere Betroffene gibt. Jährlich sterben in den USA rund 120.000 Menschen an den Folgen dieser Krankheit.

Karin Eder
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Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Leitung Bereich Gerontologie und Validation im Ausbildungszentrum des Wiener Rotes Kreuzes GmbH.

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