Chirurgie: ERAS schafft raschere Genesung

OP: raschere Genesung nach Eingriff (Foto: pixelio.de, Martin Büdenbender)

Stress und Heilungschancen deutlich erhöht – Bestehende Praktiken werden infrage gestellt

Winnipeg (pte/29.04.2019/10:30) Eine neue Studie unter der Leitung der University of Manitoba http://umanitoba.ca stellt historische chirurgische Praktiken infrage, die nicht auf Forschungsergebnissen basieren. Mit der „Enhanced Recovery After Surgery“ (ERAS), einem neuen multidisziplinären Ansatz, sollen sich Patienten nach einem chirurgischen Eingriff deutlich rascher erholen. Der in „CMAJ“ publizierte Artikel wertet Studienergebnisse aus, die diesen Ansatz unterstützen und untersucht, wie er in Kanada eingeführt werden könnte.

Umdenken erforderlich

Bei ERAS handelt es sich um ein evidenzbasiertes Behandlungsprogramm, das darauf abzielt, Patientenergebnisse durch eine raschere Gesundung zu verbessern. Bei der ganzheitlichen Betrachtung werden Hausärzte, Pflegepersonal, Chirurgen, Anästhesisten, Ernährungswissenschaftler und andere Experten vor dem Eingriff und weiter bis zur Genesung eingebunden. Ziel ist es, den Patienten so rasch wie möglich wieder ein normales Funktionieren zu ermöglichen.

Laut Forschungsleiter Alon Altman stellt ERAS die Art und Weise infrage, wie die medizinische Fachwelt über die Pflege vor, während und nach einer OP denkt, um das gesamte Behandlungsergebnis zu verbessern. Der Ansatz erhöht die Beweglichkeit der Patienten nach dem Eingriff, verringert Komplikationen, reduziert die Länge des Krankenhausaufenthalts so wie die Kosten. ERAS wird derzeit an einigen kanadischen Krankenhäusern sowie unter anderem in den USA und Großbritannien eingesetzt.

Drei-Phasen-Programm

ERAS besteht mit, vor, während und nach dem chirurgischen Eingriff aus drei Phasen. Das Programm beinhaltet die Umstellung der Ernährung vor der OP, das Beenden der Einnahme bestimmter Medikamente, das Verändern bestimmter Verfahren während der OP und das Ziel, Patienten binnen 24 Stunden nach dem Eingriff wieder beweglich zu machen. Laut Altman sollte dieser Ansatz bei allen chirurgischen Patienten eingesetzt werden, um Stress zu reduzieren und ein normales Funktionieren aufrechtzuerhalten. Kanada zeigt sich interessiert.

Autor:in

  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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