CH: Tag der Kranken

(C) Michael Simon

Ansprache von Bundespräsident Guy Parmelin Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) Tag der Kranken TV-Ansprache 7. März 2021

Es gilt das gesprochene Wort

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Der «Tag der Kranken» ist für den Bundespräsidenten jeweils Anlass, um der Bevölkerung in Erinnerung zu rufen, dass die Menschen mit einer gesundheitlichen Einschränkung nicht vergessen werden dürfen.

Dieses Jahr sind die Umstände anders: Die Pandemie hat zahlreiche Opfer gefordert und wirkt sich stark auf das Leben von uns allen aus. Ein solches Ereignis geht an niemandem spurlos vorüber.

  • Vor einem Jahr forderte Covid-19 das erste Opfer in der Schweiz. Seither sind über 9000 Menschen in unserem Land an dieser Krankheit gestorben. Viele haben eine Angehörige oder einen lieben Freund verloren. Ihnen möchte ich von Herzen mein Mitgefühl aussprechen.
  • Auch heute erkranken Menschen an Covid-19, und manche kämpfen mit schweren Spätfolgen. Der «Tag der Kranken» ist ihnen gewidmet, aber auch allen anderen, die an einer Krankheit und an Schmerzen leiden.
  • Die Pandemie hat einschneidende wirtschaftliche und soziale Einschränkungen notwendig gemacht. Die Krise gefährdet zahlreiche berufliche und private Vorhaben und drängt uns in eine Isolation, die belastend ist.
  • Die Menschen in unserem Land vermissen heute das Gesellige und die wertvollen Freiheiten, die sie gestern noch hatten.

Für die Schweiz, wie für etliche andere Länder, bedeutet die Covid-19-Pandemie die grösste gesellschaftliche Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Mir ist bewusst, wie viel Kraft und Ausdauer die aktuelle Lage von uns allen erfordert. Besonders denke ich an die Risikogruppen, die sich zusätzlich schützen müssen, und an die jungen Menschen, denen sehr viel abverlangt wird. Ich denke auch an die Ärzte und das Pflegepersonal, die wegen Covid-19 extrem gefordert sind, und denen ich für Ihren Dauereinsatz danke.

Der «Tag der Kranken» trägt dieses Jahr den Titel «Verletzlich, aber stark». Zu Recht, denn die Pandemie hat einerseits gezeigt, dass wir als Gesellschaft angreifbar sind. Andererseits kann die Schweiz in dieser schwierigen Zeit von Stärken zehren, die wir in den Jahren zuvor aufgebaut haben. Auch der Bundesrat unternimmt alles, was es braucht, damit wir als Gesellschaft stark bleiben.

Um die Krise zu bewältigen ist es aber auch wichtig, dass jede und jeder von uns die eigene Gesundheit stärken kann. Gegen die Covid-19-Erkrankung gibt es Behandlungsmöglichkeiten und Impfstoffe. Eine gute gesundheitliche Vorsorge bedeutet jedoch mehr: Wir brauchen ganz besonders eine grosse Dosis Abwehrkräfte!

Dazu gehören auch Mittel, die es nicht auf Rezept gibt: Optimismus, Offenheit und Verantwortungsbewusstsein! Solche Mittel entspringen unserer inneren Kraft. Der britische Philosoph Bernard Williams hat es einst so formuliert: «Niemand hat je ein Material geschaffen, das so widerstandsfähig ist wie der menschliche Geist.»

Schauen Sie gut zu sich, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Und schauen wir gut zueinander. 

Markus Golla
Über Markus Golla 9096 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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