CH: SwissCovid App startet in die Pilotphase

(C) Michael Simon

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 13. Mai 2020 eine befristete Verordnung für eine Pilotphase verabschiedet, damit in der Schweiz die SwissCovid App getestet werden kann. Diese Pilotphase wurde am Montag, 25. Mai 2020, gestartet. Die SwissCovid App kann mit den aktuellsten iOS- und Android-Versionen benutzt werden. Sie enthalten mit der gemeinsam von Google und Apple entwickelten Exposure Notification API neu eine Schnittstelle für die SwissCovid App. Damit ist die Schweiz das erste Land weltweit, das die Schnittstelle von Google und Apple für das Proximity-Tracing nutzt. Gemäss einer Umfrage begrüssen 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung die Einführung der App.

Am Pilot beteiligen sich Mitarbeitende der Eidgenössisch Technischen Hochschulen in Lausanne und Zürich, Armeeangehörige im Ausbildungsdienst, Mitarbeitende einzelner eidgenössischer und kantonaler Verwaltungen, Mitarbeitende von verschiedenen Spitälern und Kliniken sowie ausgesuchten Institutionen und Organisationen. Der Pilot dauert längstens bis Ende Juni 2020 und soll allfällige technische Mängel und Probleme in der Benutzbarkeit sowie der medizinischen Prozesse aufdecken, bevor die App für die Bevölkerung freigegeben wird.

Das Contact Tracing, die konsequente Nachverfolgung und Unterbrechung der Infektionsketten, ist eine wichtige Massnahme, um den Wiederanstieg der COVID-19-Ansteckungsrate zu verhindern. Es dient der langfristigen Kontrolle der Epidemie. Die SwissCovid App ergänzt das klassische Contact Tracing der kantonalen Behörden. Sie ist ein zusätzliches Instrument, das einen grossen Nutzen verspricht. Mit der SwissCovid App können potenziell Infizierte frühzeitig gewarnt und die Weiterverbreitung des Virus kann eingedämmt werden.

Die App ist technisch nicht in der Lage, Bewegungsdaten aufzuzeichnen. Vielmehr zeichnet sie die Nähe über eine bestimmte Zeit zu anderen Smartphones mit der App auf. Mittels dieser Daten können keine Personen persönlich rückverfolgt werden.

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte, das Nationale Zentrum für Cybersicherheit und die Nationale Ethikkommission sind sich einig: Der dezentrale Ansatz entspricht dem Anspruch nach maximalem Schutz der Privatsphäre am besten. Wenn die Corona-Krise überstanden ist, wird das System abgestellt.

Wie die Schweizer Bevölkerung über die App denkt

Ende April 2020 gab das BAG der Forschungsstelle sotomo den Auftrag, mittels einer Bevölkerungsumfrage in der ganzen Schweiz die Einstellung der Bevölkerung zu einer Proximity-Tracing-App zu erheben.

Die Grundhaltung zur Proximity-Tracing-App ist gemäss dieser Umfrage positiv. 70 Prozent der Bevölkerung begrüssen deren Einführung. Die Mehrheit der Befragten sieht in der App einen Ansatz zur Eindämmung der Verbreitung des neuen Coronavirus. Die hohe Installationsbereitschaft (59%) ist Ausdruck eines in der Gesellschaft verankerten Solidaritätsgedankens. Dieser zeigt sich ohne massive Unterschiede zwischen den wichtigsten demographischen Gruppen.

Etwas mehr als die Hälfte dieser 59 Prozent ist sich jedoch noch nicht ganz sicher, ob sie die App auch installieren möchte und sagt nur «eher ja» dazu. Die Umfrage zeigt allerdings auch: Je höher der Wissenstand zu den Funktionalitäten der App ist, desto höher ist die Installationsbereitschaft.

Öffentlicher Test des Schweizer Proximity-Tracing Systems

Der Schweizer Bevölkerung soll bei der Anwendung der SwissCovid App ein maximal möglicher Schutz der Privatsphäre gewährleistet werden. Dazu muss sie einen entsprechend hohen Grad an Sicherheit aufweisen. Um diese Vorgabe zu erreichen, stehen ab 28. Mai die Quellcodes des Schweizer Proximity Tracing-Systems für einen breiten Sicherheitstest mit der Öffentlichkeit, dem Public Security Test, zur Verfügung. Fachleute und interessierte Personen können das System so einem Härtetest unterziehen.

Weitere Informationen zum Public Security Test folgen zum Start am 28. Mai 2020.

Markus Golla
Über Markus Golla 6823 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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