CH: Statistiken der Gesundheitsversorgung in den Spitälern 2016 – Der ambulante Spitalbereich in der Schweiz legt zu

Neuchâtel, 27.11.2017 (BFS) – Im Jahr 2016 kam es in den Schweizer Spitälern zu 18,3 Millionen ambulanten Konsultationen und beinahe 1,5 Millionen stationären Spitalaufenthalten. Dabei sind die Kosten im ambulanten Bereich während der letzten fünf Jahre doppelt so schnell gewachsen wie im stationären. Zudem nimmt der Einsatz von bildgebenden Geräten in den Spitälern stetig zu. Dies sind einige Ergebnisse der neuen Spitalstatistiken des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Im Jahr 2016 wurden 15 Geburtshäuser, 140 Akutspitäler, 51 Psychiatrien, 56 Rehabilitationskliniken und 21 andere Spezialkliniken erfasst. Diese 283 Spitalbetriebe verteilten sich schweizweit auf 569 Standorte. Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Anzahl der Standorte konstant.

29 Prozent der Spitalkosten fallen im ambulanten Bereich an

Der ambulante Spitalbereich verbuchte 7,4 Milliarden Franken Kosten. Dies entspricht einer Zunahme von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend wurden 6,1 Prozent ambulante Konsultationen mehr gezählt. Bei den stationären Aufenthalten waren es 18,6 Milliarden Franken (+1,6%). Ein stationärer Fall kostete 2016 im Durchschnitt rund 12’900 Franken und somit 100 Franken weniger als 2015. In den letzten fünf Jahren nahmen die ambulanten Kosten jährlich um 6,5 Prozent zu, die stationären Kosten um 3,5 Prozent.

Stationäre Spitalaufenthalte für eine Million Personen

Die annähernd 1,5 Millionen stationären Spitalaufenthalte verteilten sich auf über eine Million Personen. Dies entspricht rund 12 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Anzahl Fälle nahm gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent zu, wohingegen die Anzahl der behandelten Personen deutlich weniger anstieg (+0,5%). Die Anzahl der stationär geleisteten Pflegetage erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 11,7 Millionen. In den Akutspitälern sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer um 1,1 Prozent auf 6,1 Tage Aufenthalt pro Fall.

Häufigste Hospitalisierungsgründe

Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (Arthrose, Gelenk- und Rückenprobleme) waren der häufigste Grund für eine Hospitalisierung (190’000 Fälle). Zweithäufigste Ursache waren Verletzungen (183’000 Fälle) gefolgt von Erkrankungen des Kreislaufsystems (157’000 Fälle). Zum ersten Mal waren auch bei den Hospitalisierungen aufgrund von psychischen oder Verhaltensstörungen (einschliesslich Demenzerkrankungen und Schizophrenie) mehr als 100’000 Fälle zu verzeichnen.

Mit über 28’000 Hospitalisierungen waren die affektiven Störungen, im Speziellen die Depressionen, die häufigsten psychischen Erkrankungen und so zahlreich wie nie zuvor. Insgesamt kamen in den Geburtsabteilungen der Spitäler und Geburtshäuser mehr als 86’000 Kinder zur Welt, davon über 28’000 per Kaiserschnitt, was 33 Prozent entspricht.

Magnetresonanztomographen sind gefragt

2016 standen den Schweizer Spitälern 188 Magnetresonanztomographen (MRT) zur Verfügung, mit denen durchschnittlich 3200 Untersuchungen pro Gerät durchgeführt wurden. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme der Geräte um 3 Prozent. 17 Prozent dieser MRT-Geräte standen in den Universitätsspitälern und 65 Prozent in den Spitälern der Zentrumsversorgung. Durchschnittlich wurden mit einem MRT in den Schweizer Krankenhäusern pro Tag 8,8 Untersuchungen getätigt, wovon 7,6 mit ambulanten Tarifen verrechnet wurden.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Computertomographen (CT) mit jeweils 11,6 Untersuchungen pro Tag und einem ambulanten Anteil von 60 Prozent. Die 205 CT-Scanner kamen in den Schweizer Spitälern 870’914-mal zum Einsatz. Dies ergibt eine Rate von 98,6 CT-Untersuchungen pro 1000 Einwohner. Im Bereich der bildgebenden Verfahren wurden weitere 28 PET-Scanner (Positronen-Emissions-Tomographie), 143 Angiographie-Geräte und 63 Gamma-Kameras gezählt.

In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl der MRT mit 23 Prozent am stärksten gestiegen, gefolgt von den PET-Scannern (17%), den Dialysegeräten (11%) und den CT-Scannern (8%). Bei anderen Geräten wurde im gleichen Zeitraum ein Rückgang verzeichnet: bei den Gamma-Geräten um 18 Prozent, bei den Lithotriptor-Geräten um 9 Prozent und bei den Angiographie-Geräten um 5 Prozent.

Statistiken der Spitäler und Geburtshäuser des Bundesamtes für Statistik

  • Die Krankenhausstatistik wird aufgrund von Administrativdaten der Spitäler und Geburtshäuser erstellt, die Auskunft geben über die strukturelle Organisation (Anzahl Standorte, Rechtsform, Leistungsangebot), vorhandene Infrastruktur (Bettenbestand, medizintechnische Geräte), Personal, Finanzbuchhaltung und Betriebsrechnung.
  • Die medizinische Statistik der Krankenhäuser stützt sich auf soziodemografische Informationen (Geschlecht, Alter, Wohnregion) sowie medizinische Daten (Diagnosen und Behandlungen) der behandelten Patientinnen und Patienten.
  • Die Patientendaten Spital ambulant enthalten soziodemografische Informationen (Geschlecht, Alter, Wohnregion) und Angaben zur verrechneten Einzelleistung der behandelten Patientinnen und Patienten im ambulanten Spitalbereich.

  

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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