CH: Schutzhülle erleichtert Herzschrittmacher-OPs

Herzschrittmacher mit Schutzhülle aus Zellulose (Foto: hylomorph-medical.com)

Faserige Membranoberfläche der ETHZ verhindert Bildung von Bindegewebe und Infektionen

Zürich (pte/21.11.2019/11:30) Eine neue Zellulose-Schutzhülle mit faseriger Membranoberfläche für Herzschrittmacher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) http://ethz.ch verhindert die Bildung von Bindegewebe rund um das Implantat. Wie die Forscher im Fachmagazin „Biomaterials“ berichten, sind erste Versuche mit Tieren bereits geglückt. Ziel ist es, OPs bei Patienten mit Herzschrittmachern künftig wesentlich zu vereinfachen. 

Alle fünf Jahre ein Eingriff

„Irgendwann muss jeder Herzschrittmacher ausgetauscht werden. Dazu ist ein chirurgischer Eingriff nötig, typischerweise nach rund fünf Jahren, wenn die Lebensdauer der Batterie zu Ende geht. Hat sich rund um den Herzschrittmacher bis dahin zu viel Bindegewebe gebildet, verkompliziert das den Eingriff“, sagt Aldo Ferrari, Senior Scientist sowohl in der Gruppe von ETHZ-Professor Dimos Poulikakos als auch an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt http://empa.ch . Die neue Schutzhülle verhindere das Risiko von Infektionen.

Mittlerweile ist die Membran patentiert, und Ferrari ist daran, sie gemeinsam mit Mitstreitern am Forschungszentrum Wyss Zurich, an der Universität Zürich und am Deutschen Herzzentrum Berlin zur Marktreife und zum Einsatz an Patienten weiterzubringen. Als Zwischenschritt auf dem Weg dorthin hat das Forscherkonsortium die Membran nun bei Schweinen erfolgreich getestet. Dazu implantierten die Wissenschaftler mehreren Schweinen jeweils zwei Herzschrittmacher, einen davon hüllten sie in die Zellulosemembran ein.

Membran nicht abgestoßen

Die Fachleute zeigen sich ob der praktischen Anwendbarkeit auch beim Menschen zuversichtlich. Nach der Versuchsdauer von einem Jahr haben die Körper der Schweine die neue Membran nicht abgestoßen. „Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn diese Toleranz ist eine zentrale Voraussetzung für Implantatmaterialien“, kommentiert Ferrari. Genauso wichtig sei es, dass die Membran ihren Zweck erfüllte: Das Bindegewebe, dass sich um sie bildete, war im Schnitt nur ein Drittel so dick wie bei nicht eingehüllten Herzschrittmachern.

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    Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Advanced Practice Nurse, akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Demenzberaterin, Direktorin im Haus Hetzendorf, Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

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