CH: Nationales Programm HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen um zwei Jahre verlängert

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Die Erarbeitung des Folgeprogramms des Nationalen Programms HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (NPHS) wurde im Frühling 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie sistiert. Der Bundesrat hat daher an seiner Sitzung vom 25. August 2021 das aktuelle NPHS um zwei Jahre bis Ende 2023 verlängert. Das NPHS soll die Zahl der Neuinfektionen senken und die gesundheitsschädigenden Folgen für die infizierten Personen minimieren.

Die Erarbeitung des Folgeprogramms des NPHS war im Frühling 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie sistiert worden. Die für die Arbeiten zuständige Abteilung Übertragbare Krankheiten des BAG sowie mehrere Stakeholder, allen voran die Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, mussten ihre Ressourcen ganz oder teilweise zur Bekämpfung der Covid-19 Pandemie einsetzen. Durch die zweijährige Verlängerung des NPHS kann die Erarbeitung des Folgeprogramms wiederaufgenommen werden. Dieses soll dem Bundesrat im Herbst 2023 zur Verabschiedung vorgelegt werden, damit es 2024 in Kraft treten kann.

Zahl der neuen HIV-Fälle stabilisiert

Seit der Lancierung des NPHS im Jahr 2011 hat sich die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Fälle bei deutlich unter 500 pro Jahr stabilisiert. Bei den anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) ist in der Schweiz wie im übrigen Europa weiterhin eine Zunahme der neu diagnostizierten Fälle zu verzeichnen. Dieser Anstieg ist jedoch hauptsächlich auf eine Ausweitung des Testens zurückzuführen.
Mit ihrem Programm ist die Schweiz in Übereinstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation und anderen internationalen Akteuren, die sich verpflichtet haben, STI zu reduzieren und die Aids-Epidemie bis 2030 zu beenden. Jede Ansteckung mit HIV, die verhindert werden kann, vermindert nicht nur das individuelle Leid, sondern auch die hohen Kosten für die Gesellschaft.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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