CH: Internationale Konferenz zur Praxisentwicklung erstmals in der Schweiz

6. Mai 2018 | News Schweiz | 0 Kommentare

Die Direktionen Pflege/MTT der Universitätsspitäler Bern, Basel und Zürich veranstalten unter dem Patronat des International Practice Development Collaborative die Enhancing Practice Conference vom 22.-24. August 2018 in Basel. Angesprochen sind Gesundheitsfachpersonen aus Führung, Forschung, Bildung, der klinischen Praxis und Politik, die sich im Besonderen mit der Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung beschäftigen und deren Anliegen die Gestaltung einer personenzentrierten Praxis und fördernden Arbeitsplatzkultur ist.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Konferenz:www.epc2018.org


Personenzentrierte Praxis im Gesundheitswesen schaffen

Praxisentwicklung ist eine Methodologie, um systematisch und kreativ Arbeitsplatzkulturen zu schaffen, wobei der Mensch als Person und Persönlichkeit im Zentrum steht. Dabei sind Werte, Lernen und Engagement für Nachhaltigkeit und Effektivität zentral. Die Kollaboration, Inklusion und Partizipation aller Betroffenen und Beteiligten und die Integration evidenzbasierten Wissens führt zu optimaler Gesundheitsversorgung.

Personenzentriert pflegen und therapieren – Bedeutung

Das Konzept der personenzentrierten Pflege basiert ursprünglich auf der klientenzentrierten Psychotherapie von Carl Rogers. Es wurde durch Tom Marris Kitswood (1902 – 1998) für die gerontologische Pflege spezifiziert und im angelsächsischen Raum durch Brendan McCormack und Tanja McCance (2010; 2017) als innovatives Konzept im Gesundheitswesen beschrieben und beforscht. Eine personenzentrierte Praxis zeichnet sich aus durch die Bildung und Förderung konstruktiver Beziehungen zwischen allen Dienstleistungserbringern und -nutzern sowie weiteren Menschen, welche für deren Leben von Bedeutung sind. Respekt vor den Menschen, dem individuellen Recht auf Selbstbestimmung, gegenseitigem Respekt und Verständnis sind zentrale Werte dieser Praxis. Dies wird ermöglicht durch Kulturen, welche Empowerment und kontinuierliche Ansätze zur Praxisentwicklung fördern (McCormack & McCance, 2017, S. 20).

Prinzipien der Praxisentwicklung

Zu den neun Prinzipien einer effektiven Praxisentwicklung gehört, dass eine personenzentrierte und evidenzbasierte Gesundheitsversorgung angestrebt wird, die sich durch positives menschliches Verhalten sowie durch eine menschenwürdige und effektive Arbeitsplatzkultur offenbart. Zudem richtet sie die Aufmerksamkeit auf diejenige Ebene, auf welcher die Gesundheitsversorgung angeboten und erlebt wird. Die kohärente Unterstützung der mittleren und oberen Führungsebenen ist bei der Umsetzung elementar. Praxisentwicklung integriert und unterstützt aktives, arbeits- und aufgabenbezogenes Lernen mit dem Fokus, Lernen in und von der Praxis zu ermöglichen und so Veränderungen zu bewirken. Dabei nutzt sie verschiedene Methoden des Lernens und integriert kreatives Denken und Handeln, um die kognitiven und emotionalen Energien zusammenzubringen. Sie integriert Evaluationsvorgehen, die immer inkludierend, partizipativ und kollaborativ sind. Die qualifizierte Begleitung (Facilitation) setzt dabei nahe am pflegerischen oder therapeutischen Geschehen an und richtet sich nach dem aktuellen Bedarf (McCormack et al., 2013). Praxisentwicklung ist demnach kein beliebiges Aneinanderreihen von Vorgehensweisen, sondern verpflichtet, die Praxis systemisch zu betrachten und wirksam zu verändern.

Artikel von: Kathrin Hirter, Dr. Irena Anna Frei

 

 

 

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)