CH: Impfberatung: Studien zur Rolle der Gesundheitsfachpersonen und ihrer Ausbildung

Impfung: Keine Chance für Gegner (Foto: pixabay.com/whitesession)

Bern, 24.06.2019 – Die Gesundheitsfachpersonen spielen eine zentrale Rolle bei der Impfberatung. Drei vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Auftrag gegebene und am 24. Juni 2019 in Bern präsentierte Studien haben ihre Tätigkeit in diesem Bereich analysiert. Sie zeigen, wie die Gesundheitsfachpersonen bei dieser Aufgabe gestärkt werden können, und schlagen eine Erweiterung ihrer Ausbildung vor. Nichtärztliche Gesundheitsfachpersonen äussern den Wunsch nach einer umfassenderen Ausbildung im Impfbereich. Zudem sollte das Bildungswesen Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie Pflegefachpersonen besser auf ihre Rolle als Impfberaterinnen und Impfberater vorbereiten, indem es ihre Kommunikationskompetenz vermehrt fördert.

Die Studien wurden im Rahmen der Nationalen Strategie zu Impfungen durchgeführt, die den Impfschutz der Bevölkerung vor vermeidbaren Krankheiten erhöhen soll. Die erste Studie befasste sich mit den Kenntnissen und Haltungen gegenüber Impfungen in Gesundheitsberufen, die zweite Studie analysierte die entsprechende Schulung in den verschiedenen Bildungsgängen, und die dritte Studie untersuchte die Gesundheitskompetenzen der Bevölkerung.

Ärzte und Apotheker

Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker werden von der Bevölkerung als die glaubwürdigsten Informationsquellen im Impfbereich erachtet. In diesen Berufen sind die Kenntnisse tatsächlich am umfassendsten.

Das Bildungswesen konzentriert sich jedoch heute in diesen Studiengängen hauptsächlich auf die Vermittlung von medizinischem und wissenschaftlichem Wissen. Dieses Wissen ist zwar unerlässlich, aber es wäre wünschenswert, daneben auch die Beratungs- und Kommunikationskompetenzen vermehrt zu fördern. Die Studierenden müssen sich während ihres Studiums auf das Gespräch mit Patientinnen und Patienten vorbereiten und sich mit den Gesprächstechniken vertraut machen können. So sind sie besser in der Lage, Fragen zu beantworten, die ihnen in der Berufspraxis gestellt werden.

Nichtärztliche Gesundheitsfachpersonen

Zudem muss in den Bildungsgängen nichtärztlicher Gesundheitsfachpersonen, wie Hebammen oder –Mütter- und Väterberater/-innen, die Schulung im Impfbereich ergänzt und ausgebaut werden. Heute ist die Zeit zu knapp bemessen, die während der Ausbildung dem Thema Impfungen gewidmet wird. Die nichtärztlichen Gesundheitsfachpersonen äussern selbst den Wunsch nach mehr Information: Ein Viertel von ihnen möchte ergänzende Angebote nutzen können.

Es ist wichtig, die Ausbildung der nichtärztlichen Gesundheitsfachpersonen weiterzuentwickeln. Diese stehen häufig in direktem Kontakt zu Eltern und Patientinnen und Patienten und sind somit gut positioniert, um ihnen die Empfehlungen zu erläutern. Indem sie sich selbst impfen lassen, senken sie zudem das Risiko, Keime auf anfällige Patientinnen und Patienten zu übertragen und tragen so zu deren Schutz bei.

Information der Bevölkerung

Die Weiterentwicklung der Ausbildung von Gesundheitsfachpersonen muss mit einer guten Information der Bevölkerung einhergehen. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Wissensstand und der Einstellung zu Impfungen. Personen mit überdurchschnittlichen Kenntnissen zu Impfungen befürworten diese zu 89%.

Weiterentwicklung der Bildung

Um den von den Studien aufgezeigten Erwartungen zu entsprechen, prüft das BAG mit den zuständigen Stellen auf Bundes- und Kantonsebene, welche Arten von Schulungen für welche Zielgruppen eingeführt werden könnten.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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