CH: Covid-19: Bund erweitert Abwassermonitoring auf über 100 Kläranlagen

Die Überwachung des Abwassers ist ein effizientes und zuverlässiges Instrument, um die Verbreitung von Sars-CoV-2 in der Bevölkerung schnell und grossflächig abzubilden. Bisher waren sechs Kläranlagen Teil eines Forschungsprojekts der Eawag, EPFL und ETHZ. Aufgrund der Erkenntnisse aus diesem Projekt wurde nun ein nationales Überwachungssystem etabliert, das neu über 100 Kläranlagen umfasst. Damit ist die Überwachung der Virenlast und der zirkulierenden Varianten zeitnah zu beobachten. Das Abwassermonitoring ist damit ein wichtiger Pfeiler der Überwachung der epidemiologischen Lage.

Während das Pandemiegeschehen in der Schweiz gegenwärtig abklingt, bleibt die Überwachung der epidemiologischen Lage weiterhin wichtig. Das Abwassermonitoring ist ein effizientes Werkzeug zur Überwachung der Virenlast und der zirkulierenden Varianten in der Bevölkerung. Es liefert schnell und grossflächig verlässliche Daten, was insbesondere angesichts der sinkenden Anzahl durchgeführter Covid-19-Tests relevant ist.

Bisher wurden Proben aus sechs Kläranlagen ausgewertet. Nun hat das BAG das Netz ausgebaut: Seit Februar 2022 umfasst das schweizweite Abwassermonitoring von Sars-CoV-2 über 100 Kläranlagen, die zwei bis sechs Mal pro Woche Proben liefern. Sie decken ca. 70% der Bevölkerung der Schweiz ab. Bei der Auswahl der Standorte wurde sichergestellt, dass auch grosse Tourismusorte abgedeckt sind. Damit können auch mögliche neue Varianten zeitnah detektiert werden.

Die gesammelten Daten werden fortlaufend ausgewertet und ab Juni 2022 öffentlich zugänglich sein. Das Monitoring wird in der vorliegenden Form vorerst bis Ende 2022 weitergeführt. Eine Verlängerung bis Ende 2023 ist erwünscht. Diese Möglichkeit wird derzeit geprüft.
Das Überwachungssystem basiert auf den Erkenntnissen des Abwassermonitorings, das Eawag und EPFL in Zusammenarbeit mit der ETHZ seit Frühjahr 2020 entwickelt haben.

Dieses Forschungsprojekt wurde durch das BAG finanziert. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Viruslast und Zusammensetzung der Virusvarianten im Abwasser das Infektionsgeschehen in der Bevölkerung gut abbilden.

Weitere Pfeiler der Überwachung der epidemiologischen Lage sind das obligatorische Meldesystem (Fallzahlen, Tests, Positivitätsrate), das Sentinella-Meldesystem, Stichproben in verschiedenen Bevölkerungsgruppen und die Überwachung der Virenvarianten durch Sequenzierung.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)