CH: AstraZeneca und docdok.health: Neue digitale Lösung zur Behandlung von Atemwegserkrankungen

17. Juli 2022 | News Schweiz | 0 Kommentare

Mit Digitalen Lösungen, die Angaben der Patient:innen in Echtzeit erlauben, wird die Asthmakontrolle verbessert: Ein frühzeitiges Eingreifen wird möglich.

AstraZeneca und das schweizerisch-israelische Startup-Unternehmen docdok.health entwickeln gemeinsam eine neue digitale Lösung, mit der sich der Asthma-Status von Patient:innen in Echtzeit beobachten lässt. Auf diese Weise sollen kritische Situationen erkannt und unmittelbar an den behandelnden Arzt gemeldet werden.

Die digitale Lösung basiert auf der App Velaria DTx, welche direktes Feedback des Patienten mit automatisch erhobenen Real-World-Daten zusammenführt, wie beispielsweise Informationen über die Luftqualität in der Umgebung des Patienten.

Weltweit leiden mehr als 550 Millionen Menschen an Atemwegserkrankungen und belasten die Gesundheitssysteme wirtschaftlich erheblich. Aktuell basiert die Behandlung dieser Atemwegserkrankungen auf den Angaben des Patienten am Tag des Arztbesuchs. Diese können zu einer ungenauen Bewertung des Gesundheitszustands des Patienten führen. Dies wiederum kann unangemessene medizinische Massnahmen und eine hohe Inzidenz von unsachgemässem Gebrauch von Inhalatoren durch die Patienten zur Folge haben, einschliesslich von Schwankungen in der Dosierung und der Compliance.

Dr. Ulrich Mühlner, CEO und Mitbegründer von docdok.health: „Ein fehlerhafter Inhalator-Gebrauch ist eine der wichtigsten Ursachen dafür, dass viele Patienten über Unwirksamkeit ihrer Therapie klagen, und die Therapie-Treue abnimmt. docdok.health möchte das Leben der Patient:innen und den Behandlungserfolg durch personalisierte digitale Lösungen verbessern, welche die vom Patienten zur Verfügung gestellten Gesundheitsdaten nutzen.“ Dr. Yves Nordmann, CMO und Mitbegründer von docdok.health, fügt hinzu: „Die Tatsache, dass wir bei der Entwicklung von neuen digitalen Lösungen für chronische Atemwegserkrankungen mit AstraZeneca zusammenarbeiten können, bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, gemeinsam die Lebensqualität von Asthma-Patient:innen zu verbessern.“

Ohad Goldberg, nationaler President von AstraZeneca in Israel: Mit dieser Kollaboration wollen wir die Zukunft der Therapie chronischer Atemwegserkrankungen verändern. Für die Entwicklung neuer und innovativer Instrumente ist es wichtig, mit Startups im Bereich der digitalen Gesundheit zusammen zu arbeiten. Dies und die Fortschritte bei der Behandlung werden die Perspektive für die Patient:innen dramatisch verbessern. Wir begrüssen die Partnerschaft mit docdok.health und hoffen, dass uns die neue digitale Lösung dabei helfen wird, die Behandlung von Asthma voranzubringen – welches die Lebensqualität wesentlich beeinträchtigen kann und eine grosse finanzielle Belastung für die Gesundheitssysteme weltweit darstellt.“

Die beiden Unternehmen werden bei einer klinischen Studie am Sheba Hospital in Israel kollaborieren, gefolgt von einer Beobachtungsstudie am Universitätsspital Zürich. Die erste Phase der Studie soll Ende des dritten Quartals 2022 abgeschlossen sein. Auf Grundlage der Erfahrungen aus diesen Studien werden die Unternehmen weitere Möglichkeiten der Kollaboration eruieren, um die Behandlung von Menschen mit Asthma und auch die Therapie in weiteren Krankheitsgebieten wie beispielsweise COVID-19 zu verbessern.

Velaria DTx – Eine neue digitale Lösung, welche die Behandlung von Atemwegserkrankungen verbessern soll

docdok.health hat ein digitales System für die auf den individuellen Patienten abgestimmte Therapie von Atemwegserkrankungen entwickelt: Velaria DTx. Das System soll mit Hilfe von verschiedenen vom Patienten zur Verfügung gestellten Gesundheitsdaten und digitalen Biomarkern die Therapie und das therapeutische Ansprechen verbessern sowie Situationen vorhersagen und vermeiden, in denen sich der Zustand des Patienten vermutlich verschlechtert. Es überwacht den Patienten objektiv, ermöglicht es ihm/ihr, eigene Informationen wie beispielsweise die persönliche Wahrnehmung des Gesundheitszustands einzubringen, und erlaubt auch die Information des behandelnden Arztes, sollte es wesentliche Änderungen geben.

Velaria DTx integriert Daten und ermöglicht so eine vermehrt datengestützte Überwachung des Asthmas des Patienten sowohl durch den Arzt als auch durch den Patienten selbst. Die Patienten erhalten eine mobile App, die mit ihrer Einwilligung objektive Daten beispielsweise zur Luftqualität sowie zu Symptomen und körperlicher Aktivität sammeln kann. Darüber hinaus ermöglicht die App auch die Erhebung von subjektiven Informationen über den Zustand des Patienten anhand von Fragebögen. Auf Grundlage der gesammelten Daten kann das System den Zustand des Patienten besser beurteilen und hilft, Asthma-Exazerbationen vorzubeugen. Ebenso ermöglicht es dem Arzt, seine Patienten besser zu unterstützen.

Die Kooperation zwischen docdok.health und AstraZeneca wurde im Rahmen der ersten Ausgabe des PlayBeyondBio-Programms 2020 initiiert. Dieses Programm, das in Partnerschaft von AstraZeneca, JVP, der Margalit Startup City Community, dem Kahn Sagol Maccabi Research and Innovation Institute, Microsoft for Startups, Cisco und dem Shaare Zedek Hospital durchgeführt wird, bietet Startups im Bereich der digitalen Gesundheit ein Mentorenprogramm, Zugang zu Ressourcen und Erfahrung sowie Möglichkeiten, direkt mit führenden weltweiten Stakeholdern zusammenzuarbeiten, um so die Vision des Unternehmens zu schärfen, potentielle Märkte zu identifizieren, Marketingbotschaften zu formulieren und Technologien zu integrieren. Das Programm ist Bestandteil von A.Catalyst, einem weltweiten Netzwerk von Health-Innovation-Hubs, das AstraZeneca an mehr als 20 Standorten auf der ganzen Welt unterhält, um die nächste Generation von innovativen Gesundheitslösungen zu identifizieren und zu entwickeln.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)