AT: Zweijähriges Bestehen des Pflegeinformationszentrums

In der Bibliothek der Donau-Universität Krems (Foto: Walter Skokanitsch)

Das „Evidenzbasierte Informationszentrum für Pflegende“, angesiedelt am Zentrum Cochrane Österreich an der Universität für Weiterbildung Krems, startete vor zwei Jahren seinen Betrieb. Seither recherchiert ein Team wissenschaftlicher Mitarbeiter_innen zu pflegerelevanten Fragen. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite ebninfo.at veröffentlicht, welche mit einem neuen Design, einer Mediathek mit Videos sowie einer erweiterten Suchfunktion ausgestattet wurde.

Seit Oktober 2019 startete das Evidenzbasierte Informationszentrum für Pflegende in den Regelbetrieb. Pflegepersonen haben die Möglichkeit Fragen zur Behandlung, Betreuung oder den Umgang mit Patient_innen an das Informationszentrum zu stellen. So wurde zum Beispiel bereits geklärt, welche Effekte der Einsatz von Anti-Thrombose-Strümpfen hat, ob eine antiseptische Mundspülung hilft um eine Übertragung von COVID-19 zu verhindern oder auch, ob eine therapeutische Berührung die Angst vor einer Operation verringern kann. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen des Evidenzbasierten Informationszentrums für Pflegende, gefördert vom NÖGUS, recherchieren den aktuellen Stand der Wissenschaft zu den Themen.

„Das Evidenzbasierte Informationszentrum für Pflegende unterstützt seit zwei Jahren Pflegekräfte bei ihrer Arbeit. Mithilfe wissenschaftsbasierter Antworten können geeignete Pflegemaßnahmen gesetzt, Risiken vermieden und die Versorgungsqualität gesteigert werden“, betont NÖGUS-Vorsitzender Dr. Martin Eichtinger.

Internetseite im neuen Design

Vor kurzem wurde die Internetseite adaptiert. „Auf Wunsch unserer Nutzerinnen und Nutzer haben wir die Suchfunktion auf das Ärzteinformationszentrum erweitert, da sich thematische Überschneidungen mit diesem Service wie z. B. Entfernung von zentralnervösen Kathetern oder Antithrombosestrümpfe ergeben“, erläutert Martin Fangmeyer, BScN MScN, der Leiter des Informationszentrums für Pflegende.

Der Dienst des Pflegeinformationszentrums wird von Pflegekräften sehr gut genutzt. „Mittlerweile haben rund 100 Personen die Rapid Reviews, rasch erstellte Evidenzsynthesen, zu Pflegethemen per Mail abonniert. Die Tweets auf Twitter verzeichnen durchschnittlich zwischen 500 und 700 Views und die Liste an Publikationen wächst“, so Mag. Ana Toromanova, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Pflegeinformationszentrum.

Evidenzbasierte Antworten liefern

Für die Recherche werden internationale wissenschaftliche Datenbanken systematisch nach aktuellen Studien gesucht. Dabei werden oft mehr als 700 Studien gescreent. Im nächsten Schritt erfolgt eine Einschätzung, wie wichtig die einzelnen Studien für die Beantwortung der Fragestellung sind. Dafür werden die betreffenden Studien nach ihrer Aussagekraft bewertet. Die Studienergebnisse werden zusammengeführt und die Anfrage wird mit Blick auf Patient_innensicherheit und Versorgungsqualität beantwortet. Insgesamt dauert die Beantwortung einer Frage damit rund 100 Stunden, oft auch länger. Die Ergebnisse sind für alle Interessierten auf der Internetseite ebninfo.at kostenfrei nachzulesen.

Pflegepersonal unterstützen

„In Niederösterreich ist es uns ein großes Anliegen, dass sich das Pflegepersonal in seiner täglichen Arbeit gut beraten und begleitet fühlt. Das Pflegeinformationszentrum ist eine professionelle Anlaufstelle und unterstützt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun schon seit zwei Jahren mit wissenschaftlichen Antworten bei der Bewältigung unterschiedlicher Herausforderungen im Bereich der Pflege und Betreuung“, erklärt dazu Sozial-Landesrätin Mag. Christiane Teschl-Hofmeister.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)