AT: Zukunft Gesundheit: Technologien der Zukunft bieten Chancen und Perspektiven

Eventreihe „Zukunft Gesundheit“ wird zur Gesundheitsplattform

v.l.n.r.: Conny KREUTER, Moderation; Ao. Univ. Prof. Dr. Harald KITTLER, Universitätsklinik für Dermatologie, MedUni Wien; Dr. Birgit TAUBER, Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft; Univ. Prof. Dr. Thomas BEYER, PhD, MBA, Medizinische Physik & Biomedizinische Technik, MedUni Wien; Univ.-Prof. Dr. Bernhard SCHWARZ, Karl Landsteiner Gesellschaft; (virtuell zugeschaltet und daher nicht auf diesem Gruppenbild: Univ.-Prof. Mag. Dr. Markus HENGSTSCHLÄGER; Zentrum für Pathobiochemie und Genetik, MedUni Wien) Fotocredit:Zukunft Gesundheit/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Am 11. Mai fand die Neuauflage der Eventreihe „Zukunft Gesundheit“ statt. Zum Thema der aktuellen Ausgabe: „Zukunftstechnologien im Gesundheitswesen: Perspektiven und Chancen für Arzt und Patient“ diskutierten hochrangige Vertreter aus Medizin und Wissenschaft. „Zukunft Gesundheit“ soll künftig nicht nur als Veranstaltungsreihe sondern als Plattform Platz für zukunftsorientierte Gesundheitsthemen bieten.+++

Die Eventreihe „Zukunft Gesundheit“ existiert bereits seit mehr als zehn Jahren (seit 2011). Bis 2020 haben 21 Veranstaltungen stattgefunden. Im Zuge eines Relaunches nach einer COVID-bedingten Unterbrechung wurde eine neue Marke kreiert und das Profil des Projektes erweitert. „Zukunft Gesundheit“ soll zukünftig nicht mehr nur eine Vortragsreihe sein, sondern als Plattform für medizinisch-wissenschaftliche Themen verankert werden. Als medizinisch-wissenschaftliche Institution ist es der Karl Landsteiner Gesellschaft ein großes Anliegen, die Zukunft der Gesundheit mitzugestalten. Wir freuen uns daher, dass wir mit der Neuauflage von Zukunft Gesundheit eine Plattform schaffen, um die wirklich wichtigen Fragen des Gesundheitssystems diskutieren und spannende Themen beleuchten zu können“, hebt Univ.-Prof. Dr. Bernhard Schwarz, Präsident der Karl Landsteiner Gesellschaft hervor. Um dem Zeitgeist zu entsprechen, können über Soziale Medien wie Instagram alle Aktivitäten rund um die Plattform „Zukunft Gesundheit“ mitverfolgt sowie aktiv daran teilgenommen werden.

Hochrangig besetzte Podiumsdiskussion

Den Neustart von „Zukunft Gesundheit“ bildete eine Podiumsdiskussion mit einleitenden Impulsreferaten. Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger, Leiter des Zentrums für Pathobiochemie und Genetik von der MedUni Wien, gab einen Überblick über Trends, Vision und Ethik vor allem im Zusammenhang mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz/KI im Bereich Genetik. Technologien sind per se nicht „gut“ oder „böse“, sondern nur das, was der Mensch damit und daraus macht. Auch mit einem Messer kann man nicht nur Brot schneiden, sondern Menschen verletzen. Regeln die den Umgang klären, sind daher ganz wichtig. Wir müssen uns als Gesellschaft fragen, was wir wollen und darauf aufbauend muss die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schaffen um die Technologie auch zielführend einsetzen zu können.“, betonte der Experte.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Beyer, PhD, MBA vom Zentrum für Medizinische Physik & Biomedizinische Technik von der MedUni Wien, sprach über KI-gestützte Molekulare Bildgebung in der Onkologie: Die KI-gestützte molekulare Bildgebung wird den Menschen nicht ersetzen, sondern unterstützen. Denn die Maschinen brauchen den Menschen. Für den breiten Einsatz müssen wir neben der Forschung noch Antworten auf offene Fragen liefern wie zB: Wie gehen wir mit den trainierten Algorithmen um? Wie gehen wir mit der Umsetzung von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen um, damit es zur Unterstützung und Erstattung kommt.“, so Dr. Thomas Beyer.

Über die Hautkrebsdiagnose der Zukunft referierte der Dermatologe Univ.-Prof. Dr. Harald Kittler: Wir brauchen Künstliche Intelligenz für die enorme Wissensexplosion, die wir in den letzten Jahren erlebt haben. Wir brauchen sie für die Triage von Big Data. Nur so können wir das Wissen auch an die Menschen bringen und die Arbeitslast der ExpertInnen minimieren. Von diesen dann freiwerdenden Ressourcen profitieren die PatientInnen, die mehr Zeit im ärztlichen Gespräch finden“, erklärte Dr. Kittler. Hier stimmte auch Dr. Birgit Tauber von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft ein: „Künstliche Intelligenz dominiert alle Branchen der Forschung und wird speziell als „guter Freund der Diagnostiker“ fix verankert werden.“ Dr. Tauber sprach auch über den Stellenwert von Start-Ups im österreichischen Health Care Bereich: „Starts-Ups sind generell ganz wichtige Technologie-Treiber. In Österreich sind rund 920 Life Science Unternehmen tätig, die sich mit Health Care Technologien beschäftigen. Sie tragen enorm zu neuen Entwicklungen bei, denn rund 50 Prozent des jährlich generierten Umsatzes – derzeit ca. 22 Milliarden Euro – wird in Forschung reinvestiert.

Unisono waren sich die Experten zur Forschungslandschaft in Österreich einig, dass diese sehr vielfältig sei. Trotzdem solle es Österreich nicht versäumen, weiter in den „Forschungsstandort Österreich“ zu investieren, um potenzielle Wissenschaftler nicht dazu zu veranlassen, sich außerhalb Österreichs niederzulassen. Bedarf sehen die Experten auch beim Übergang von Forschung in die gängige Praxis. Hier brauche es mehr Mut und Unterstützung von Seiten der Politik um beispielsweise neuere Technologien aber auch innovative Medikamente schneller zu den Patienten kommen zu lassen.

ExpertInnen am Panel der Podiumsdiskussion der 22. Ausgabe von Zukunft Gesundheit (alphabetische Reihung):

  • Univ. Prof. Dr. Thomas BEYER, PhD, MBA
    Medizinische Physik & Biomedizinische Technik, MedUni Wien
  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Markus HENGSTSCHLÄGER
    Zentrum für Pathobiochemie und Genetik, MedUni Wien
  • Ao. Univ. Prof. Dr. Harald KITTLER
    Universitätsklinik für Dermatologie, MedUni Wien
  • Univ.-Prof. Dr. Bernhard SCHWARZ
    Karl Landsteiner Gesellschaft
  • Dr. Birgit TAUBER
    Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft

„Zukunft Gesundheit“ nach COVID-Pause im neuen Licht

„Zukunft Gesundheit“ wurde ursprünglich von der Karl Landsteiner Gesellschaft sowie dem Pharmaunternehmen MSD initiiert und war anfangs als Eventreihe geplant. Warum der Relaunch von „Zukunft Gesundheit“ und die damit verbundene Umwandlung in eine Plattform nötig wurden, fasst Mag. Sigrid Haslinger, Director Market Access, Policy & Communication von MSD Österreich zusammen: „Die Herausforderungen im österreichischen Gesundheitssystem sind vielfältig. Es reicht nicht aus, nur ad-hoc oder anlassbezogen die Zukunft des Gesundheitswesens zu diskutieren. Entwicklungen müssen antizipiert und ExpertInnen gehört werden. Zukunft Gesundheit versteht sich als Vorreiter und Dialogplattform für zukunftsgerichtete Entwicklungen. Diese frühzeitig zu diskutieren bedeutet, sich auf die Zukunft vorzubereiten – oder zumindest bestmöglich einstellen zu können. Die neu geschaffene Plattform „Zukunft Gesundheit“ wird hier einen Beitrag leisten.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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