AT: Widersprüchliche Auskünfte für Einreise aus Kroatien: vidaflex warnt vor neuerlichem Chaos in 24-Stunden-Betreuung

22. Juli 2020 | News Österreich | 0 Kommentare

Wien (OTS) – „Das Chaos ist vorprogrammiert. Die 24-Stunden-Betreuerinnen aus Kroatien bekommen völlig unterschiedliche Auskünfte, wenn es um die Einreise nach Österreich geht, um ihren Jobs nachzugehen. Keiner weiß, ob sie nun einen negativen Covid-Test brauchen oder nicht“, sagt Christoph Lipinski von vidaflex, der Gewerkschaftsinitiative für EPUs und Neue Selbständige: „Die Wirtschaftskammer Österreich und deren Außenstelle in Kroatien widersprechen dem zuständigen Ministerium in Österreich, und am Ende wird die Sache auf dem Rücken der BetreuerInnen, der zu betreuenden Personen und deren Familien ausgetragen. Das kann nicht sein.“

Auf Anfrage von vidaflex an das Sozialministerium heißt es nämlich, dass die rund 10.000 kroatischen 24-Stunden-BetreuerInnen bei ihrer Einreise nach Österreich einen negativen Covid-19-Test benötigen. Es wird nur ein PCR-Testergebnis anerkannt, das auf Englisch übersetzt ist. Dieser Test kann in Kroatien oder Österreich gemacht werden. „In Österreich dauert die Auswertung laut Auskunft des Sozialministeriums allerdings teilweise bis zu fünf Tage. In dieser Zeit wäre die Betreuerin dann in Quarantäne, könnte nicht arbeiten und bekommt für diese Zeit in Österreich auch kein Geld“, sagt Andreja Grabovac, vidaflex-Sprecherin der kroatischen 24-Stunden-BetreuerInnen.

Die Wirtschaftskammer Österreich antwortete auf Anfrage von vidaflex hingegen, dass PersonenbetreuerInnen aus Kroatien ohne Covid-Test und Quarantäne nach Österreich einreisen dürfen. „Das ist aber eine ganz andere Information als die vom Sozialministerium und es kennt sich überhaupt niemand mehr aus. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich eine gemeinsame Strategie mit den zuständigen Interessenvertretern der 24-Stunden-Betreuung auszuarbeiten“, so vidaflex-Experte Lipinski, der sonst Zustände wie in der Zeit des Corona-Lockdowns befürchtet: „Der erneute Kollaps in der 24-Stunden-Betreuung steht vor der Tür.“

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)