AT: Welttag des Schlaganfalls: Warnsignale ernst nehmen

Schlaganfall Stroke
(C) waldemarus

Alle 26 Minuten erleidet ein Mensch in Österreich einen Schlaganfall. Häufig sind schwerwiegende und dauerhafte Behinderungen die Folge.

Wien (OTS) – Je schneller die gezielte Behandlung beginnt, desto höher sind die Chancen, wieder ganz gesund zu werden. Und das ist am besten in einer spezialisierten Stroke Unit möglich, wie sie das Göttlicher Heiland Krankenhaus in Wien anbietet.

Der Welttag des Schlaganfalls am 29. Oktober ruft es deutlich in Erinnerung: Der Schlaganfall ist die häufigste Erkrankung, die zu einer dauerhaften und schwerwiegenden Behinderung führt. Und es kann jeden von uns treffen, von einer Sekunde auf die andere. Jüngstes prominentes Beispiel: Schauspielstar und Bestsellerautor Joachim Meyerhoff (51), der vor kurzem seine dramatischen Erfahrungen nach einem Schlaganfall in Buchform publik machte. Was wirklich zählt ist rasche Hilfe. Denn nur wenn die Behandlung innerhalb von vier Stunden beginnt, ist eine vollständige Heilung möglich. Daher der wichtigste Tipp der Experten: keine Zeit verlieren!

Warnsignale ernst nehmen

Warnsignale sind etwa Sehstörungen, die Lähmung eines Beines, Armes oder einer Körperhälfte und auch Schwierigkeiten beim Sprechen. Beim Auftreten von Symptomen dieser Art gilt es, sofort die Rettung zu rufen und sich in eine Stroke Unit – also eine Spezialeinheit für Schlaganfälle – bringen zu lassen. Denn jede ungenützte Minute bedeutet den massenweisen Tod von Gehirnzellen und führt zu irreversiblen Schäden. Und die können von Sprach- und Sehstörungen bis zu halbseitiger Lähmung und Demenz reichen.

„Praktisch täglich bringt die Wiener Rettung, mit der wir eng zusammenarbeiten, einen Schlaganfall-Patienten oder eine Schlaganfall-Patientin zu uns in die Stroke Unit“, berichtet Prim. Univ. Prof. Dr. Wolf Müllbacher, Vorstand Neurologie im Göttlicher Heiland Krankenhaus. Ein Spezialteam aus Neurologen, Radiologen, speziellen Pflegefachkräften und Therapeuten steht bereit und kann umgehend mit einer maßgeschneiderten Therapie und der begleitenden Früh-Rehabilitation beginnen. Die notwendige Computertomographie (CT), MRT, Ultraschall-untersuchungen und Labor-Analysen sind rund um die Uhr möglich. „Die ebenso wichtige Akutnachbehandlung und Neurorehabilitation erfolgt bei uns sofort. Unser Vorteil ist, dass Patienten von der ersten Minute an nahtlos von Spezialisten betreut werden – bis hin zur Logo-, Ergo- und Physiotherapie. Das bringt eine schnellere Genesung, weniger Folgeschäden und bessere Heilungschancen“, so Neurologie-Vorstand Müllbacher. Sofern möglich wird versucht, das Gerinnsel medikamentös vollständig aufzulösen (Thrombolyse). Neben der medikamentösen Behandlung steht uns heute auch die mechanische Entfernung des Gerinnsels (Thrombektomie) zur Verfügung.

Top-Betreuung für ältere Menschen

Gerade die Akutmedizin für ältere Menschen – eine stetig wachsende Bevölkerungsgruppe – steht im Göttlicher Heiland Krankenhaus im Fokus. Hier werden österreichweit die ältesten Patienten nach einem Schlaganfall versorgt. „Betagte Patienten sind sehr anfällig. Sie leiden meist an mehreren Krankheiten und genesen langsamer. Auf die Versorgung älterer Menschen spezialisiert, gelingt es in der Neurologie unseres Hauses, die Heilungschancen nach einem Schlaganfall sehr zu steigern. Verweildauer und Komplikationsrate dieser Patientengruppe sind nicht höher als bei jungen Menschen“, so Neurologie-Vorstand Müllbacher. Bei über 75-jährigen ist immerhin jeder Zehnte von einem Schlaganfall betroffen.

„Höheres Alter oder genetische Vorbelastung lassen sich zwar als Risikofaktoren nicht beeinflussen, sehr wohl aber kann man auf anderer Ebene ansetzen, um die Gefahr zu minimieren, selbst einen Schlaganfall zu erleiden“, betont Müllbacher. Die beste Möglichkeit der Prävention ist ein gesunder Lebensstil. Das reicht von gesunder, ausgewogener Ernährung mit genügend frischem Obst und Gemüse bis zur Reduktion von fett- und zuckerhaltigen Lebensmitteln. Auch das Gewicht zu reduzieren hilft, einem Schlaganfall vorzubeugen. Stressabbau und ausreichend Bewegung sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind weitere wichtige Tipps.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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