AT: Welttag des Schlaganfalls: Bei Verdacht ist rasche Hilfe lebenswichtig!

Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für eine Behinderung im Alter. Manche Folgen lassen sich vermeiden, wenn die Symptome erkannt werden und rasch die Rettung alarmiert wird.

Bitten Sie die Person, die Arme so nach vorne zu strecken, dass die Handflächen nach oben gerichtet sind. Bei einer Lähmung dreht sich der Arm nach innen, die Handfläche zeigt nach unten und sinkt ab. (c) Johanniter/Studeny

Ein Schlaganfall ist eine lebensbedrohliche Situation, bei der schnelle Hilfe unerlässlich ist. 25.000 Österreicher erleiden jährlich einen Schlaganfall, er stellt die dritthäufigste Todesursache dar. 1,4 Prozent der Männer und 1,9 Prozent der Frauen sterben daran, so die Österreichischen Schlaganfall-Gesellschaft (ÖGSF).

Viele Betroffene wie auch Angehörigen erkennen die Warnsignale nicht und rufen zu spät Hilfe.

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Wer die Symptome für einen Schlaganfall rechtzeitig erkennt und die Rettung alarmiert, kann helfen, schwere Folgeschäden zu vermeiden“, erklärt Dr. Gabi Lerche, stv. Chefärztin der Johanniter.

Symptome

Typische Symptome für einen Schlaganfall sind plötzlich auftretende Lähmungen, häufig ist eine Gesichts- oder gar eine Körperhälfte gelähmt. Es kann auch ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Arm, Bein oder Gesicht auf. Auch Kopfschmerzen, Schwindel, Sprach- und Sehstörungen können Hinweise sein, ebenso Konzentrationsstörungen oder Verwirrtheit. Die Beschwerden können isoliert, aber auch in Kombination auftreten.

Erste-Hilfe-Video

Wie man mithilfe des FAST-Test die Warnhinweise auf einen Schlaganfall überprüfen kann, erklären die Johanniter in diesem Erste-Hilfe-Video.

Sofort die Rettung alarmieren

So können Sie bei Verdacht auf Schlaganfall helfen:

  • unter der Nummer 144 sofort den Rettungsdienst alarmieren
  • den Betroffenen beruhigen
  • beengende Kleidung lockern
  • Person mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern
  • Ist der Betroffene bewusstlos, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden
  • Ist der Betroffene bewusstlos und atmet nicht (oder nicht normal), sofort reanimieren bis die Rettung eintrifft

Erste-Hilfe-Wissen auffrischen

Frischen Sie Ihr Erste-Hilfe-Wissen auf, um Ihren Angehörigen im Notfall helfen zu können! Die Johanniter bieten auch spezielle Erste-Hilfe-Kurse für Senioren, in denen eingehend auf Notfälle im Alter eingegangen wird.

Erste-Hilfe-Kurstermine finden Sie unter www.johanniter.at/kurse

FAST-Test hilft Symptome zu erkennen

Mit dem FAST-Test lässt sich schnell und einfach überprüfen, ob ein Schlaganfall vorliegt. FAST stammt aus dem Englischen und steht für Face, Arms, Speech, Time (Gesicht, Arme, Sprache, Zeit).

So prüft man die wichtigsten Anzeichen für einen Schlaganfall:

FACE: Bitten Sie die Person zu lächeln und dabei die Zähne zu zeigen. Hängt ein Mundwinkel herab?

ARMS: Bitten Sie die Person, die Arme so nach vorne zu strecken, dass die Handflächen nach oben gerichtet sind. Bei einer Lähmung dreht sich der Arm nach innen, sodass die Handfläche nach unten zeigt und sinkt ab.

SPEECH: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder ist die Aussprache undeutlich?

TIME: Wenn die Person mit einer der Aufgaben ein Problem hat, kann das ein Anzeichen für einen Schlaganfall sein. Zögern Sie nicht, alarmieren Sie sofort die Rettung unter 144 und schildern Sie die Symptome.

Markus Golla
Über Markus Golla 8058 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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