AT: Welttag der seelischen Gesundheit am 10.10.

Die NÖ Psychiatrie-Koordinationsstelle beim NÖGUS (NÖ Gesundheits- und Sozialfonds) will in den nächsten Jahren in ganz Niederösterreich Psychiatrie-Netzwerke auf Bezirksebene ausbauen und dort wo notwendig neue ins Leben rufen. Das erste Psychiatrie-Netzwerk startete am 4. Oktober mit einer erfolgreichen Tagung von rund 80 Experten in Mistelbach. Für das kommende Jahr stehen die Bezirke Amstetten, Tulln, Krems Stadt und Land zur Umsetzung an.

„Die Psychiatrie-Netzwerke sind ein weiterer Meilenstein in der psychosozialen Versorgung Niederösterreichs. Damit fördern wir die engmaschige Zusammenarbeit der Gesundheitsexpertinnen und -experten direkt in der Region. Und das trägt wesentlich dazu bei, dass Betroffene und deren Familien die beste Versorgung nahe am Wohnort erhalten. Herzlichen Dank an alle Expertinnen und Experten, die professionelle Hilfe in herausfordernden Lebenssituationen ermöglichen“, betont NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger.

In einem Psychiatrie-Netzwerk haben Expertinnen und Experten wie Psychiater, Psychotherapeuten, Psychologen, Therapeuten, Sozialarbeiter, Pflegeexperten sowie Organisationen im psychosozialen Bereich die Möglichkeit sich gegenseitig zu unterstützen, die Angebote der Netzwerkpartner in der Region kennenzulernen sowie sich über aktuelle Themen auszutauschen und in Arbeitsgruppen Kooperations- bzw. Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Mit regelmäßigen Treffen und Tagungen zu speziellen Themen wird die Netzwerkarbeit nachhaltig forciert. Auf Grund der Vernetzung der Angebote erhalten psychisch kranke Menschen und deren Familien leichter rasche Hilfe und Entlastung bei körperlichen, psychischen und sozialen Problemen.

Jeder 4. Niederösterreicher von einer psychischen Erkrankung betroffen

Jeder 4. Niederösterreicher benötigt im Laufe seines Lebens Unterstützung auf Grund einer belastenden Lebenssituation, z.B. Angst, Demenz, Depression, Sucht, Familienprobleme, Gewalterlebnisse. Psychische Erkrankungen belasten gleichermaßen die Patienten, Angehörige, das Gesundheitssystem, die Wirtschaft sowie den Arbeitsmarkt. Laut Studien sind ca. 10% bzw. rund 140.000 der Niederösterreicher depressiv. 2014 waren rund 15.000 Niederösterreicher auf Grund psychischer Probleme durchschnittlich 50 Tage arbeitsunfähig.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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