AT: Welt-Asthma-Tag 2021: Gib deiner Lunge eine Stimme!

Neue Kampagne hilft Menschen mit schlecht kontrolliertem Asthma beim Umgang mit ihrer Erkrankung

(C) Pic4u

Rund 5,8 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind von Asthma bronchiale betroffen. Davon leiden wiederum etwa fünf Prozent an einer schweren Verlaufsform (Eosinophiles Asthma). Asthma kann Betroffene im Alltag massiv einschränken, was die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Die Kampagne „Give-your-lungs-a-voice“ macht auf diesen Umstand aufmerksam und verfolgt das Ziel, die Gesundheitskompetenz und damit die Eigeninitiative von Asthmapatientinnen und -patienten zu fördern – speziell bei Menschen mit schwer kontrollierbarem Asthma.

Bei Asthma handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann. Sie ist nicht heilbar, jedoch – speziell mit neuen Behandlungsmethoden wie zum Beispiel Biologikatherapien – meist sehr gut behandelbar. Trotzdem erleben Menschen mit unkontrolliertem Asthma noch immer ein Martyrium, bevor sie eine entsprechende Diagnose und Therapie erhalten. Noch immer vergeht zu viel Zeit und es dauert oft Jahre, bis Patienten beim Lungenfacharzt oder im Asthmazentrum vorstellig und adäquat behandelt werden. Kortison, eingenommen mit einem Inhalationsgerät, ist nach wie vor ein Eckpfeiler in der Asthmatherapie. Kortison ist jedoch nicht gleich Kortison – und die Art der Verabreichung sowie die Dosis spielen eine große Rolle für Wirkung und Nebenwirkungen.

Schweres Asthma oft spät erkannt

Schweres und unkontrolliertes Asthma ist vor allem daran zu erkennen, dass es trotz Einhaltung einer maximal optimierten Therapie unkontrolliert bleibt oder sich sogar verschlechtert. Das kann die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Betroffenen fallen einfachste Tätigkeiten im Alltag, wie Treppen steigen schwer und ein normales Leben zu führen ist für sie meist nicht mehr möglich. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beeinträchtigen Betroffene zusätzlich. Umso mehr gilt es, anlässlich des Welt-Asthma-Tages 2021, das Hauptaugenmerk auf Patienten mit Asthma zu lenken. „Im Zuge bewusstseinsbildender Maßnahmen ist uns Lungenspezialisten die Forderung besonders wichtig, dass Menschen durch gute Versorgungsprozesse schneller einer für sie richtigen Therapie zugeführt werden, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pohl, Vorstand der Abteilung für Atem- und Lungenkrankheiten, Krankenhaus Hietzing.

COVID-Impfung auch für Asthma-Betroffene sinnvoll

Laut den Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie ist eine Impfung gegen Corona auch für AsthmatikerInnen geeignet, obwohl kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung vorliegt. Eine laufende Therapie mit Biologika bei schwerem Asthma muss für eine COVID-Impfung nicht unterbrochen werden, da es keinen Hinweis auf eine negative Beeinflussung oder Erhöhung des Impf-Risikos durch den Einsatz dieser modernen Behandlungsmethoden gibt.[1]

Kampagne „Give-your-lungs-a-voice“ will Aufmerksamkeit für Asthma schaffen und aufklären

Die Initiative „Give-your-lungs-a-voice“ („Gib deiner Lunge eine Stimme!“), die sich an Betroffene wie an deren Angehörige und Interessierte richtet, will Aufmerksamkeit für die Erkrankung Asthma schaffen und für das Thema sensibilisieren. Unter dem Link: https://www.atemwege.at/give-your-lungs-a-voice können umfangreiche Informationen über schweres Asthma abgerufen werden. Die Seite gibt einen Überblick über die Erkrankung, zeigt auf, wann man einen Lungenspezialisten aufsuchen sollte und was man selbst tun kann, um einer Verschlechterung (sogenannten Exazerbationen) vorzubeugen. Das Schöne an der Initiative ist der motivierende Charakter, um mündige Patienten zu aktivieren. Zahlreiche wertvolle Tipps im Umgang mit Asthma zeigen auf, was man als Betroffene/r selbst für einen Beitrag leisten kann“, betont Gundula Koblmiller, MSc. von der Patientenorganisation Österreichische Lungenunion. Die Maßnahmen, die Betroffene selbst zur besseren Asthmakontrolle treffen können, sind divers. An oberster Stelle steht natürlich der Rauchstopp. Zudem hilft es – neben Sport & Bewegung – Allergene zu vermeiden, Atemübungen zu machen sowie mit einem Peak-Flow-Meter die Atemfunktion zu Hause regelmäßig zu überprüfen. Der Vorteil: eine wesentlich bessere Lebensqualität.

Asthmasprays mit Kortison sind nach wie vor Eckpfeiler der Asthma-Therapie

Als Kortison werden umgangssprachlich Medikamente bezeichnet, welche die Funktion des Hormons Kortisol nachahmen, das der Körper auch selbst in der Nebenniere produziert. Kortison, eingenommen mit einem Inhalationsgerät ist mehr denn je ein Eckpfeiler der Asthmatherapie. Davon zu unterscheiden ist orales Kortison in Tablettenform. Eine konsequente Einnahme der inhalativen Kortisontherapie – einhergehend mit der richtigen Inhalationstechnik – führt zu einer optimalen Asthmakontrolle bei einem Großteil der Patienten. Bei einer Zunahme der Beschwerden und des Schweregrades muss jedoch eine weitere Untersuchung durchgeführt werden, um eine mögliche Biologikatherapie zu etablieren. Nur so können wir eine unnötige Therapie mit oralem Kortison vermeiden“, betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang PohlDie Anweisung des Lungenfacharztes zur korrekten Inhalationstechnik ist daher wichtig für den Therapieerfolg.

Über AstraZeneca

AstraZeneca ist ein globales, forschungsorientiertes biopharmazeutisches Unternehmen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel schwerpunktmäßig in den drei Therapiebereichen Onkologie, Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sowie Atemwegserkrankungen. AstraZeneca agiert in über 100 Ländern und seine innovativen Medikamente werden von Millionen Patienten weltweit angewendet. AstraZeneca Österreich betreibt seinen Standort im Zentrum von Wien und zählt zu den führenden Pharmaunternehmen am heimischen Markt. Weitere Informationen finden Sie auf www.astrazeneca.at. oder Sie folgen uns auf LinkedIn @AstraZeneca unter #astrazenecaaustria und auf Facebook/Instagram (@astrazenecaaustria).

1 https://www.ogp.at/allergie-und-asthma-kein-hinderungsgrund-fuer-covid-19-impfung/

Markus Golla
Über Markus Golla 9190 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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