AT: Wandern mit Blutkrebs

v.l.n.r.: Univ.-Prof. Heinz Ludwig (Wilhelminenspital), Choeze Kuchen Rinpoche (Nepal), Elfi Jirsa (Myelom- und Lymphomhilfe), Dorji (Bhutan), Mag. Philipp Schützl (AKH Wien), Markus Golla, BScN (FH Krems), Mag. Simone Turek (AbbVie)

Anlässlich des „World Blood Cancer Day” am 28. Mai brachen Betroffene und deren Angehörige gemeinsam mit Experten zu einer Wanderung im Lainzer Tiergarten auf. Dabei ging es um einen Informationsaustausch, der den Umgang mit der Krankheit erleichtern soll und gleichzeitig den Wert einer gut erhaltenen Fitness betont. Veranstaltet wurde das erste Info-Angebot dieser Art von der Myelom- und Lymphomhilfe Österreich und Abbvie. Als Special Guests nahmen zwei tibetanische Mönche teil, darunter Choeze Kuchen Rinpoche, die elfte Inkarnation des ersten Choeze Kuchen Rinpoche und Gründer des Choeze Thupten Dhargyeling Klosters in Ost-Tibet.

Die Diagnose Blutkrebs trifft die Betroffenen und ihre Angehörigen meist völlig unerwartet und unvorbereitet. Sie sind unsicher, was auf sie zukommt. Deshalb bekräftigt Elfi Jirsa, Präsidentin der Selbsthilfegruppe „Myelom- und Lymphomhilfe Österreich“ die Notwendigkeit einer intensiven Arzt-Patienten-Kommunikation: „Vertrauen und das Gefühl, gut aufgehoben zu sein, spielen eine große Rolle. Der Betroffene muss Fragen stellen und auch Antworten bekommen. Denn Blutkrebs ist eine das Leben verändernde Erkrankung und darauf müssen sowohl der Betroffene als auch sein Umfeld vorbereitet werden.“

Direkter Draht zu Experten

Der Kontakt zwischen Betroffenen, Angehörigen und Experten fand in einem gesundheitsfördernden Setting statt, denn der Erhalt der Fitness ist bei Blutkrebserkrankungen für einen positiven Krankheitsverlauf entscheidend. Deswegen standen Bewegung, Fitness und gesunde Ernährung bei der Blutkrebswanderung durch den Lainzer Tiergarten ebenso im Fokus wie persönliche Gespräche. Die Teilnehmer hatten die niederschwellige Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich auszutauschen. Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen widmeten sich dabei den Anliegen der Betroffenen und gaben Tipps für einen positiven Umgang mit der Krankheit.

Als Ansprechpartner zur Verfügung standen Univ.-Prof. Dr. Heinz Ludwig (Leiter des Wilhelminenkrebsforschungsinstituts, ehem. Vorstand der I. Medizinischen Abteilung im Wilhelminenspital Wien), Mag. Philipp Schützl (Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe im AKH Wien), Markus Golla, BScN (Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung FH Krems im Bereich Gesundheits- & Krankenpflege) sowie Mag. Béatrice Drach, MPH (Sportwissenschaftliche Beratung).

Tipps für die eigene Gesundheit

Univ.-Prof. Dr. Heinz Ludwig gab den Betroffenen Ratschläge, wie sie selbst den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können: „Die Frage, was jeder einzelne tun kann, um sich gesund zu halten, bleibt trotz der rasanten Fortschritte in der Krebstherapie von überragender Bedeutung. Positive menschliche Interaktionen – also Liebe in jeder Form – gehören zu jenen Elementen, die sich vorteilhaft auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirken können.“ Prof. Ludwig nennt zudem eine optimistische Lebenseinstellung, lustvolle Bewegung, eine vernünftige Ernährung sowie die unaufhörliche Auseinandersetzung mit der Welt und sich selbst als weitere Faktoren, die man in Eigenverantwortung forcieren kann.

Abschließend betont Mag. Ingo Raimon, General Manager des Mitveranstalters AbbVie Österreich, den Zweck der Veranstaltung: „Der Patient steht für uns immer im Mittelpunkt – nicht nur bei der Therapie, sondern auch bei allen krankheitsbegleitenden Maßnahmen. Leider wird dieser Aspekt oft noch unterschätzt.  Aktionen wie diese sollen helfen, das Leben der Betroffenen – und nicht nur ihre Krankheit – in den Mittelpunkt zu rücken.“

Über Markus Golla 9819 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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