AT: Volkshilfe zur Regierungsklausur: Pflege zukunftsfit machen!

Fenninger & Gross: Personalmangel abwenden, Pflegegeld valorisieren und soziale Dienste harmonisieren

Herr Direktor Mag. (FH) Erich Fenninger, DSA - Foto (C): nurith wagner-strauss

Wien (OTS) – Die Präsidentin der Volkshilfe Österreich, Barbara Gross und der Direktor Erich Fenninger begrüßen die Auseinandersetzung der Regierung mit der Pflegevorsorge, welche für die heute und morgen stattfindende Regierungsklausur angekündigt wurde: „Die Pflege und Betreuung in Österreich steht aufgrund verschiedenster Entwicklungen vor großen Herausforderungen. Vor allem auf den Personalmangel muss dringend reagiert werden, pflegende Angehörige, die momentan die wichtigste Säule in der österreichischen Pflegelandschaft sind, müssen entlastet werden. Und dazu braucht es konkrete Maßnahmen.“

Pflegende Angehörige & Pflegepersonal stärken

Der Wunsch, solange wie möglich zu Hause leben zu können, ist für viele zu Pflegende immer noch prioritär, sagt die Volkshilfe-Präsidentin: „Deshalb tut die Regierung mit der im Dezember 2018 vorgestellten Strategie ‚Mobil vor Stationär‘ einen Schritt in die richtige Richtung. Doch dabei sind insbesondere auch die Bedürfnisse der Angehörigen ernst zu nehmen. Es braucht beispielsweise Förderung von Coachings, damit die pflegenden Angehörigen sich mit ihren Sorgen nicht alleine fühlen.“

Barbara Gross weist außerdem auf die hohe Belastung der Beschäftigten aufgrund des Personalmangels – der in Zukunft jedenfalls steigen wird – hin: „Hier braucht es ein Bündel an Maßnahmen, das rasch umgesetzt wird. Besonders in den Bereichen Ausbildung, Bezahlung und Supervision besteht dringender Handlungsbedarf. Auch eine Imagekampagne ist begrüßenswert, aber zu wenig.“

Valorisierung des Pflegegeldes hoch an der Zeit

Die Volkshilfe-RepräsentantInnen weisen jedoch zusätzlich auf Punkte hin, die im derzeitigen Papier der Sozialministerin nicht enthalten sind. Fenninger: „Es braucht eine Erhöhung des Pflegegeldes für alle Stufen sowie eine jährliche Valorisierung. Die momentane Handhabung führt zu einer ständig schleichenden Entwertung.“ Zudem werden zwar neue Möglichkeiten der Finanzierung diskutiert, die Erbschafts- oder Schenkungssteuer werden allerdings von vornherein ausgeschlossen: „Wir treten zwar nicht für zweckgebundene Steuern ein, jedoch wären die Erbschafts- und Schenkungssteuer ein gerechter Weg, die Finanzierung von Leistungen wie jene der Pflege und Betreuung abzusichern.“

Harmonisierung der sozialen Dienste – und zwar vollständig!

Dem Volkshilfe-Direktor ist vor allem auch die Harmonisierung der sozialen Dienste ein Anliegen: „Hier braucht es einen großen Wurf. Denn österreichweit zahlen die Menschen die gleichen Steuern, dafür müssen sie auch ein Anrecht auf die gleichen Leistungen zu leistbaren Kosten haben.“

Nicht zuletzt fordern der Direktor und die Präsidentin eine Einbindung in die konkrete Entwicklung: „Für einen Masterplan, der diesen Namen verdient, ist es von höchster Bedeutung, die Bedürfnisse der zu Pflegenden und ihrer Angehörigen, sowie der MitarbeiterInnen sehr genau zu kennen und diese Expertise miteinzubeziehen. Nur so können die Maßnahmen jene Wirkung entfalten, die so dringend notwendig ist.“

Markus Golla
Über Markus Golla 4005 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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