AT: Volkshilfe-Umfrage: Pflege muss mehr, besser und bunter werden

Fenninger präsentiert zum Start der Pflegerefrom Stimmungsbild der Bevölkerung

Herr Direktor Mag. (FH) Erich Fenninger, DSA - Foto (C): nurith wagner-strauss

Wien (OTS) – „Mit solchen Ergebnissen haben wir nicht gerechnet: die Unterstützung der Bevölkerung für eine buntere Pflegelandschaft, für bessere Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und ein Mehr an schulischen Angeboten zum Einstieg in die Pflege ist überwältigend. Jetzt drängt eine Frage auf: Wieso ist die Politik so hinten nach?“, zeigt sich Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich überrascht von der breiten Zustimmung der Bevölkerung zu den Forderungen der Volkshilfe Österreich.

ÖsterreicherInnen sorgen sich um Zukunft
Für den Volkshilfe Sozialbarometer führt SORA mehrmals jährlich eine repräsentative Befragung zu drängenden sozialpolitischen Themen durch. Der aktuelle Sozialbarometer thematisiert aus Anlass des Starts der Arbeitsgruppen zur Pflegereform die Einstellungen der ÖsterreicherInnen zu unterschiedlichen Bereichen der Pflege und Betreuung.

Wie die aktuelle Umfrage zeigt, blicken die Menschen nicht sehr optimistisch in die Pflegezukunft. 4 von 10 Menschen (42%) in Österreich machen sich Sorgen, was den eigenen Pflegebedarf oder jenen der Angehörigen in der Zukunft betrifft. Weitere 27% sind unsicher, was die zukünftige Situation in Österreich für den eigenen Pflegebedarf bereithält. Nur etwa ein Viertel der Menschen (28%) blickt hier mit Zuversicht in die Zukunft. Das Alter der Befragten ist hierbei besonders relevant: „Die Umfrageergebnisse sind ein deutlicher Auftrag an den Gesundheitsminister, denn mehr als die Hälfte der ÖsterreicherInnen über 50 Jahren sorgt sich über die Zukunft der Pflegesituation in Österreich“, kommentiert Fenninger die Ergebnisse im Detail. Passend dazu wünschen sich 94 Prozent der Befragten ein vielfältigeres, bunteres Angebot im Bereich Wohnen im Alter.

Breite Allianz gegen Personalmangel
Nicht erst seit der Corona-Krise sind die Arbeitsbedingungen in Pflege und Betreuung ein öffentliches Thema. Hinzu kommt, dass bis 2050 58.000 neue Vollzeit-Pflegekräfte gebraucht werden, um den Bedarf unserer alternden Gesellschaft zu decken. Als geeignete Instrumente zur Bekämpfung des Personalmangels im Bereich der Pflege und Betreuung befürworten 93 Prozent der ÖsterreicherInnen die Verkürzung der Arbeitszeit und eine bessere Entlohnung der Pflegekräfte. Knapp 9 von 10 Menschen unterstützen die Volkshilfe Forderung nach einer Einführung von berufsorientierten höheren Schulen um Jugendlichen den Einstieg in Pflege und Betreuungsberufe zu ermöglichen.

Pflegereform
„‘Mehr, besser, bunter‘ scheint das Motto der ÖsterreicherInnen im Hinblick auf die anstehende Pflegereform zu sein. Die Ideen und Konzepte liegen am Tisch. Aber: sie müsen auch finanziert werden“, weist der Volkshilfe-Direktor hin. Auch hier scheint aber die Stimmung der Bevölkerung eindeutig zu sein: 8 von 10 ÖsterreicherInnen (79 Prozent) treten für die Einführung einer Vermögenssteuer ab 1 Million Euro zur finanziellen Absicherung der Pflege in Österreich ein.

Alle Infos zur Umfrage auf volkshilfe.at

Markus Golla
Über Markus Golla 7696 Artikel
Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege (Studium Umit/Wien)

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