AT: Volkshilfe: Gemeinsam in eine Zukunft, die PFLEGE.fit ist!

Erich Fenninger
Herr Direktor Mag. (FH) Erich Fenninger, DSA - Foto (C): nurith wagner-strauss

Barbara Gross und Erich Fenninger: „Das Recht auf ein Altern in Würde muss erhalten bleiben.“

Wien (OTS) – Nach Einladung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz diskutieren die politisch Verantwortlichen und ExpertInnen heute über die Zukunft der Pflege in Österreich. Der Präsidentin der Volkshilfe, Barbara Gross ist der Austausch ein besonderes Anliegen, denn „ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen zu können, auch wenn Unterstützung und Pflege notwendig werden – das ist der Wunsch vieler älterer Menschen. Die Volkshilfe hat es sich zum Ziel gemacht, Sie dabei zu unterstützen. Doch zu einem großen Teil sind wir abhängig von den Rahmenbedingungen in Österreich und einer dauerhaften Finanzierungssicherheit für die TrägerInnen. Dass wir heute über den Masterplan der Regierung diskutieren, ist ein guter Start in eine Zukunft, die pflegefit ist.“

Pflegende Angehörige stärken

In Österreich wird der Großteil der hilfs- und pflegebedürftigen Menschen zuhause gepflegt. Meist entspricht das dem Wunsch der Pflegebedürftigen und ist für die Angehörigen eine Aufgabe, der sie sich mutig und oft ganz selbstverständlich stellen. „Auch in Zukunft wird Pflege großteils bedeuten, diese in den eigenen vier Wänden so lange es geht möglich zu machen. In Zeiten des gesellschaftlichen Wandels – dazu gehörigen immer mehr Singles, zeitbegrenzte Partnerschaften, Patchwork Familien, erhöhte Arbeitsmobilität – wird die Aufgabe der pflegenden Angehörigen immer komplexer und belastender.“, sagt die Präsidentin. Aus diesem Grund braucht es flächendeckend kostenlose Coaching- und Beratungsangebote für pflegende Angehörige im Rahmen der mobilen Dienste, fügt Erich Fenninger, der Direktor der Volkshilfe Österreich hinzu: „Dazu braucht es allgemein einen Ausbau der mobilen Dienste, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten.“

Bundesweit einheitliche Angebote sind wichtig

„Die regional unterschiedlichen finanziellen Belastungen der Gepflegten sowie unterschiedliche Pflegeangebote und Qualitätsunterschiede machen die Situation der pflegenden Angehörigen nicht leichter. Daher braucht es konkrete erste Schritte zur Harmonisierung des Angebotes der Bundesländer.“, so Fenninger. Konkret meint er vergleichbare Personalschlüssel in Pflegeheimen sowie vergleichbare Leistungen in den Mobilen Diensten und das zu gleichen und leistbaren Tarifen.

Valorisierung des Pflegegeldes ist hoch an der Zeit!

Nach ersten Einblicken ist es der Regierung ebenfalls ein großes Anliegen, mit dem Masterplan Pflege verstärkt Angehörige zu unterstützen. Das muss aber gemeinsam mit dem Ausbau der Unterstützungsangebote und der Valorisierung des Pflegegeldes in allen Pflegestufen einhergehen. Diese Valorisierung sieht Barbara Gross als absolut prioritär: „Notwendige Pflege zu sichern und damit ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen kann nur erreicht werden, wenn die Leistung an die tatsächlichen Kosten angepasst wird. Dazu gehört auch die Anpassung an die Inflation.“

Der Zukunft gerecht werden, Innovationen nutzen!

Digitale Lösungen im Arbeitsalltag der Pflege zu nutzen, die es ermöglichen, den Kontakt zwischen Personal und zu Pflegenden zu intensivieren, wird immer mehr zum Thema, so der Direktor: „Die Forschung zeigt, dass das Potenzial des Technikeinsatzes zur Unterstützung von Pflegenden und zur Bewältigung demografischer Herausforderungen groß ist. Allerdings müssen sie in die Entwicklung und Etablierung moderner Technologien zur Unterstützung ihrer Tätigkeit einbezogen werden und selbst erleben, dass diese die Arbeit sinnvoll unterstützen, ohne dabei die zwischenmenschliche Fürsorge zu beeinträchtigen.“

Der zwischenmenschliche Kontakt ist bei der Pflege und Betreuung zentral und muss es auch bleiben: „Alt sein ist Teil des Lebens, alte Menschen sind ein Teil der Gesellschaft. Bei allem, was wir tun, stellen wir die zentralen Wünsche der Menschen ganz klar in den Vordergrund: dazugehören, selbst bestimmen, schmerzfrei sein, die Grenzen der eigenen Scham selbst festlegen und beim Sterben nicht alleine sein.“

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen