AT: ViennAir – frischer Wind im Zukunftsfach Pneumologie

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In Zukunft werden zunehmend mehr Menschen an Lungenerkrankungen in Österreich leiden. Drei wichtige Gründe dafür sind die immer noch hohe Raucherrate in Österreich (diese zählt zu den höchsten in Europa), veränderte Umwelteinflüsse, unter anderem bedingt durch den Klimawandel (dies bedingt eine Zunahme an Allergien und somit auch des Asthma bronchiale), und die demografische Entwicklung: Immer mehr Menschen erreichen ein höheres Alter und sind somit anfälliger für Lungenerkrankungen. Daher werden auch zunehmend mehr Lungenfachärzte* benötigt, um für die Anforderungen der Zukunft gewappnet zu sein und die steigende Zahl an Patienten bestmöglich versorgen zu können.

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP), die unter dem Titel „ViennAir – frischer Wind im Zukunftsfach Pneumologie“ vom 10. bis 12. Oktober in Wien stattfindet, wird daher auf der Entwicklung von zukunftsgerechten Behandlungskonzepten für Lungenerkrankungen liegen. Weitere Schwerpunkte: Überlegungen zur Einführung eines Lungenkrebs-Screenings in Österreich und die rasante Entwicklung in der Behandlung von Lungenkrebs. Selbstverständlich kommen auch „klassische“ Kernthemen wie COPD und Asthma nicht zu kurz. Besonderes Augenmerk gilt beim österreichischen Lungenfachärzte-Kongress auch der interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit im Sinne einer optimierten Therapie und Betreuung der Patienten.

Als „frischen Wind“ lassen sich wohl zu Recht die jüngsten Entwicklungen im Bereich neuer Behandlungsoptionen in der Lungenheilkunde bezeichnen. ÖGP- und Tagungs-Präsident Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk stellt diesbezüglich fest: „Auf kaum einem anderen medizinischen Gebiet hat sich in den vergangenen Jahren so viel getan und sind die Fortschritte bei der Behandlung so groß wie in der Pneumologie. Vor allem bei der Behandlung von Lungenkrebs haben neu entwickelte Substanzen gänzlich neue Perspektiven eröffnet“. Der aktuelle Stand der therapeutischen Optionen wird auf der ÖGP-Jahrestagung vorgestellt und diskutiert.

Lungenkrebs-Screening für Österreich?

Nach Präsentation der Ergebnisse einer großen europäischen Studie (NELSON-Trial[1]) im Vorjahr sowie der früheren Publikation einer US-amerikanischer Studie (NLST[2]) wurde von Seiten der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie gemeinsam mit der Österreichischen Röntgengesellschaft eine Task Force für die Entwicklung eines möglichen Screening-Programms für Österreich ins Leben gerufen. Beide Studien zeigen, dass ein Computertomografie (CT)-Screening bei Hochrisiko-Patienten das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, signifikant senken kann. Basierend auf diesen Erkenntnissen wird im Rahmen der Tagung diskutiert und analysiert, wie ein derartiges Lungenkrebs-Screening in Österreich konzipiert sein müsste, um möglichst viele Patienten davon profitieren zu lassen.

Pneumologie immer wichtiger

Univ.-Prof. Schenk: „Wir haben auch in diesem Jahr eine ganze Reihe hochkarätiger nationaler und internationaler Experten als Referenten gewinnen können. Dieser Informations- und Gedankenaustausch unter Einbeziehung internationaler Top-Experten im Rahmen unserer Jahrestagung ist uns ein wichtiges Anliegen.“ Wie wichtig das Thema Vernetzung und Zusammenarbeit ist, betont ebenfalls ÖGP-Generalsekretär Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht: „Die Prognosen der WHO legen nahe, dass wir uns in Zukunft großen Herausforderungen stellen müssen: Aufgrund von Umwelteinflüssen, der Bevölkerungsentwicklung und anderer Faktoren werden auch bei uns immer mehr Menschen an Lungenerkrankungen leiden. Der Stellenwert der Pneumologie wird daher auch weiter steigen. In diesem Zusammenhang sehen wir auch eine wachsende Bedeutung der interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit mit Spezialisten aus anderen Bereichen, angefangen bei Chirurgie, Radiologie über Physiotherapie bis hin zum Pflegebereich.“

Interdisziplinärer und interprofessioneller Kongress

Die mittlerweile 43. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie findet vom 10. bis 12. Oktober 2019 in der Reed Messe Wien statt und wird zum dritten Mal fächerübergreifend im Sinne des interdisziplinären Austausches in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (ÖGTC) durchgeführt.

„Ein besonderes Anliegen ist uns eine enge Kooperation mit der ERS, der Europäischen Lungengesellschaft, deren Präsident und Past-Präsident an unserem Kongress teilnehmen werden. Insbesondere auch im Hinblick darauf, dass die European Respiratory Society ihren Kongress, bei dem ca. 22.000 Teilnehmer erwartet werden, 2020 in Wien abhalten wird“, so Schenk.

Die Jahrestagung ist, wie ebenfalls bereits Tradition, auch interprofessionell ausgelegt: Es gibt auch in diesem Jahr wieder Workshops, Kurse und Hands-on Module, um die praktischen Fähigkeiten zu schulen und aufzufrischen. Eine interaktive Session (COPD Expert Talk), bei der die Teilnehmer Fragen an die internationalen Experten am Podium stellen, ergänzt das vielfältige Tagungsprogramm. Ebenso gibt es im Rahmen des Kongresses unter dem Titel Pneumologie Kompakt eine spezielle Fortbildungsreihe für Allgemeinmediziner, Ärzte in Ausbildung und Medizinstudenten. Für Medizinstudenten ist die Teilnahme am Kongress kostenlos.

Markus Golla
Über Markus Golla 5247 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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