AT: vidaflex und Verein PflegeHELP: Auch 24-Stunden-BetreuerInnen unbürokratisch aus Härtefall-Fonds entschädigen

Bei Antragstellung mehr Unterstützung durch WKÖ gefordert

(C) Österreichischer Gewerkschaftsbund

Wien. (OTS) – „Obwohl die rund 60.000 24-Stunden-BetreuerInnen die Kriterien für finanzielle Unterstützung aus dem Härtefall-Fonds der Bundesregierung erfüllen würden, bekommen gerade diese Frauen und Männer, die für die Betreuung der älteren Generation in Österreich mehr denn je systemrelevant sind, keine Unterstützung seitens der WKÖ, um ihre Ansprüche geltend machen zu können. Dabei sind sie alle zahlenden Mitglieder der WKÖ und sollten die gleichen Serviceleistungen wie alle anderen erhalten“, empört sich Christoph Lipinski, Experte für die 24-Stunden-Betreuung bei vidaflex, der unabhängigen gewerkschaftlichen Interessenvertretung für EPUs und Neue Selbständige.

„Die WKÖ hat versprochen, das bereitgestellte Geld aus dem Härtefall-Fonds unbürokratisch an die EPUs auszuzahlen. Was wir in unseren zahlreichen Beratungsgesprächen mit unseren Mitgliedern erfahren haben, beweist aber das genaue Gegenteil: Viele fühlen sich im Bürokratie-Dschungel von der WKÖ allein gelassen. Dies trifft vor allem die Gruppe der 24-Stunden-BetreuerInnen, die Deutsch nicht als Muttersprache haben und nur zum Arbeiten nach Österreich kommen, besonders hart. Daher fordern wir die WKÖ auf, dass die Formulare für Anträge beim Härtefall-Fonds in den gängigsten Sprachen innerhalb der Branche übersetzt werden, damit auch diese Berufsgruppe eine faire Chance hat, zu ihrem Geld zu kommen“, so vidaflex-Experte Christoph Lipinski.

Der Verein PflegeHELP, der sich um rumänische 24-Stunden-BetreuerInnen in Österreich kümmert, hat bereits am 29. März 2020 die WKÖ in einem offenen Brief dazu aufgefordert, sämtliche Informationen zum Härtefall-Fonds auf Rumänisch zur Verfügung zu stellen. „Wir sind ebenfalls mit sehr vielen Anfragen rumänischer Landsleute konfrontiert, die aufgrund der fehlenden Unterlagen in Rumänisch die bürokratischen Hürden bei der Antragsstellung auf finanzielle Unterstützung nicht selbst überwinden können. Daher haben wir uns im Namen unserer 250 Mitglieder mit einem offenen Brief an die WKÖ gewendet. Auf eine Antwort warten wir leider bis heute“, zeigt sich Dr. Alexandru Todericiu, Sprecher des Vereins PflegeHELP, enttäuscht.

„Als Interessenvertretung für EPUs und Neue Selbständige ist es wichtig, in einer solchen Situation schnell und unbürokratisch zu helfen. Wir bieten daher in der Zwischenzeit allen 24-Stunden-BetreuerInnen, die einen Antrag an den Härtefall-Fonds stellen wollen, ein kostenloses Dolmetsch-Service in den Sprachen Rumänisch, Ungarisch, Slowakisch, Tschechisch, Bosnisch, Kroatisch und Serbisch an“, erklärt vidaflex-Experte Lipinski die Unterstützungsleistung der unabhängigen gewerkschaftlichen Interessenvertretung. Betroffene BetreuerInnen können sich via E-Mail an office@vidalfex.at oder telefonisch an +43 1 53 444 79 700 wenden.

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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