AT: Verbesserungen für Spitalspersonal: Keine Beschränkung auf Intensivstationen

Ärztekammer fordert Einbeziehung aller Spitalsmitarbeiter – Gingold: „Gesamtes Gesundheitspersonal arbeitet permanent an den Grenzen der Belastbarkeit

Wien (OTS) – Die Wiener Ärztekammer begrüßt ausdrücklich den Vorstoß der Regierung hinsichtlich arbeitsrechtlicher und finanzieller Verbesserungen für das Personal an den Intensivstationen in Österreichs Spitälern. Kritik gab es hingegen an der Einschränkung auf Intensivstationen. Vielmehr müsste das gesamte Gesundheitspersonal in Spitälern miteinbezogen werden, verlautete aus der Ärztekammer. ****

„An allen Abteilungen arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit bereits mehr als einem Jahr permanent an den Grenzen ihrer Belastbarkeit“, betonte der Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Gerald Gingold. Die von der Regierung angekündigten arbeitsrechtlichen und finanziellen Verbesserungen seien längst überfällig und müssten jedenfalls für alle Kolleginnen und Kollegen gelten.

Die Erfahrungen aus Italien am Beginn des letzten Jahres hätten gezeigt, wie rasch ein an sich gut funktionierendes Gesundheitssystem bei extremer Überforderung kollabiere. „Und es sind immer noch die Menschen, die für den reibungslosen Ablauf der medizinischen Versorgung verantwortlich zeichnen“, so Gingold. Daran müsse sich auch die Politik orientieren und entsprechende Weichenstellungen setzen.

In den kommenden Tagen will die Regierung präzisieren, in welcher Form man den Krankenanstalten und dem Gesundheitspersonal entgegenkommen will. Gedacht ist vorerst an Bonuszahlungen. Für Gingold ist das ein „wichtiges Zeichen der Wertschätzung und Motivator dafür, auch in den kommenden Wochen und Monaten das Beste zu geben“, denn nur so könne der Zusammenbruch des Gesundheitssystems verhindert werden. Eben deshalb sei es wichtig, das gesamte Gesundheitspersonal miteinzubeziehen, „und nicht einzelne Gruppen zu bevorzugen“.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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