AT: Verantwortungsbewusst durch die Pandemie

Am 18. April findet bundesweit ein Gedenktag für die Corona-Toten statt

Am kommenden Sonntag findet bundesweit ein Corona-Gedenktag statt. Zu diesem hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aufgerufen, um den Menschen zu gedenken, die während der Pandemie an den Folgen einer Infektion gestorben sind. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat ausgerechnet, dass bereits in den sechs Wochen seit Jahresbeginn genauso viele Menschen an der Pandemie gestorben sind wie im vergangenen Jahr. Insgesamt konnten sich bislang über 70.000 Menschen nicht mehr von den Folgen einer Corona-Infektion erholen. Dazu Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz:

„Wir befinden uns im Kampf gegen das Coronavirus in einer entscheidenden Phase. Unser Verhalten von heute bestimmt die Folgen von morgen. Daher gilt es mehr denn je, sich und seine Mitmenschen durch verantwortungsbewusstes Handeln zu schützen. Die steigende Zahl der Intensivpatienten zeigt, wie bedrohlich die Lage momentan ist. Pflegefachpersonen stoßen jetzt schon tagtäglich an ihre absolute Belastungsgrenze. In einigen Krankenhäusern besteht mittlerweile die Sorge, dass die pflegerische Versorgung bei steigenden Infektionszahlen nicht mehr gewährleistet werden kann.“

„Dabei kann jeder als Teil dieser Gesellschaft einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Die konsequente und korrekte Einhaltung der individuellen Schutzmaßnahmen ist hierfür alternativlos. Auch die Politik muss ihrer Verantwortung gerecht werden. Menschen benötigen vor allem klare Orientierung. Daher bedarf es der Umsetzung von Maßnahmen, die für jeden verständlich sind und die vor allem zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung beitragen. Hier sehe ich die Aufgabe der Gesellschaft insbesondere auch darin, den handelnden Personen in Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen, Pflegeheimen und der ambulanten Pflege den Rücken frei zu halten und Verantwortung zu übernehmen! Der Gedenktag am 18. April sollte Erinnerung genug daran sein, wie verheerend sich diese Pandemie auf unser aller Leben ausgewirkt hat“, so Mai.

Hintergrund: Mittlerweile wurden in allen Bundesländern umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Verlangsamung der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus getroffen. Die Zahl der in Rheinland-Pfalz bestätigten Fälle ist mittlerweile auf 128.000 (Stand: 16. April 2021) gestiegen.

Die Landespflegekammer steht in engem und ständigen Austausch mit sämtlichen relevanten Stellen und Behörden zur aktuellen Lage. Das gemeinsame Ziel aller Anstrengungen ist es, die aktuelle Lage laufend zu bewerten und Maßnahmen zu treffen, die die adäquate Versorgung im Gesundheitswesen kurz-, mittel- und langfristig sicherstellen.

Als Pflegekammer Rheinland-Pfalz haben wir eine Task-Force einberufen, die insbesondere die Situation in den Pflegesettings laufend analysiert und Maßnahmen mit den Partnern in Rheinland-Pfalz und auf der Bundesebene abstimmt. Schwerpunkte sind derzeit die Versorgungslage innerhalb des Gesundheitswesens, Sonder-Qualifizierungsmaßnahmen für Pflegefachpersonen und die Sicherstellung der personellen Ressourcen in der pflegerischen Versorgung.

Markus Golla
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Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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