AT: US-Top-Auszeichnung für österreichische Studie

19. Februar 2018 | News Österreich | 0 Kommentare

Ein frühzeitiges, von Fachärzten für Physikalische Medizin individuell zusammengestelltes Rehabilitationsprogramm gleich nach dem Aufenthalt in der Intensivstation führt bei Patienten, die eine schwere Krankheit überlebt haben, zu einem deutlich kürzeren Krankenhaus-Aufenthalt, zu stärkerer funktioneller Besserung, und ist außerdem sicher und kosteneffizient. Für eine österreichische Studie mit diesen Ergebnissen wurde das Autorenteam unter der Leitung der Physikalischen Medizinerin Prof. Paternostro-Sluga (Wien) heute in Atlanta mit dem renommierten Wissenschaftspreis der American Association of Physiatry für die beste wissenschaftliche Publikation 2017 ausgezeichnet.

Wien / Atlanta (USA), Montag, 19. Februar 2018 – Ein frühzeitiges, von Fachärzten für Physikalische Medizin und Rehabilitation individuell zusammengestelltes Rehabilitationsprogramm für Patienten, die eine schwere Krankheit überlebt haben, führt zu einem deutlich kürzeren Krankenhaus-Aufenthalt, zu stärkerer funktioneller Besserung, und ist außerdem sicher und kosteneffizient. Für eine österreichische Studie1) mit diesen Kernergebnissen konnte Prim. Univ.-Prof Dr. Tatjana Paternostro Sluga (Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation, SMZ Ost – Donauspital) auf dem Jahreskongress (Physiatry 2018) der Amerikanischen Gesellschaft für Physikalische Medizin (AAP) in Atlanta/USA den renommierten AAP Excellence in Research Award entgegen nehmen.

Die Ergebnisse der randomisierten Kontrollstudie gelten als aufsehenerregend: 53 Patienten wurden nach der Überstellung aus der Intensivstation in zwei Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe erhielt ein individualisiertes Frührehabilitations-Programm zum Beispiel mittels speziell angepasstem Krafttraining, koordinierten Atemtechniken, Neuromuskulärer elektrischer Stimulation, Bewegungstherapie, Schmerztherapie und Alltagstraining, 5mal pro Woche jeweils 2 Stunden. Die Kontrollgruppe erhielt die vom Stationsarzt angeordnete Standardbehandlung. Fazit: Mitglieder der Gruppe, die individualisiert mittels Frührehabilitations-Programm behandelt wurden, profitierten von der Expertise der Physikalischen Medizin und konnten im Durchschnitt nach 14 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen werden, bei der Kontrollgruppe waren es durchschnittlich 21 Tage – also um 50 Prozent mehr.

„Es konnte gezeigt werden, dass der Einsatz der Physikalischen Medizin und Rehabilitation gleich nach dem Aufenthalt auf der Intensivstation durch die Verkürzung der Aufenthaltszeit im Krankenhaus im Vergleich zur Standardbehandlung kosteneffizient ist“, so Prof. Paternostro-Sluga. „Unsere Ergebnisse bringen, wenn die richtigen praktischen Konsequenzen daraus gezogen werden, Krankenhäusern einen enormen Benefit. Die Patienten bekommen genau die individuell und personalisiert zusammengestellte physikalisch-rehabilitativen Therapien, die sie benötigen, und für das Gesundheitssystem bedeutet das eine enorme Kostenersparnis durch um ein Drittel kürzere Krankenhausaufenthalte.“

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)