AT: Unspezifischer Rückenschmerz: Neuer Qualitätsstandard für Versorgung erschienen

Ein neuer Bundesqualitätsstandard soll die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuten und chronischen (unspezifischen) Rückenschmerzen verbessern. Entwickelt hat ihn die Projektgruppe Qualitätsstandards im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Der neue österreichweit gültige Qualitätsstandard umfasst 60 Seiten und basiert auf den aktuellen evidenzbasierten medizinischen Leitlinien. Er gibt 14 Empfehlungen, die auf einem Konzept zur abgestuften Versorgung von Patientinnen und Patienten mit unspezifischen Rückenschmerzen beruhen:

  • Die übergeordneten Empfehlungen umfassen eine leitlinienkonforme Diagnostik und Therapie, ein abgestuftes Versorgungskonzept, die Koordination durch den behandlungsführenden Arzt sowie eine standardisierte Dokumentation.
  • Empfehlungen zur Basisversorgung sind: ein Erst-Assessment; Patientenaufklärung und –beratung; Empfehlungen, wann eine bildgebgenden Diagnostik gemacht bzw. nicht gemacht werden sollte; Risikofaktoren für Chronifizierung und die Weiterleitung an die spezialisierte Versorgung.
  • Auf der Ebene der spezialisierten Versorgung wird ein fachärztliches bzw. interdisziplinäres Assessment empfohlen. Dauern die Rückenschmerzen länger als zwölf Wochen an, wird die Weiterleitung an eine hochspezialisierte Versorgung empfohlen.
  • In der hochspezialisierten Versorgung sollte ein interdisziplinäres Assessment stattfinden und ein individueller, multimodaler Behandlungsplan erstellt werden.
  • Die abschließende Empfehlung betrifft die Langzeitbetreuung von Patientinnen und Patienten mit chronischen oder rezidivierenden unspezifischen Rückenschmerzen. Sie sollte durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt wohnortnah im Sinne einer Basisversorgung (Versorgungsebene I) erfolgen.

Für jede Empfehlung wird zusätzlich ausgeführt:

  • Was ist der Hintergrund?
  • Welche Bedeutung hat die Empfehlung für die Leistungserbringer?
  • Welche Bedeutung hat die Empfehlung für die Patientinnen und Patienten?
  • Welche Evidenzbasis und Evidenzstärke gibt es?
  • Welche möglichen Qualitätsindikatoren sind vorhanden?

Fachliche Begutachtung

Die externe Begutachtung des Qualitätsstandards erfolgte durch:

  • Dr. Daniela Gattringer (Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Ordensklinikum Barmherzige Schwestern Linz)
  • Dr. Wolfgang Mückstein (Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin Mariahilf, Wien)
  • Dr. Waltraud Stromer (Sektion Schmerzmedizin der ÖGARI, Abteilung für Anästhesie und allgemeine Intensivmedizin Landesklinikum Horn)

Die Verfasserinnen und Verfasser betonen, dass den regionalen Rahmenbedingungen und Erfordernissen bei der Umsetzung die Empfehlungen Rechnung getragen werden muss. So sei sichergestellt, dass erfolgreiche regionale Projekte und Aktivitäten berücksichtigt werden.

Service

Den Qualitätsstandard zum Download finden Sie unter diesem Link:
https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Gesundheitssystem/Gesundheitssystem-und-Qualitaetssicherung/Qualitaetsstandards/Qualitaetsstandard-Unspezifischer-Rueckenschmerz.html

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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