AT: Universitätsklinikum St. Pölten: Schonende Methode zur Behandlung von Zenker-Divertikeln etabliert

DGKP Walter Wild, DGKP Lucia Schabasser, Patient Johann Wieser, Prim. Priv.-Doz. Dr. Andreas Maieron, Bereichsleiter Roland Kitzmüller und Stationsleitung Endoskopie DGKP Zinepe Jonuzi

ST. PÖLTEN – Im Universitätsklinikum St. Pölten wurde die erste erfolgreiche Divertikulotomie mittels flexibler Endoskopie zur Behandlung von Zenker-Divertikeln durchgeführt. Diese schonende Methode hat eine sehr niedrige Komplikationsrate und bringt den Patientinnen und Patienten einen Wiedergewinn von Lebensqualität.

Bei Patientinnen und Patienten mit Zenker-Divertikeln kommt es zu massiven Schluckbeschwerden und zu Problemen, aufgenommene Nahrung in den Magen zu transportieren. Es besteht eine sackartige Ausweitung des Übergangs vom Rachen zur Speiseröhre, die sich bis in die Atemspeiseröhre zieht. Aus diesem Grund kommt es zum Zurückströmen von unverdauten Nahrungsmitteln und häufig auch zu Lungenentzündungen in Folge des Einatmens von Fremdkörpern. Typischerweise treten diese Divertikel im höheren Lebensalter, vor allem im siebenten und achten Lebensjahrzehnt auf. Betroffene berichten von Schluckstörungen und auch ein intensiver Mundgeruch wird häufig beschrieben.

Diagnostizieren lässt sich das Zenker-Divertikel entweder durch einen Röntgen-Schluckakt oder im Rahmen einer Gastroskopie. Bei fortgeschrittenen und insbesondere bei symptomatischen Zenker-Divertikeln, sollten sich Betroffene behandeln lassen. Prinzipiell werden drei Verfahren angewendet: Beim offenen chirurgischen Eingriff ist eine Entfernung möglich, es besteht jedoch ein entsprechendes Risiko für die Patientin bzw. den Patienten. Weiters ist auch eine Spaltung mit dem starren Endoskop möglich.

Als dritte Behandlungsmöglichkeit steht heute auch die Divertikulotomie mit dem flexiblen Endoskop zur Verfügung. Diese schonende Methode wurde nun erstmals und erfolgreich am Universitätsklinikum St. Pölten durchgeführt.

„Bereits sechs Wochen nach dem Eingriff berichtet unser Patient über einen massiven Wiedergewinn von Lebensqualität. Wir freuen uns, diese Methode entsprechend etabliert zu haben und sie der Bevölkerung anbieten zu können. Mit der Einführung der Zenker-Divertikulotomie steht für die Patienten ein schonendes Verfahren zur Verfügung, das auch im hohen Alter, mit einer sehr niedrigen Komplikationsrate, durchgeführt werden kann“, freut sich Prim. Priv.-Doz. Dr. Andreas Maieron, Leiter der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 2 am Universitätsklinikum St. Pölten.

Markus Golla
Über Markus Golla 2824 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Lehrer und Vortragender im Bereich Gesundheit- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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