AT: Universitätsklinikum St. Pölten: Internationaler Tag der Händehygiene

Hygienefachkraft (HFK) Alexandra Scholz, OÄ Dr. Ildiko-Julia Pap, HFK Andrea Träxler, Interim. Leitung des Klinischen Instituts für Hygiene und Mikrobiologie OÄ Dr. Barbara Ströbele, HFK Karin Sommer, HFK Rosi Hagleitner.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den 5. Mai zum Internationalen Tag der Händehygiene ausgerufen. Seit dem Jahr 2009 soll dieser Tag alljährlich die Aufmerksamkeit des medizinischen und pflegerischen Personals auf die Händehygiene lenken, mit dem Ziel, diese weltweit zu verbessern.

„Die Hände sind der Hauptübertragungsweg von Infektionserregern in Gesundheitsein- richtungen, daher ist die sorgfältig durchgeführte Händehygiene die wichtigste Maßnahme, um Krankenhausinfektionen und die Übertragung antibiotikaresistenter Bakterien effektiv zu vermeiden“, so OÄ Dr. Barbara Ströbele, Interimistische Leitung des Klinischen Instituts für Hygiene und Mikrobiologie.

Zur Händehygiene gehören das Händewaschen, die Händedesinfektion und auch die Pflege der Hände, da gesunde und intakte Haut eine Voraussetzung für eine wirksame Händehygiene ist. Das Tragen von Schutzhandschuhen ersetzt diese Maßnahmen nicht.

Das Händewaschen mit Seife dient zur mechanischen Reinigung der Hände von sichtbaren Verschmutzungen. Die Reduktion von mikrobiellen Kontaminationen ist vergleichsweise gering, außerhalb medizinischer und pflegerischer Bereiche jedoch normalerweise als ausreichend anzusehen. Zu häufiges Händewaschen kann zu Hautschädigungen führen.

Unter der hygienischen Händedesinfektion versteht man ein Verfahren zur Verringerung der Zahl von Krankheitserregern auf den Händen mit Hilfe von Händedesinfektionsmitteln. Dadurch kann eine Übertragung von Krankheitserregern von einem Patienten auf einen

anderen vermieden werden. Dies ist gerade in Gesundheitseinrichtungen von hoher Wichtigkeit, da erkrankte oder pflegebedürftige Menschen in höherem Maße anfällig sind für Infektionen als gesunde. Die Händedesinfektion ist in diesem Zusammenhang daher als die wichtigste Einzelmaßnahme zur Prävention von im Krankenhaus erworbenen Infektionen anzusehen und ist beim Umgang mit PatientInnen der Händewaschung vorzuziehen. Bei regelmäßiger Anwendung ist die Händedesinfektion besser hautverträglich als das Händewaschen, da in Händedesinfektionsmitteln rückfettende Substanzen enthalten sind und keine Hautfette abgespült werden.

Laut WHO gibt es fünf Indikationen zur Händedesinfektion für medizinisches Personal:

  1. Vor direktem PatientInnenkontakt
  2. Vor aseptischen Tätigkeiten
  3. Nach Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien
  4. Nach direktem PatientInnenkontakt
  5. Nach Kontakt mit der unmittelbaren PatientInnenumgebung

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)