AT: UKH Graz wehrt sich gegen ungerechtfertigte und unrichtige Aussagen von BM Hartinger-Klein

5. Juli 2018 | News Österreich | 0 Kommentare

UKH Graz bietet Unfallheilbehandlung auf Top-Niveau und ist ein verlässlicher Partner

Graz (OTS) – Gegen „ungerechtfertigte und unrichtige Aussagen“ von Bundesministerin Hartinger-Klein wehrten sich am Donnerstag in einer Pressekonferenz das UKH Graz und die AUVA-Landesstelle Graz. „Die Aussage der Gesundheitsministerin im Bundesrat, dass das UKH Graz zwei Mal in der Woche sperren würde – und zwar ohne Absprache mit einem anderen Träger wie der KAGES – Patienten nicht versorgen würde und ‚fahrlässig‘ agiere, weise ich als ärztlicher Leiter des Hauses entschieden als unrichtig und rufschädigend zurück“, so der ärztliche Leiter des UKH Graz, Primarius Dr. Michael Plecko. Für den Vorsitzenden der AUVA-Landesstelle Graz, KoR Günther Stangl und seinen Stellvertreter Hubert Gangl sind diese Unterstellungen der Ministerin auch „ein Angriff auf die hervorragenden Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UKH Graz“.

Richtig sei vielmehr: Notfälle werden im UKH Graz immer – 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche – behandelt. Auch für ambulante Fälle ist das Team des UKH Graz 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche verfügbar. Sperren gibt es dann, wenn z.B. alle OPs besetzt sind. Sperren gibt es auch, wenn alle Betten besetzt sind. Ein Schockraum muss dann gesperrt werden, wenn dort bereits ein Schwerverletzter behandelt wird. Ein Schwerverletzter muss ohne Umwege schnellstmöglich behandelt werden. Es darf zu keiner Wartezeit kommen, z.B. bis ein Schockraum wieder frei ist. Sperren werden immer dem LKH-Universitätsklinikum Graz der KAGES mitgeteilt. Wenn wieder Kapazitäten gegeben sind, dann werden die Sperren sofort aufgehoben.

Dazu der ärztliche Leiter des UKH Graz: „Sperren werden mit Augenmaß und nur dann ausgesprochen, wenn die Ressourcen nicht mehr ausreichen, um eine qualitativ korrekte Versorgung sicherstellen zu können. In dieser Zeit läuft die Notaufnahme natürlich weiter und es kommen auch in gesperrten Zeiten viele Patienten zur Versorgung in das UKH Graz. Sperren werden immer dem LKH-Universitätsklinikum Graz der KAGES mitgeteilt. Korrekterweise waren es seit Juni 2017 bis heute 61 teilweise oder vollständige Sperren, die nur auf Überlastung zurückzuführen waren. Dies zeigen auch die Versorgungszahlen: Das UKH Graz hat eine durchschnittliche Auslastung von über 90 Prozent; allein 2017 wurden über 50.000 Patienten behandelt und mehr als 5.000 Operationen durchgeführt. Wir sind noch immer das UKH mit den höchsten OP-Zahlen bei bekanntlich wesentlich geringerem Personalstand gegenüber vergleichbaren Abteilungen. Es ist also völlig unrichtig und eine Zumutung für die so motivierten und leistungsbereiten Mitarbeiter des UKH Graz, wenn solchen Falschmeldungen den Weg bis ins Parlament finden.“ 

Wir funktioniert eine Sperre?

Wenn Patienten, die mit der Rettung eingeliefert werden, vom Krankenhaus nicht mehr aufgenommen werden können, muss das Krankenhaus eine Sperre verhängen und dies umgehend an die Rettungsorganisationen melden. Das funktioniert über ein zentrales, automatisiertes EDV-System. Mit diesem Wissen können Rettungskräfte Schwerverletzte direkt in ein Krankenhaus bringen, in dem sie ohne Verzögerung die notwendige Versorgung erhalten. „Diese Vorgehensweise garantiert einen funktionierenden Rettungsprozess. Würde man dies unterlassen, so wäre dies fahrlässig und mitunter lebensgefährlich für die Patientinnen und Patienten“, so Primarius Plecko.

Ferner sei festzuhalten, dass die Reduktion der unfallchirurgischen Versorgung in umliegenden Spitälern der KAGES einen Ansturm von Patienten auf das UKH Graz zur Folge hat. Auch die für Sommer avisierte Sperre des OP im LKH Feldbach lasse ein höheres Patientenaufkommen für das UKH Graz erwarten.  

UKH Graz bietet Unfallheilbehandlung auf Top-Niveau und verlässlicher Partner

Eine Gesundheitsministerin, die ein Unfallkrankenhaus entweder aus Uninformiertheit oder wider besseres Wissen schlecht redet, agiert fahrlässig.Das UKH Graz der AUVA bietet nicht nur den Patientinnen und Patienten Unfallheilbehandlung auf Top-Niveau, es ist auch stets verlässlicher Partner für andere Krankenhausträger. Und dies, obwohl die AUVA keinen öffentlich-rechtlichen Auftrag zur Versorgung mit Betten hat. Ein nicht unwesentliches Detail, über das die Gesundheitsministerin eigentlich Bescheid wissen sollte “, so der Vorsitzende der AUVA-Landesstelle Graz, KoR Günther Stangl.

Für den stellvertretenden Vorsitzenden Hubert Gangl stellen „die Unterstellungen der Ministerin einen Angriff auf die hervorragenden Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. Dem ist entschieden entgegenzutreten.“ 

Über die AUVA:

Bei der AUVA sind rund 320.000 Unternehmen und über 5 Millionen Personen gesetzlich gegen die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichert. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben fast zur Gänze aus den Beiträgen der Dienstgeber und übernimmt dafür die Haftung für Arbeitsunfälle und das Auftreten von Berufskrankheiten. Kernaufgaben der AUVA sind die Verhütung von Arbeitsunfällen sowie die Heilbehandlung und Rehabilitation.  Ziel ist es, Unfallopfer und Beschäftigte mit Berufserkrankungen möglichst rasch wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Eine weitere Kernaufgabe der AUVA ist die finanzielle Entschädigung. Diese vier Aufgabenbereiche der AUVA ermöglichen eine integrierte und effiziente Unfallversicherung mit hohem volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen.

Die AUVA betreibt das Traumazentrum Wien mit den beiden Standorten Meidling und Brigittenau/Lorenz Böhler, die Unfallkrankenhäuser Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt und Kalwang sowie die Rehabilitationszentren Meidling (Wien), Weißer Hof (NÖ), Häring (Tirol) und Tobelbad (Steiermark). In den Einrichtungen der AUVA werden jährlich über 370.000 Patientinnen und Patienten auf medizinischem Spitzenniveau versorgt, davon mehr als 46.000 stationär.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)