AT: Typ-2-Diabetes und Herzgesundheit

4. November 2020 | News Österreich | 0 Kommentare

Im Vorfeld des Weltdiabetestages am 14. November veranstaltete das weltweit führende, forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim eine Online-Medienveranstaltung, bei der über Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Todesursache bei Menschen mit Typ-2-Diabetes (3) diskutiert wurde. Dem Dialog zwischen Patient und Arzt über die Herzgesundheit bei Typ-2-Diabetes kommt daher eine besonders große Bedeutung zu.

Ziel der Veranstaltung, die in Partnerschaft mit CARE 4 YOUR HEART, dem Verein zur Verhinderung von diabetesbedingten Folgeerkrankungen stattfand, war es, das Bewusstsein für die erhöhten kardiovaskulären Risiken zu schärfen, denen Menschen mit Typ-2-Diabetes ausgesetzt sind – entgegen der verbreiteten Auffassung, dass es bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes lediglich um die Überwachung des Blutzuckerspiegels geht.

Typ-2-Diabetes befindet sich auf dem Vormarsch: Etwa 463 Mio. Erwachsene leben derzeit mit Diabetes, 90 % davon sind Typ-2-Diabetes-Fälle, wobei man davon ausgeht, dass diese Zahl bis 2045 voraussichtlich auf 700 Mio. ansteigen wird. (1)

Wenn Menschen an Diabetes denken, ist die Überwachung des Blutzuckerspiegels normalerweise das Erste, was ihnen in den Sinn kommt. Es gibt jedoch noch viel mehr Faktoren zu berücksichtigen, wenn es darum geht, mit dieser Krankheit umzugehen. Diabetes kann Komplikationen an verschiedenen Organen und Körperteilen wie Augen, Mund, Nerven, Nieren und Herz verursachen, (1) wobei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine der Haupttodesursachen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes sind. (2) Das Fördern der Herzgesundheit ist für Menschen mit Typ-2-Diabetes von größter Bedeutung, und es ist wichtig, dass sie mit einem Arzt darüber sprechen, wie sie geschützt werden können.

Jean-Luc Eiselé, CEO der World Heart Federation, betonte auf der Veranstaltung das geringe Bewusstsein vieler Patienten bezüglich des Herz-Kreislauf-Risikos bei Diabetes: „Viele Menschen, die mit Diabetes leben, sind sich nicht dessen bewusst, dass sie möglicherweise auch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben, da eine Schädigung des Herzens nicht immer sofort zu Symptomen führt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die weltweit häufigste Todesursache, doch mindestens 80 % der vorzeitigen Todesfälle durch Herzkrankheiten und Schlaganfall könnten vermieden werden. Deshalb ist es für Menschen, die mit Diabetes leben, so wichtig, mit einem Arzt darüber zu sprechen, wie sie sich schützen können.“

Aus kardiologischer Sicht fügte Prof. Ricardo Fontes-Carvalho, ein renommierter Kardiologe aus Portugal, hinzu: „Ein hoher Blutzuckerspiegel prädisponiert Patienten zu mehr Arterienverstopfungen im ganzen Körper, insbesondere in Herz und Gehirn. Menschen, die mit Diabetes leben, neigen auch zu einem hohen Gehalt an schlechtem Cholesterin und einer Veranlagung zu Bluthochdruck, Fettleibigkeit oder Bewegungsmangel, was ihr kardiovaskuläres Risiko erhöht. Selbst wenn der Glukosespiegel unter Kontrolle ist, erhöht Typ-2-Diabetes das Risiko von Herzerkrankungen und Schlaganfall erheblich, was zeigt, wie wichtig ein integrierter Behandlungsansatz aller kardiovaskulären Risikofaktoren ist, um das Risiko zu senken.“

Obwohl Typ-2-Diabetes schädliche Auswirkungen auf das Herz haben kann, gibt es Maßnahmen, die zur Verringerung dieser Auswirkungen ergriffen werden können. Bei guter Behandlung der Erkrankung können Menschen mit Typ-2-Diabetes ihr Risiko für schwerwiegende Komplikationen, wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, senken. (1)

Univ. Prof. Dr. Thomas Wascher, einer der führenden österreichischen Diabetes-Experten und Leiter der Diabetes-Ambulanz am Hanusch-Krankenhaus, sagte: „Die Steuerung der Herzgesundheit ist ebenso wichtig wie die Steuerung des Blutzuckerspiegels bei Menschen, die mit Diabetes leben. Die Vernetzung von Herz und Blutgefäßen ist der Grund dafür, dass Typ-2-Diabetes das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle erhöht. Wir wissen, dass Patienten mit Typ-2-Diabetes ein zwei- bis viermal höheres Risiko haben, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln, als Patienten ohne Diabetes. Daher ist ein ganzheitlicher Ansatz beim Umgang mit Typ-2-Diabetes und dem Risiko von Herzerkrankungen erforderlich.“

Dr. Sarah Jarvis, Allgemeinmedizinerin und Fellow des Royal College of General Practitioners in Grossbritannien, erklärte, warum ein offener Dialog zwischen Patienten und Ärzten so wichtig ist, insbesondere bei chronischen Krankheiten wie Diabetes: „Der Schlüssel zum langfristigen Erfolg bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes liegt darin, dass die Patienten eine gute Kommunikation mit ihrem Arzt haben und mit ihm als Team zusammenarbeiten, um ihre Erkrankung erfolgreich zu bewältigen. Wir wissen, dass Patienten ihre Behandlung eher akzeptieren, wenn sie daran glauben, dass sie ihren Zustand verbessern können.“

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)