AT: Tipps für den Alltag mit Inkontinenz

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Bei Problemen mit der Blase oder dem Darm man kann selbst sehr viel zu einer Verbesserung beitragen. So wirken sich richtige Ernährung und ein Anpassen des Trinkverhaltens positiv auf eine Blasen- oder Darmschwäche aus. Im Rahmen der heurigen Welt-Kontinenz-Woche informiert die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) über die Vielfalt an Möglichkeiten, einen entspannten Alltag trotz Inkontinenz leben zu können.

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Online-Vortrag am Freitag, 25. Juni 2021, 18.00 Uhr

„Tipps für den Alltag: richtig trinken, essen und mehr“

Adelheid Anzinger, DGKP

Kontinenz- und Stomaberaterin (KSB)

Ordensklinikum Linz, Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern

Ab ca. 18.30 Uhr: Live-Diskussion
Im Anschluss an den Vortrag folgt eine moderierte Live-Diskussion zu allen Fragen rund um die Inkontinenz. Dafür stehen OÄ Dr. Michaela Lechner (Proktologin, Expertin für Darmschwäche, MKÖ-Präsidentin), OA Dr. Michael Rutkowski (Urologe / Experte für Blasenschwäche, MKÖ-Vizepräsident), Heidi Anzinger, DGKP (Kontinenz- und Stomaberaterin) und Katharina Meller (Physiotherapeutin) zur Verfügung.

(Direktlink zur Live-Diskussion: https://youtu.be/i0fcNzGv2h4)

Link für die Teilnahme: www.youtube.com/kontinenz

Fragen können während des Vortrags und während der Live-Diskussion per Chat gestellt oder vorab an info@kontinenzgesellschaft.at geschickt werden.

Alle Videos der Welt-Kontinenz-Woche stehen nach der YouTube-Premiere im YouTube-Kanal der MKÖ dauerhaft zur Verfügung.

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Inkontinenz bedeutet, ungewollt den Inhalt von Blase oder Darm zu verlieren – und das zur falschen Zeit am falschen Ort. Wichtig zu wissen: Für jede Form der Blasen- und Darmschwäche gibt es Hilfe, Linderung und oft auch Heilung. Entscheidend dabei: Inkontinenz ist nicht gleich Inkontinenz. Die unterschiedlichen Formen müssen auch unterschiedlich behandelt werden. Manchmal kann auch mit einer Veränderung des Lebensstils, wie etwa das Ess- und Trinkverhalten, schon viel erreicht werden. „Ein gutes Hilfsmittel sind ein Blasen- beziehungsweise ein Stuhltagebuch. Hier wird dokumentiert, wieviel, was und wann man trinkt oder isst sowie wieviel Harn oder Stuhl man wann und unter welchen Umständen ausscheidet“, erklärt Heidi Anzinger, Kontinenz- und Stomaberaterin am Ordensklinikum Linz, Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern. „Je genauer diese Protokolle geführt werden, desto eher kann der behandelnde Arzt die Ursache des Problems finden und eine Kontinenz- und Stomaberaterin entsprechende Änderungen im Trink- und Essverhalten anleiten.“

Allgemeine Tipps der Expertin:

  • Die tägliche Trinkmenge sollte bei etwa 1,5 bis 2 Liter liegen.
  • Nicht auf das Durstgefühl warten, sondern die Trinkmenge gleichmäßig über den Tag verteilen (2/3 bis Mittag, 1/3 nachmittags).
  • Konsum von Kaffee oder Schwarztee verringern. Ab 3 Tassen wirken diese Getränke harntreibend.
  • Auch Alkohol hat eine harntreibende Wirkung und senkt die Wahrnehmung einer vollen Blase.
  • Kohlensäurehaltige Getränke können den Harndrang verstärken und bei empfindlichen Menschen Blähungen auslösen.
  • Essen Sie regelmäßig und genussvoll.
  • Bei Verstopfung: ausreichend trinken, Ballaststoffe essen und so viel wie möglich bewegen.
  • Bei Durchfall: beobachten, unter welchen Umständen Durchfall auftritt und mit dem Arzt besprechen. Auf ausgewogene Ernährung achten und vermehrt stopfende Nahrungsmittel zu sich nehmen.
  • Blasendrang nicht zu lange hinauszögern, aber auch nicht jeder „Alarmierung“ der Blase nachgeben.
  • Die Blase ohne Druck entleeren. Sowohl Blase als auch Darm sind ein Muskel und ziehen sich bei der Entleerung automatisch zusammen.
  • Auf eine entspannte Sitzposition am WC achten (z.B. Beine auf ein Stockerl stellen).
  • Beckenbodenbelastende Situationen (wie z.B. schweres Heben) vermeiden.
  • Die Haut im Genitalbereich sollte mit dafür geeigneten Produkten gut gepflegt sein.

„Ich möchte alle Betroffenen ermutigen, das Problem mit der Blase beziehungsweise dem Darm beim Arzt anzusprechen und abklären zu lassen, damit es entsprechend behandelt werden kann“, appelliert Anzinger. „Kontinenz- und Stomaberaterinnen informieren, schulen und beraten Menschen mit Kontinenz- und Ausscheidungsproblemen dann über mögliche Hilfsmittel und Therapiemaßnahmen, um so einen individuellen Weg zurück in ein aktives und erfülltes Leben zu finden.“ Denn für jede Form der Blasen- und Darmschwäche gibt es verschiedenste Hilfsmaßnahmen, mit denen Linderung und oft auch Heilung erzielt werden können. Und auch selbst kann man viel zur Verbesserung der Kontinenz beitragen. Deshalb das Motto der MKÖ: Darüber reden statt darunter leiden!

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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