AT: Tag der pflegenden Angehörigen: Setzen wir mutig und schnellstmöglich Zeichen

11. September 2020 | News Österreich | 0 Kommentare

LHStv.in Prettner: Es kann nicht genug Entlastungsangebote für pflegende Angehörige geben – Bundesweite Pflegeoffensive dringend nötig

Klagenfurt (OTS/LPD) – Klagenfurt (LPD). „Die Herausforderungen an die Pflege werden immer größer. Die Politik ist immens gefordert. Aber nicht nur die Politik – vor allem sind es die pflegenden Angehörigen, die einer enormen physischen und psychischen Belastung ausgesetzt sind“, sagt die Kärntner Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner. „In Kärnten haben wir schon vor Jahren eine Offensive gestartet, die mit unterschiedlichsten Maßnahmen, Angeboten und Projekten mithilft, pflegende Angehörige zu entlasten. Viele dieser Angebote haben uns zum Pflege-Vorreiter in Österreich gemacht“, so Prettner. Doch sie weiß: „Wir dürfen und werden in unseren Bemühungen nicht nachlassen. Im Gegenteil: Es ist noch viel zu tun. Wir werden weitere Angebote umsetzen, die den pflegenden Angehörigen eine konkrete Unterstützung geben. Das nächste ganz wichtige Projekt werden wir bereits nächste Woche präsentieren“, informiert die Gesundheitsreferentin.

Einmal mehr macht Prettner auf die kostenlose Urlaubswoche für pflegende Angehörige aufmerksam, die in Kärnten an insgesamt sechs Terminen pro Jahr angeboten wird. Bis 17. Oktober läuft noch die Anmeldefrist für die drei Herbstturnusse. Antragsformulare sind über die jeweiligen Gemeindeämter erhältlich. Zudem erinnert Prettner an das kostenlose Pflegetelefon, das im Mai 2018 eingeführt wurde: Experten stehen hier mit Rat und Tat zu allen Pflegefragen zur Verfügung – und zwar von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 11 Uhr. Die Nummer lautet 0720 788 999. Davon abgesehen ist in allen Bezirkshauptmannschaften bzw. Magistraten die so genannte Gesundheits-Pflege-Service-Stelle (GPS) angesiedelt: Die Mitarbeiter kommen auch gerne zu einer Beratung über alle möglichen Hilfsangebot nach Hause.

Für dringend notwendig hält Prettner eine bundesweite Pflegeoffensive mit dem Herzstück Ausbildung: „Das Jahr 2020 wurde ja von der Bundesregierung als ‚Jahr der Pflege‘ ausgerufen. Coronabedingt ist das in den Hintergrund geraten. Allerdings war und ist es gerade auch die Coronakrise, die uns einmal mehr vor Augen führt, wie wichtig ein funktionierendes, unerschütterliches Pflegewesen ist. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren – reden wir nicht nur über Pflegereformen und einen ‚Pakt gegen die Einsamkeit‘, sondern setzen wir mutig und schnellstmöglich bundesweite Schritte“, appelliert Prettner.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)