AT: Tag der Pflege: „Keine leeren Versprechen mehr!“

Breite Unterstützung: 41 Karitative Arbeitgeber*innen unterstützen Forderungen nach Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich: „Pflegereform duldet keinen Aufschub!“

Im Vorfeld des Tags der Pflege am 12. Mai appelliert der Verein Karitativer Arbeitgeber*innen (VKA) an die Bundesregierung, ihr Versprechen einer Pflegereform endlich in die Tat umzusetzen. Alex Bodmann, Vorsitzender des Vereins, der österreichweit die kollektivvertraglichen Interessen von 41 Mitgliedorganisationen und damit von über 16.000 Beschäftigten im Sozial- und Pflegebereich vertritt: „Die Pflege braucht keine Luftschlösser und keine leeren Versprechen mehr. Dass die Regierung ihre Reform nun für die kommenden Monate avisiert, ist erfreulich. Denn wir brauchen diese Reformen besser heute als morgen.“ Der VKA stellt sich größtenteils hinter die Forderungen, die zuletzt auch von der „Offensive Gesundheit“, eines Verbunds von Ärzte-, Arbeiterkammer und Gewerkschaft erhoben wurde. „Der Pflegebereich hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er systemrelevant ist. Gleichzeitig ist klar: Die Pflege droht, selbst zum Pflegefall zu werden, wenn nicht endlich jene Reformen auf den Weg gebracht werden, die uns schon seit vielen Jahren versprochen werden.“ Konkret fordert der VKA, das Pflegepersonal zu stärken, Betroffene stärker zu unterstützen und pflegende Angehörige deutlich zu entlasten.

Forderung nach einem Ende der Ausbildungskosten

Edith Pfeiffer, VKA-Geschäftsführerin: „Der Pflegenotstand ist längst Realität – im Alltag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Betreiber von Einrichtungen und nicht zuletzt im Alltag der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen. Uns läuft die Zeit davon“. Aus Sicht des VKA müsse zu Beginn einer Pflegereform eine Stärkung der Pflegekräfte stehen. Bodmann: „Zum einen muss der Einstieg in den Pflegeberuf durch unterschiedlichste Ausbildungswege möglich sein – für junge Menschen, berufsbegleitend und auch für potentielle Quereinsteiger*innen. Und zum anderen müssen Ausbildungskosten abgeschafft werden – ein Ende von Schulgeld und Studiengebühren und stattdessen finanzielle Unterstützung bei der Deckung der Lebenserhaltungskosten.“ Darüber hinaus wäre es wichtig, den Berufseinstieg für ausländisches Personal zu erleichtern. Aus Sicht Pfeiffers müsse es auch darum gehen, attraktivere Rahmenbedingungen sicherzustellen: „Zwar sind heute so viele Menschen wie noch nie im Sozial- und Pflegebereich beschäftigt, doch angesichts demographischer Entwicklungen sind es eben noch immer zu wenige. Es muss daher noch sehr viel attraktiver werden, sich für den Pflegeberuf zu entscheiden. Dazu gehören noch attraktivere Rahmenbedingungen insbesondere auch eine Erhöhung der Personalschlüssel in den Pflegeeinrichtungen und der entsprechenden Finanzierung der selbigen. Ziel muss sein, dass Sozialbetreuer*innen und Pflegekräfte ausreichend zeitliche Ressourcen für die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen haben.“

VKA – 41 Mitglieder für Verbesserungen im Pflege- und Sozialbereich im Einsatz

Der „Verein karitativer Arbeitgeber*innen“ ist ein kollektivvertragsfähiger Verein und umfasst derzeit 41 Mitgliederorganisationen (karitative und soziale kirchliche Einrichtungen). Der Verein hat den Zweck, die Interessen karitativer und sozialer kirchlicher Einrichtungen, soweit sie gemeinnützig, mildtätig oder kirchlich tätig sind, in deren Eigenschaft als Arbeitgeber*in im Sinne des § 4 Arbeitsverfassungsgesetz auf Bundes- und Landesebene zu vertreten. Zum Aufgabenbereich des Vereines gehört insbesondere die Aufgabe, die Arbeitsbedingungen innerhalb des Wirkungsbereiches der karitativen Einrichtungen der Katholischen Kirche in Österreich im gesamten Bundesgebiet zu regeln.

Weitere Aufgaben sind insbesondere Verhandlungen mit öffentlich-rechtlichen Stellen, die Interessensvertretung im Gesundheits- und Sozialbereich, die Öffentlichkeitsarbeit, sowie die öffentliche Vertretung der Mitglieder im Sinne des Vereinszwecks.

Der VKA ist Gründungsmitglied des IAFW (= Interessensverband der Arbeitgeberverbände der freien Wohlfahrt).

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)