AT: Symposium der ARGE NÖ Heime der Reihe „ausSICHTEN“ mit den Titel „Glück … haben oder sein“

(C) NÖ Heime

NIEDERÖSTERREICH – Am 17. Oktober 2018 widmete sich das Symposium der ARGE NÖ Heime unter dem Titel „Glück … haben oder sein“ einem facettenreichen Thema, das uns nicht nur privat, sondern auch in unserem täglichen Tun und in der Arbeit beeinflusst. Was ist GLÜCK überhaupt? Diese Frage ist wohl so alt, wie die Frage nach dem Sinn des Lebens und wahrscheinlich genauso schwer zu beantworten. Für jeden von uns kann GLÜCK eine andere Bedeutung haben. Die Förderung individuellen menschlichen Streben nach GLÜCK ist heute Gegenstand verschiedenster Forschungen unter neurobiologischen, medizinischen, soziologischen, philosophischen und psychotherapeutischen Gesichtspunkten.

Ziel ist es, sich mit bewusst mit der Bedeutung von „Glück“ für jeden einzelnen, aber auch für unsere Gesellschaft und die Menschen, die uns anvertraut sind, auseinanderzusetzen, so ARGE-Obmann Stockinger in seiner Begrüßungsrede an die rund 300 TeilnehmerInnen des Symposiums.

Das Wort „Glück“ ist für jeden Menschen, egal welchen Alters, von großer Bedeutung. Obwohl glücklich sein sehr individuell ist und von jedem Menschen anders definiert wird, gibt es ein paar grundlegende Rahmenbedingungen die das Glücklich Sein erleichtern. „Es mir ein großes Anliegen, diese Rahmenbedingungen auch in unseren Pflege- und Betreuungszentren Niederösterreichs zu schaffen“, so Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister in ihrer Eröffnungsrede.

Im Eröffnungsreferat bringt die Philosophin Ariadne von Schirach den TeilnehmerInnen die Unterschiede zwischen Zufriedenheit, Sinn und Glück näher. Was verstehen wir unter Glück? Wie kann man das eigene ebenso wie fremdes Glücksempfinden und Glückserleben verstärken? Und was kann man daraus jeweils für die Pflege älterer Menschen mitnehmen? Zusammenfassend sagt die Philosophin: Glück ist – Erwartung minus Realität.

Anschließend erklärt Dr.in Melanie Hausler,klinische Psychologin, in ihren Vortrag „Glücksimpulse für Körper und Geist“, dass sich insbesondere chronischer Stress sowohl auf die körperliche als auch die psychische Gesundheit negativ auf das Glücksgefühl auswirken. Er kann zu dauerhaften Veränderungen unseres Immunsystems, vermehrter Krankheitsanfälligkeit bis hin zu erhöhter Sterblichkeit führen. In ihrem Vortrag zeigt sie unter anderem Glücksrezepte für praktische und alltagstaugliche Übungen auf, mittels deren Hilfe sich Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit erhöhen lassen.

Vor der Mittagspause gibt Dr. Ursula Versteegen, PhD., M.P.H., Aktionsforscherin und Sozialkünstlerin, in ihrem Vortrag „Bruttonationalglück: Von innerer Transformation zu sozialer Innovation“ zu bedenken, dass wenn man sich ernsthaft mit Glück beschäftigen will, man sich auch mit Leid befassen muss und mit der Frage, was wahres Glück ist – und den Ursachen von beidem. Bhutan hat es gewagt als erstes Land „Glück“ zum Staatsziel zu erklären über das Bruttonationalglück von Buthan. Ziel des Vortrags war einen Einblick in die Grundideen des GNH(Gross National Happiness) zu geben, aber auch die Freude und Inspiration, die davon ausgeht uns wieder mehr mit uns selbst, miteinander, und mit der Natur zu verbinden, zu teilen.

Nach der Mittagspause belustigten die beiden Rote Nasen Clowndoctors Dr. Rudi Rucola & Prof. Dr. Hubert Eierkopf, die TeilnehmerInnen und agierten interaktiv zu Glück.

Ing. Mag. Stefan Gros, MMSc, MA Lebensberater, wies in seinem Vortrag „Glück, Weisheit, das Alter und ich“ darauf hin, dass das Thema Glück und Unternehmensführung für ihn untrennbar verbunden ist. Er ist der Meinung, dass Arbeit nachweislich einer der größten Einflussfaktoren auf unser Wohlbefinden und unser Glück ist und sagt: Glück ist – genug zu haben, aber trotzdem noch etwas ändern zu wollen.

Am Ende des Tages spricht Barbara Pachl-Eberhart, Autorin, in ihrem Vortrag wie ich nach dem Verlust ihrer Familie zu einem neuen Leben fand“ – zu einer LebensKraftquelle für sich und andere verwandelt hat. Was Glück heute für sie bedeutet, warum es nicht das Gegenteil der Tränen ist, warum es manchmal weh tun darf und warum das kleine Glück manchmal das größte ist. Trotzdem glücklich? Nein: glücklich, mit allem, was geschehen ist. Glücklich, gerade deshalb. Sie spricht über ihre persönlichen Glücksmomente von einem erweiterten, tieferen fundamentalen Glück – von einem gewandelten und gewachsenen Glücksbegriff und wie wichtig Achtsamkeit für sie ist.

Tosender Applaus und Standing Ovation beendete diesen mit Glück erfüllten Tag. Wir danken allen TeilnehmerInnen und ReferentInnen, dass Sie sich für unser Symposium Zeit genommen haben und blicken auf ein „glückliches“ Symposium zurück.

Die ARGE der NÖ Pensionisten- und Pflegeheime – gegründet 1993 – ist eine moderne und soziale Plattform für alle Notwendigkeiten und Probleme, die sich bei der stationären Betreuung und Pflege der alten Menschen in NÖ stellen. Die Dienstleistungen der ARGE sind unter anderem Qualität, Angebote für alte Menschen weiter entwickeln, Kooperationen, Miteinander Ziele erreichen, Gesellschaft, verlässliche Partnerschaft zur Politik. Informationen unter www.noeheime.at

 

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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