AT: SPÖ-Abgeordnete starten Petition „Pflege und Betreuung ist Schwer(st)arbeit“

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SPÖ fordert Aufnahme von Pflegekräften in Schwerarbeiterregelung

„Corona hat die Bedingungen in der Pflege nochmals verschärft und verdeutlicht, dass die türkis-grüne Regierung nicht nur bei der Pflegereform säumig ist, sondern auch nicht anerkennen will, dass Pflege schwere körperliche Arbeit ist. Viele der Menschen in Pflege- und Betreuungsberufen, die sich um unsere kranken, alten und behinderten Angehörigen kümmern, können diese schwere Arbeit nicht bis zum Alter von 65 leisten. Es ist höchste Zeit, dass die rund 160.000 Pflegekräfte, darunter vorwiegend Frauen, endlich entlastet werden“, betont SPÖ-Abgeordneter Christian Drobits, der gemeinsam mit betroffenen Pflegekräften und SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch eine Petition mit dem Titel „Pflege und Betreuung ist Schwer(st)arbeit“ im Parlament einbringt. Übergeben wurde die Petition an die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures. „Wir werden den Druck weiter verstärken, dass endlich etwas passiert“, so Muchitsch.

Pflege und Betreuung ist Schwer(st)arbeit und somit besonders belastende Arbeit – das ist durch Studien vielfach belegt und nachgewiesen. Diese Berufe beinhalten unregelmäßige Dienste, Stress, Nachtdienste, Leistungsdruck, fehlende Pausen und ungewohnt hohes Arbeitsaufkommen in Krisensituationen. „Diese Berufe müssen daher den Zugang zur Schwerarbeitspension erhalten. Denn jetzt wird die Schwerarbeitsverordnung der Praxis der Pflegeberufe nicht gerecht und die Schwerarbeitspension für Pflegekräfte faktisch nicht zugänglich. Das Bewegen und Umbetten bettlägeriger Patientinnen und Patienten ist aber Schwerarbeit“, so Drobits.

Muchitsch ergänzt, dass in der Petition auch gefordert wird, dass Schul- und Ausbildungszeiten für die erforderlichen Versicherungszeiten voll angerechnet werden: „Damit können die erforderlichen Versicherungsmonate leichter erreicht werden.“ Und als dritter Punkt wird gefordert, dass alle Schwerarbeitszeiten grundsätzlich abschlagsmildernd bei Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen angerechnet werden: „Denn die Erfahrung zeigt, dass aufgrund der hohen psychischen und physischen Belastung viele Pflegekräfte eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension in Anspruch nehmen müssen. Die sollen nicht noch mit hohen Abschlägen bestraft werden“, so die beiden SPÖ-Abgeordneten.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)