AT: Soziale Arbeitgeber*innen mahnen bei Pflegereform weiterhin Tempo ein

7. Oktober 2022 | News Österreich | 0 Kommentare

„Der von der Politik versprochene Gehaltsbonus für 2022 ist noch nicht gesichert! Bund und Länder müssen rasch handeln!“ IAFW fordert konkrete Handlungen.

Der Interessensverband der Arbeitgeberverbände der freien Wohlfahrt (IAFW), bestehend aus dem Verein der karitativen Arbeitgeber*innen (Caritas), der Diakonie, dem Roten Kreuz und der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), fordert von der Bundesregierung und den Ländern eine rasche Umsetzung des für 2022 versprochenen Gehaltsbonus für Mitarbeiter*innen im Pflegebereich. „Wir hoffen, dass die Politik Wort hält und dass über hunderttausend Beschäftigte im Pflegebereich noch heuer den Gehaltsbonus erhalten, der ihnen versprochen wurde. Allein: Die Zeit für eine fristgerechte Umsetzung wird langsam knapp“, betont Alexander BodmannCaritasdirektor der Erzdiözese Wien und derzeit turnusmäßig Vorsitzender des IAFW, dessen Mitglieder insgesamt für die Kollektivverträge von mehr als 140.000 Mitarbeiter*innen verantwortlich sind. Zwar haben Bund und Länder bei einer Tagung der Soziallandesreferent*innen bereits im September Eckpunkte zur Umsetzung der Pflegereform und zur Auszahlung des Gehaltsbonus fixiert, „doch derzeit ist die Umsetzung der Beschlüsse noch offen“, so Bodmann. Unklar ist, ob das Versprechen gelingt, dass unsere Mitarbeiter*innen den Gehaltsbonus noch heuer ausbezahlt bekommen können. Und unklar ist vor allem auch, wie hoch dieser Bonus nun tatsächlich ausfallen soll.“, so Robert Schütz von der Diakonie.

Peter Kaiser vom Roten Kreuz: „Aus unserer Sicht ist klar: Wenn das Gehaltsplus wie ursprünglich angekündigt in etwa einem zusätzlichen Monatsgehalt entsprechen soll, wird es notwendig sein, den Bonus ähnlich der Teuerungsprämie, steuer- und abgabenfrei auszubezahlen und damit auch eine möglichst einfache Abwicklung sicherzustellen.“ Dazu müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen ehebaldigst stehen. Walter Marschitz von der Sozialwirtschaft Österreich: „Klar ist auch: Bund und Länder müssen den Trägerorganisationen die zusätzlichen Mittel rechtzeitig zur Verfügung stellen, damit die Organisationen den Gehaltsbonus auch wirklich noch im Dezember auszahlen können. Andernfalls wird das Versprechen der Bundesregierung zumindest heuer nicht zu halten sein.“ Alexander Bodmann betont abschließend: „Es ist grundsätzlich sehr zu begrüßen, dass die beschlossenen Gehaltserhöhungen mehr Berufsgruppen zugestanden werden als ursprünglich geplant – egal, ob Pflegeassistenz, Sozialbetreuer*in, diplomierte Pflegekraft oder Heimhelfer*in: sehr viele Berufsgruppen werden von der Gehaltserhöhung profitieren. Aus Sicht der Arbeitgebervertreter*innen ist aber klar: Um die Stärkung des Sozial-, Pflege- und Gesundheitsbereichs nachhaltig zu sichern, muss die Erhöhung über die nächsten beiden Jahre hinausgehen.“

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)