AT: Smartphone-Nutzung belastet Halswirbelsäule – Gefahr für Nackenschmerzen vor allem bei Jugendlichen

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Mit der zunehmenden Nutzung von Smartphones steigt insbesondere bei Jugendlichen die Belastung für die Halswirbelsäule. Mit Handy-Pausen, ausgleichender Bewegung und halswirbelfreundlicher Haltung kann man Nackenschmerzen vorbeugen.

Wien/Horn, 14. Februar 2020 – Der ständige Blick aufs Smartphone kann mit der Zeit wehtun, und zwar vor allem im Nackenbereich. Das legt eine aktuelle deutsche Studie nahe. 2018 erfassten Forscher bei rund 100 Schülerinnen und Schülern im Alter von 12 bis 18 Jahren die tägliche Handynutzungsdauer und den Zustand ihrer Halswirbelsäule. In einer Follow-up Studie 2019 stellte das Forscherteam nun fest, dass die Schülerinnen und Schüler ihr Smartphone noch intensiver nutzten als vor einem Jahr. Zugleich zeigte sich eine leichte Zunahme der Beschwerden an der Halswirbelsäule auf Basis des „Neck Disability Index“ (NDI). Der Fragebogen bewertet Schmerzen und Probleme bei alltäglichen Aktivitäten aufgrund von Beschwerden an der Halswirbelsäule. Bereits 38 Prozent der untersuchten Schüler hatten einen NDI von über zehn Prozent.

27 Prozent schmerzt Nacken nach längerer Smartphone-Nutzung

Durchschnittlich nutzten die Schülerinnen und Schüler das Smartphone 2,9 Stunden täglich, 16-Jährige sogar drei bis vier Stunden pro Tag. Bei 21 Prozent der Jugendlichen sahen die Forscher Anzeichen einer Abhängigkeit vom Smartphone. Nach längerer Nutzung des Handys klagten die Schülerinnen und Schüler insbesondere über Nackenschmerzen (durchschnittlich 27 Prozent), Kopfschmerzen (21 Prozent) sowie Augenschmerzen (zwölf Prozent).

„Besonders die jüngere Generation verbringt zunehmend mehr Zeit mit der Smartphone-Nutzung. Häufig wird das Handy jedoch in einer nach vorne übergeneigten Kopfhaltung verwendet, die für die Halswirbelsäule belastend ist und zu Nackenschmerzen führt: Man spricht hier vom ,Smartphone Neck‘“, erklärt OÄ Dr. Waltraud Stromer, Vize-Präsidentin der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG), anlässlich der 19. Schmerzwochen der ÖSG. Die Fachgesellschaft legt bei ihrer jährlichen Informationskampagne heuer den Fokus auf die Schmerzvorbeugung.

Um diesen Nackenschmerzen vorzubeugen, hilft es, weniger Zeit mit dem Handy zu verbringen, regelmäßige Pausen mit Lockerungsübungen zu machen und eine rücken- bzw. halswirbelfreundliche Grundhaltung einzunehmen. „Das bedeutet: Smartphone vors Gesicht und Display auf einer Höhe mit den Augen. Und: Lieber die Augen senken, als Kopf und Nacken zum Handy zu beugen“, sagt Dr. Stromer.

Quelle:

Baltin C, Grevenstein D, Meyer C et al:  Follow-up Studie über die gesundheitlichen Auswirkungen der Smartphone-Nutzung auf den Hals und Nacken am Beispiel von Schulkindern. Meeting Abstract. Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2019). Berlin, 22.-25.10.2019. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2019. DocAB47-1232

 

Markus Golla
Über Markus Golla 5604 Artikel
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studiengangsleitung (FH) und Vortragender im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, Kommunikation & Projektmanagement, Pflegewissenschaft BScN (Absolvent UMIT/Wien), Kommunikationstrainer & Incentives-Experte, Masterstudent Pflegewissenschaft (UMIT/Hall)

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