AT: Schuppenflechte: Was sollten Betroffene bei der Corona-Impfung beachten?

Dr. Johannes Bisschoff, Dermatologe und Hautexperte in Wien, Fotocredit:VERDINO | Angelika Schiemer

Die rasche Zulassung von Impfstoffen macht Hoffnung auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie.

Wien (OTS) – Doch für Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis kann eine Impfung auch Verunsicherung bedeuten. Nun informiert die Psoriasis-Informations-Kampagne „Lass dich anschauen“ auf der Website (www.lassdichanschauen.at) und auf Social Media über aktuelle Empfehlungen und was Betroffene über die Corona-Impfung wissen sollten.

6. Mai 2021 – Österreichweit leiden etwa 250.000 Menschen an Psoriasis, auch bekannt als Schuppenflechte, einer genetisch bedingten, chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankung. Die Erkrankung tritt häufig in Schüben auf und beeinträchtigt die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zum Teil erheblich. Da Psoriasis eine chronische Krankheit ist, erhalten Betroffene meistens Langzeittherapien, die das Immunsystem unterdrücken oder beeinflussen. So können Krankheitsschübe abgemildert oder sogar verhindert werden. Impfungen sollen das Immunsystem hingegen aktivieren und dazu anregen, Antikörper gegen eine Infektion oder Erkrankung zu bilden. Für Psoriasis-Betroffene sind daher gesicherte Informationen zum Thema Impfen in Kombination mit ihrer Therapie besonders wichtig.

„lassdichanschauen.at“ gibt Antworten
Die Psoriasis-Informations-Kampagne „Lass dich anschauen“ greift nun die häufigsten Fragen von Patientinnen und Patienten rund um die Corona-Impfung auf: „Für Psoriasis-Patientinnen und -Patienten sind Impfungen generell ein wichtiges Thema, darum möchten wir sie besonders über die Corona-Impfung mit aktuellen Informationen versorgen und mögliche Unsicherheiten abbauen“, erklärt Dr. Dejan Baltic, Medical Director bei Amgen, die Ziele von „Lass dich anschauen“. Gemeinsam mit dem Wiener Dermatologen Dr. Johannes Bisschoff wurden Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Corona-Impfung unter www.lassdichanschauen.at zusammengestellt.

Was muss ich bei der Impfung besonders beachten?
Wichtig ist, dass man zum Zeitpunkt der Impfung gesund ist, also nicht an einer Erkältung, Grippe oder akuten COVID-19-Infektion leidet. Wenn man an einer rheumatischen Erkrankung leidet und eine immunsuppressive Therapie erhält, wird die Impfung nicht während eines schweren Schubs empfohlen, sondern in einer stabilen Erkrankungsphase. Es ist ratsam, sich vor und nach der Impfung zu schonen und besonders Alkoholkonsum, Sport und anstrengende Aktivitäten zu meiden. Im Grunde gelten alle Empfehlungen wie bei jeder anderen Impfung auch.

Reicht es nicht, wenn ich gegen Grippe geimpft bin?
Leider nicht. Wir wissen aber, dass Personen mit Grippeimpfung interessanterweise geringfügig weniger häufig an COVID-19 erkranken. Es gibt dazu Daten, dass die Grippeimpfung wahrscheinlich einen sehr leichten Schutz mit sich bringt(1). Das Immunsystem wird insgesamt stimuliert, aber wir reden von zwei verschiedenen Erkrankungen. Das bedeutet, wenn man gegen die eine geimpft ist, wirkt sich das nicht auch für die andere aus.

Was ist das größere Risiko für Psoriasis-Patientinnen und -Patienten: (schwer) an Covid-19 zu erkranken oder sich impfen zu lassen?
Diese Frage kann man relativ einfach beantworten. Mittlerweile sehen wir bei sehr vielen Personen diverse Spätfolgen einer COVID-19-Erkrankung. Auch junge Patientinnen und Patienten leiden oftmals an schweren Folgeerkrankungen und bleibenden Schäden im kardiovaskulären Bereich, in der Lunge oder in den Gefäßen. Wir gehen davon aus, dass alle derzeit zugelassenen Impfstoffe sicher und wirksam für Psoriasis-Patientinnen und -Patienten sind und empfehlen daher, dass sich Patientinnen und Patienten auch impfen lassen sollten.

Soll ich mit meiner Therapie pausieren, um mich impfen zu lassen?
Nein, das wird derzeit nicht empfohlen. Für genauere Informationen empfehlen wir eine Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt, da es einzelne Medikamente gibt, die kurzfristig pausiert werden sollten. Das ist aber eher die Ausnahme, in den meisten Fällen wird die Therapie fortgeführt. Generell empfiehlt sich für Impfungen das mittlere Behandlungsintervall, wenn man also alle vier Wochen eine Therapie erhält, ist nach zwei Wochen ein guter Zeitpunkt für die Impfung. Aber auch das sollte man mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt auf jeden Fall abklären.

Zu den aktuellen Hygienemaßnahmen gehören auch regelmäßiges Waschen und Desinfizieren der Hände: Soll ich diese Maßnahmen einhalten oder schade ich damit meiner Haut?
Auf jeden Fall sollten die Hände regelmäßig gewaschen und desinfiziert werden, denn nur so können wir uns vor COVID-19 schützen. Idealerweise direkt nach dem Waschen und Desinfizieren konsequent eincremen, um die Haut zu pflegen und zu schützen. Einweg-Schutzhandschuhe sind hingegen nicht zielführend, diese schaden der Hautbarriere mehr und können eine Hauterkrankung sogar verschlimmern. Wir empfehlen, die Hände zu waschen, zu desinfizieren und gut einzucremen, das ist für unsere Hautbarriere am gesündesten und bietet zudem Schutz vor Viren und Bakterien.

Mehr Informationen unter www.lassdichanschauen.at und auf facebook.com/lassdichanschauen

Referenz:
(1) Debisarun P., et al. (2020): The effect of influenza vaccination on trained immunity: impact on COVID-19.

Über Amgen
Durch die Erforschung, Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von innovativen Humantherapeutika hat sich Amgen zum Ziel gesetzt, Patienten mit schweren Erkrankungen das volle Potenzial der Biologie zugänglich zu machen. Durch Anwendung hochspezialisierter Technologien, wie der Humangenetik, wird es möglich, die Grundsätze der Humanbiologie zu verstehen und somit auch komplexe Erkrankungsvorgänge zu entschlüsseln. Amgen konzentriert sich auf Bereiche mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf und setzt seine Expertise ein, um mit seinen Produkten die Gesundheit und somit das Leben der Patienten wesentlich zu verbessern. Seit 1980 hat sich Amgen vom Biotechnologiepionier zu einem der weltweit größten unabhängigen Biotechnologiekonzerne entwickelt. Seitdem wurden Millionen von Patienten auf dem ganzen Globus erreicht und eine Pipeline an Medikamenten mit höchstem Potenzial entwickelt.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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