AT: Schmerzmanagement ist Teamwork

(C) Jennifer Braun /FPZ

Krems / Brunn am Gebirge, 1. Juli 2019 – Im Rahmen des Wissenschaftlichen Kongresses der Österreichischen Schmerzgesellschaft hatte die Rolle der Pflege heuer einen besonders hohen Stellenwert. Neben dem alljährlichen Pflegesymposium und Vorträgen gab es erstmals auch praktische Workshops für Pflegefachkräfte. Unter anderem wurden dabei die innovativen Therapiekonzepte des Schmerzpflasters Qutenza® und des postoperativen Analgesie-Systems Zalviso® aus Sicht der Pflege beleuchtet und die praktische Anwendung trainiert.

Der hohe Stellenwert der Einbindung der Pflegefachkräfte in die Behandlung von Schmerzen spiegelt sich auch im wachsenden Angebot an entsprechender Fortbildung wider. So gab es im Rahmen des Wissenschaftlichen Kongresses der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) heuer neben dem wissenschaftlichen Programm auch wieder ein Pflegesymposium mit Vorträgen. Erstmals ergänzten praktische Workshops das wachsende Angebot für die Pflege. „Pflegehandlungen evidenzbasiert durchzuführen, ist seit langem Bestandteil der hochqualifizierten Betreuung von Schmerzpatienten“, sagt Svetlana Geyrhofer, BA, Präsidentin der Gesellschaft für Schmerzmanagement der Gesundheits- und Krankenpflege Österreichs. „Die Behandlung von Schmerz ist eine interdisziplinäre und multimodale Aufgabe. Damit die Pflege ein Partner auf Augenhöhe im Schmerzmanagement-Team ist, braucht sie das Wissen um Leitlinien und Handlungsempfehlungen sowie die Erfahrung in der praktischen Umsetzung von modernen Therapien.“

Der Schmerzmediziner Univ.-Prof. Dr. Burkhard Gustorff und DGKP Ivana Budka, MSc, beide von der Schmerzambulanz am Wilhelminenspital Wien, stellten im Zuge des neuen Workshop-Formats Innovationen in der Schmerztherapie vor. Der Workshop war in zwei Teile geteilt: Im ersten Teil wurde über das Capsaicin-Pflaster Qutenza® zur Behandlung des neuropathischen Schmerzes gesprochen. Im zweiten Teil ging es um die moderne Form der patientenkontrollierten Analgesie bei postoperativen Schmerzen mit Zalviso®. Nach jeweils zwei kurzen Impulsreferaten wurde im praktischen Teil die Anwendung demonstriert und geübt sowie Erfahrungen, Tipps und Tricks ausgetauscht.

Qutenza®: Lokale Therapie bei Nervenschmerz

Das Schmerzpflaster Qutenza® enthält den Wirkstoff der Chilischote (Capsaicin) in synthetischer Form und hoher Dosierung (179 mg). Es ist für die lokale Behandlung aller Arten peripherer neuropathischer Schmerzen bei Erwachsenen zugelassen.1 „Neuropathischer Schmerz tritt dort auf, wo Nerven sind. Ein Knieschmerz oder eine Arthrose kann somit nie ein Nervenschmerz sein“, stellte Gustorff in seinem Eingangsstatement klar. Das klinge zwar banal, sei vor allem aber auch deshalb wichtig, weil das Capsaicin-Pflaster nur bei neuropathischen Schmerzen wirkt. „Diese betroffenen Bereiche müssen klar begrenzt werden und nur dort wird behandelt.“ Wie die Behandlung funktioniert, erklärte und demonstrierte die erfahrene Pflegeexpertin Budka: „Die optimale Vorbereitung und Durchführung einer Qutenza®-Therapie liegt im Wesentlichen in den Händen von geschulten Pflegefachkräften. Ihre Aufgaben sind vielfältig. Sie reichen vom Erheben der Schmerzqualität anhand standardisierter Fragebögen zur Bestimmung des Vorhandenseins von neuropathischen Schmerzen über die Aufklärung und Beratung zur Qutenza®-Behandlung bis hin zur Evaluation.“

Zalviso®: Schmerztherapie auf Knopfdruck

Im zweiten Teil des Workshops wurde das patientengesteuerte (PCA) Analgesie-System Zalviso® besprochen. Zalviso®vereint ein innovatives Medizinprodukt mit hochwirksamen Sufentanil-Sublingualtabletten und ist für die Behandlung mäßig starker bis starker postoperativer Schmerzen bei erwachsenen Patientinnen und Patienten im Krankenhaus zugelassen.2 Das PCA-System wird durch individuellen Fingerprint vorprogrammiert und kann nur vom Patienten selbst bedient werden. Der Patient kann sich dann einfach mittels Tastendrucks auf den Dispenser selbst im Abstand von mindestens 20 min eine Tablette unter die Zunge legen.

Gustorff beschrieb Zalviso® als modernstes Biofeedbacksystem in der Schmerztherapie und erklärte: „Der Schmerzmittelbedarf ist hochindividuell, es gibt keine Standarddosierung für Opioide. Bei Zalviso® ist jede einzelne Einheit so dosiert, dass Patienten auf der einen Seite eine effiziente Schmerzlinderung erfahren, auf der anderen Seite ist die Dosierung so sicher gewählt, dass der Patient nicht einschläft und damit Gefahr läuft, eine CO2-Retention zu erleiden.“ Der Leiter der Abteilung für Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin am Wiener Wilhelminenspital fasst das Prinzip von Zalviso® wie folgt zusammen: „Mit Zalviso® ist eine Selbsttitration eines starken Opioids als Schmerzmittel durch den Patienten möglich. Diese patientenkontrollierte Analgesie entspricht dem Bedarf an individueller, bedarfsgerechter Schmerztherapie.“

DGKP Budka beschrieb als besondere Vorteile aus Sicht der Pflege, dass Zalviso® ein nicht-invasives und sicheres Verfahren mit einfacher Handhabung sei. „Das System ist so programmiert, dass ausschließlich der Patient es steuern kann und so konstruiert, dass eine erneute Anwendung erst nach frühestens 20 Minuten möglich ist. Durch diese Sperrzeiten kann es zu keiner Überdosierung kommen.“ Auch die frühe Mobilisierung sei möglich, sagt Budka. „Dadurch sind die Patienten weniger eingeschränkt und haben mehr Autonomie – das sind ganz entscheidende Aspekte in der Pflege, denn sie führen zu besserer Lebensqualität und Zufriedenheit mit der Behandlung“, so die Pflegeexpertin und sprach dann über ihre Erfahrungen in der täglichen Anwendung. Wichtig sei, dass die Patientinnen und Patienten in der Lage sind, das System zu verstehen und es damit bedienen zu können. „Im Zuge der Aufklärung ist es wichtig, die Patienten über die 20-minütige Sperrzeit zu informieren sowie darüber, dass die Tablette sehr klein und damit kaum zu spüren ist. Es muss die sublinguale Verabreichung erklärt werden und dass die Patienten nach Einnahme 10 Minuten nichts essen, nichts trinken und nicht sprechen sollen, damit der Wirkstoff sicher über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann.“

Das Fazit der beiden Workshop-Leiter: „Diese Form der Fortbildung hat uns wirklich sehr großen Spaß gemacht! Es ging ums Anwenden können und was organisatorisch dafür notwendig ist. Denn wenn man sich mit Qutenza® und Zalviso® beschäftigt, sind diese innovativen und effizienten Therapien sehr schnell und einfach umzusetzen.“ 

Über Grünenthal

Grünenthal ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Behandlung von Schmerz und verwandter Erkrankungen. Als forschendes Pharmaunternehmen in Familienbesitz verfügen wir über eine langjährige Erfahrung in innovativer Schmerztherapie und der Entwicklung modernster Technologien für Patienten weltweit. Mit Innovationen wollen wir das Leben von Patienten verbessern. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, unsere Vision von einer Welt ohne Schmerzen zu verwirklichen. Grünenthal hat seine Konzernzentrale in Aachen und ist mit rund 30 Gesellschaften in Europa, Lateinamerika und den Vereinigten Staaten vertreten. Unsere Produkte sind in mehr als 100 Ländern erhältlich. Im Jahr 2018 beschäftigte Grünenthal rund 5.200 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Weitere Informationen finden Sie unter www.grunenthal.at

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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