AT: Samariterbund: „Wir müssen an Flüchtlinge denken!“

Samariterbund

GF Reinhard Hundsmüller fordert zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2021 neue Strategien für die Migration: „Nicht auf ein Wunder hoffen!“

Wien (OTS) – „Wir dürfen nicht auf die Flüchtlinge vergessen. Viele alte Probleme sind weiterhin ungelöst. Viele neue Probleme kommen auf uns zu. So leidet die Mittelmeerinsel Lampedusa derzeit erneut unter einem starken Flüchtlingsstrom. Heuer kamen bereits mehr als 17.000 Geflüchtete nach Seefahrten über das Mittelmeer in Süditalien an. Im Vorjahr waren es 5.600“, erklärt Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Samariterbundes anlässlich des internationalen Weltflüchtlingstages am 20. Juni 2021. „Die gesamte EU ist gefordert, neue Strategien für die Migration zu erarbeiten und nicht auf ein Wunder zu hoffen. Auch die österreichische Regierung muss beweisen, dass sie die Situation ernst nimmt, und sollte eine starke Stimme der Menschlichkeit sein“, so Hundsmüller.

Die Kinderrechte müssen gesichert sein

Laut UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) sind derzeit mehr als 80 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, ungefähr die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Eine Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) stellt fest, dass die Migration nach Europa bis Ende des Jahrzehnts steigen wird. 3,4 Millionen Zuwanderer, so wird geschätzt, werden hauptsächlich aus Afrika und dem Nahen Osten kommen und in Europa eine neue Heimat suchen.

„Der Samariterbund übernimmt Verantwortung für Menschen, die aufgrund von katastrophalen Lebensbedingungen ihre Heimat in Kriegs- und Krisengebieten verlassen haben und in Österreich Asyl suchen. Österreichweit betreibt der Samariterbund zwölf Flüchtlingseinrichtungen und hilft bei der Integration. Unterstützt werden vor allem Familien und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – unter strenger Berücksichtigung der Kinderrechte“, so Hundsmüller.

70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention

Schon am Beginn des 20. Jahrhunderts hat der Völkerbund, die Vorgängerorganisation der UNO, an einer internationalen Rechtsgrundlage zum Schutz von Flüchtlingen gearbeitet. Aber erst am 28. Juli 1951 (heuer vor 70 Jahren) wurde das „Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“, wie der korrekte Titel der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) lautet, verabschiedet.

„Obwohl sich die Situation durch globale Flüchtlingsströme gründlich verändert hat, ist die Genfer Flüchtlingskonvention auch heute noch das beste Werkzeug zum Schutz der Menschenrechte von Millionen Flüchtlingen auf der ganzen Welt und soll den Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung und Sozialleistungen garantieren. Solange Menschen verfolgt werden, darf auf die Genfer Flüchtlingskonvention nicht verzichtet werden“, so Hundsmüller abschließend.

Soziale Mission mit Tradition

Seit der Gründung vor fast 100 Jahren erfüllt der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs seine soziale Mission: Die haupt- und ehrenamtlichen Samariterinnen und Samariter der Non-Profit-Organisation leisten für ältere Menschen, Kranke, Verletzte und in Not geratene Personen wichtige Hilfe von Mensch zu Mensch. Dabei wird der Samariterbund von 352.246 Mitgliedern und Förderern in ganz Österreich unterstützt. Bei der Erfüllung der vielfältigen Aufgaben sind 11.272 haupt- und ehrenamtliche Samariterinnen und Samariter sowie 1.441 Zivildiener im Einsatz.

Autor:in

  • Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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