AT: Samariterbund-Präsident Schnabl: Pflege endlich zukunftstauglich machen

Samariterbund

Pflege ist nicht gleich Pflege: Der Samariterbund hat sich zur Aufgabe gemacht, wunderbare Lebensräume für Senior*innen zu schaffen.

Das derzeitige Bild der Pflege ist in der öffentlichen Wahrnehmung eher trist: Begriffe wie Pflegenotstand oder Pflegekollaps stehen im Vordergrund. „Dies bringt zwar die gewünschte und dringend benötigte Aufmerksamkeit, schadet aber dem Image der Pflege“, meint Franz Schnabl, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs. „Diese Szenarien motivieren weder Menschen in den Pflegeberuf einzusteigen, noch tragen diese dazu bei, jene, die in der Pflege arbeiten, zu motivieren und positiv in die berufliche Zukunft zu blicken. Zudem sind sie auch für die ältere Generation nicht gerade erbaulich“, so Schnabl.

Kampagne #samaritergeflegt

In den kommenden Tagen, rund um den internationalen Tag der Pflege, setzt der Samariterbund seine Kampagne #samaritergepflegt fort. Dabei weist der Samariterbund darauf hin, dass das zentrale Thema der Pflege der Mensch ist. Und dieser steht beim Samariterbund im Mittelpunkt: pflegebedürftige Personen, ihre Angehörigen und alle Mitarbeiter*innen im Pflegedienst. „Als einer der größten Dienstleister im Gesundheits- und Pflegebereich hat der Samariterbund große Verantwortung gegenüber den Menschen. Und diese nehmen wir ernst“, erklärt Franz Schnabl.

Was ist in Samariterbund Einrichtungen so anders?

Wie Pflege gehen kann, zeigen etwa die acht Pflegekompetenzzentren des Samariterbundes im Burgenland: „Mehrfache Auszeichnungen, eine große Nachfrage und eine hohe Arbeitszufriedenheit geben dem Modell recht“, hält Andreas Balog von der Samariterbund Geschäftsführung fest. Eine unabhängige Zertifizierungsstelle attestiert den Einrichtungen ein hohes Maß an Professionalität und Menschlichkeit sowie ein modernes Managementsystem. Pflege wird in diesen Häusern von Grund auf anders gelebt. Die zentrale Frage, um die sich alles dreht, ist: Was muss eine Einrichtung bieten, dass Angehörige ihren liebsten Menschen hier haben wollen?

Bewohner*innen an oberster Stelle

„Unsere Bewohner*innen stehen an oberster Stelle. Wir sind für sie da. Sie sollen in ihrem neuen Zuhause ihr Leben genießen“, hält Christine Ecker, operative Leitung Geschäftsbereich Pflege des Samariterbundes, fest. „Genauso wichtig sind unsere Mitarbeiter*innen. Sie machen es erst möglich, dass wunderbare Lebensräume für die uns anvertrauten Menschen geschaffen werden.“ Hinter dem so logisch klingenden Modell steckt ein hoher Aufwand, viel Expertise und eine enorme Innovationsbereitschaft. Verschiedene Best Practice Modelle aus diversen Ländern werden regelmäßig analysiert, auf die regionalen Gegebenheiten adaptiert und in der Praxis erprobt. Aber auch komplett neue Ansätze fließen in das Pflegekonzept ein.

Acht, individuell geführte Einrichtungen im Burgenland

Wunderschöne Häuser mit Terrassen und Vorgärten, die ins Landschaftsbild passen – schon der erste Eindruck besticht. Betritt man die Einrichtungen, ist man von dem Ambiente überwältig. Geschmackvoll eingerichtete Räume, engagierte Mitarbeiter*innen und Senior*innen, die interessiert Betätigungen nachgehen. Das Konzept dahinter: Jede/r Bewohner*in hat ein individuelles Beschäftigungsprogramm. „Manche lieben Gruppenaktivitäten, andere sind lieber für sich allein. Wir respektieren ihre Lebensgewohnheiten. Wir holen Menschen dort ab, wo sie sind“, erklärt Christine Ecker.

Das Erwecken der ursprünglichen Interessen steht im Mittelpunkt. Im Alter kann noch viel bewegt werden. Vor allem das tägliche Animationsprogramm, bei dem Gedächtnis, Mobilität und Interaktion gefördert werden, bewirkt oft wahre Wunder. „Nach dem morgendlichen Pflegeprogramm geht es bei uns erst so richtig los“, so Pflegedienstleiterin Maria Eresheim. Ganz hoch im Kurs stehen bei vielen Senior*innen Tiertherapien.

Tiertherapien und ihre Wirkung

Kaum jemand weiß, was alles hinter Tiertherapien steckt und was sie bewirken können. Regelmäßig marschiert Pony Buddy durch die Gänge der Pflegeeinrichtung in Draßburg und macht Stopps in den Zimmern tierliebender Bewohner*innen. Für einige Bewohner*innen waren die Begegnungen sogar lebensverändernd: Eine sehr zurückgezogene und ruhige Dame blüht beim Streicheln des Tieres wahrlich auf. Ein Herr, der sonst nur mehr mit Gehhilfen unterwegs ist, legt diese – sobald er das Tier sieht – zur Seite. Studien belegen, dass Tiere bei älteren Menschen Erinnerungen an ihr früheres aktives Leben wecken. „Und das tut ihnen gut und verleiht ihnen mitunter einen wahren Energieschub“, meint Anna Maria Matzka, Wohnbereichsleiterin in Draßburg.

Basteln, Nähen, Kochen und Garteln

Das Erwecken der ursprünglichen Interessen steht in allen Pflegekompetenzzentren im Mittelpunkt. Im Alter kann noch viel bewegt werden. Vor allem das tägliche Animationsprogramm, bei dem Gedächtnis, Mobilität und Interaktion gefördert werden, bewirkt oft wahre Wunder. „Nach dem morgendlichen Pflegeprogramm geht es bei uns erst so richtig los“, so Maria Eresheim. Das Repertoire kann sich sehen lassen: Es wird gekocht und gebastelt, geturnt und gesungen. Es wurden Nähecken und eine kleine Bastelwerkstatt eingerichtet, die großzügigen Grünflächen laden zum „Garteln“ ein. „Wir gehen sehr stark auf die Wünsche der Bewohner*innen ein. Den Satz ´Es geht nicht`, den gibt es bei uns nicht. Wir sind da, um Lösungen zu finden“, hält Christine Ecker abschließend fest.

Samariterbund baut Angebot aus

Der Samariterbund hat österreichweit ein breites Pflegeangebot. Er betreibt beispielsweise acht Pflegekompetenzzentren im Burgenland. Drei weitere befinden sich im Bau. Aktuell wird das Pflegekompetenzzentrum in Draßburg von 36 auf 60 Plätze erweitert. Weiters gibt es Tageszentren, betreubare Wohnungen, Senioren-WGs, mobile Pflege, 24-Stunden-Betreuung, Essen auf Rädern und Notrufsysteme. Der Samariterbund baut seine Leistungen laufend aus.

Viele Stories aus unseren Einrichtungen findet man unter facebook.com/samaritergepflegt

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)