AT: Rotes Kreuz: Qualität in der Pflege neu sichern

(C) Nadja Meister

Rotkreuz-Präsident Schöpfer fordert bessere Standards in der 24-Stunden-Betreuung

Wien (OTS/Rotes Kreuz) – Der Rechnungshof hat die Qualitätssicherung in der 24-Stunden-Betreuung ins Visier genommen. „Nun gilt es Verbesserungen im Sinne der pflegebedürftigen Menschen vorzunehmen und dabei das gesamte Pflege-System im Blick zu behalten“, sagt Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes. Er fordert eine Valorisierung der Förderung für die Inanspruchnahme einer Personenbetreuung – bei Knüpfung an klare Qualitätskriterien für die Vermittlungsagentur – und den Aufbau eines Fortbildungs-Systems für die Betreuerinnen.

Auch die Forderung, dass diplomiertes Fachpersonal aus der mobilen Pflege die 24-Stunden-Betreuer bei der Qualitätssicherung unterstützen soll, sei sinnvoll, sagt Schöpfer. „In der Praxis haben wir damit gute Erfahrungen gemacht, weil dadurch die gesetzlich vorgesehene Qualitätssicherung erst möglich wird.“ Derzeit ist die Qualitätssicherung in speziellen Pflegesituationen im Ärztegesetz und im Berufsrecht der diplomierten Pflegekräfte verankert, aber die Personen-Betreuer wissen davon in der Regel nichts.

In Salzburg, der Steiermark und Oberösterreich hilft das Rote Kreuz den Menschen bei der Organisation einer 24-Stunden-Betreuung. Zunächst wird der Pflegebedarf erhoben und die Organisation Altern in Würde vermittelt einen passenden Betreuer – aufgrund klarer Qualitätskriterien. Eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin des Roten Kreuzes begutachtet, dokumentiert und sichert bei regelmäßigen Visiten die Betreuungsqualität.

Auch in der mobilen Pflege gibt es grundlegende Probleme, die angesprochen werden müssen. Seit Jahren steigen die Kostenbeiträge für Patienten während die Zeitvorgaben für die Pflege knapper werden und die Anforderungen zugenommen haben, etwa für Arbeitskleidung oder Hygiene: Das setzt die Pfleger massiv unter Druck. „Diese Ökonomisierung hat dazu geführt, dass der Blick auf die Uhr die Arbeit dominiert und für die zwischenmenschliche Beziehung kaum Zeit bleibt“, sagt Schöpfer. „Es ist nötig den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen und diese Stoppuhr-Pflege zu beenden.“

Autor:in

  • markus

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)

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