AT: Ribo: Pflegekräftemangel kann nur durch eine Attraktivierung der Berufe gelöst werden

22. Juli 2020 | News Österreich | 0 Kommentare

Wien (OTS) – In der Presseaussendung vom 21. Juli fordert der Betriebsratsvorsitzende der psychosozialen Zentren gGmbH, dass es Veränderung braucht, um dem Personalmangel in der Pflege entgegenzuwirken. Pflegekräfte arbeiten unter äußerst belastenden Bedingungen, was dazu führt, dass gute Fachkräfte den Beruf nach kurzer Zeit wechseln. Neben dem Mangel an Pflegepersonal und den belastenden Bedingungen, kommt auch noch eine Lohnschere hinzu. In der Pflege verdienen Menschen im Schnitt 17% weniger. Dies wirkt sich auch auf die Angehörigen und die zu pflegenden Personen aus, die oft zurecht unzufrieden oder frustriert über die Pflegesituation sind.

Wir haben einen Pflegekräftemangel und wollen, dass mehr Menschen den Beruf ausüben, jedoch sind die Arbeitsbedingungen und Bezahlung miserabel. Dieses Ungleichgewicht heißt es anzugehen“, sagt Bedrana Ribo, Sprecherin für Senior*innen und Pflege der Grünen. Und weiter: „Unser langfristiges Ziel ist es eine arbeitswürdige Entlohnung und eine Anhebung des Personalschlüssel sicherzustellen.“ Ein höherer Personalschlüssel wird benötigt, um an die jeweiligen Bedürfnisse der zu pflegenden Personen und den Pflegeaufwand anzupassen. „Denn Pflege ist mehr als nur das Nötigste zum Leben bereitstellen. Pflege bedeutet Gespräche, Beziehungen und Vertrauen. Dafür braucht es viel Zeit und Geduld, was jedoch in der Gesamtrechnung nie mit einbezogen wird“, führt Ribo aus.

Das Gesundheitsministerium kann das allein nicht stemmen. Dafür braucht es Solidarität und Zusammenarbeit von Bund, Ländern und der Politik. Damit die Unterschiede der Entlohnung und Arbeitszeit nicht zu groß sind und eine gemeinsame langfristige Strategie festgelegt wird.

Dafür braucht es Lösungen, und wir sind sehr zuversichtlich, dass Gesundheitsminister Anschober mit der kommenden Pflegereform diese angehen wird. „Ich werde mich dafür einsetzen, damit hier ein Ergebnis erschaffen wird, welches eine Besserung für alle Beteiligten ist. Für eine qualitative Pflege, für Pflegekräfte und Pflegebedürftigen“, so Ribo abschließend.

Autor:in

  • Markus Golla

    Studiengangsleiter "GuK" IMC FH Krems, Institutsleiter Institut "Pflegewissenschaft", Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaft BScN (Umit/Wien), Pflegewissenschaft MScN (Umit/Hall)